27. März 2018

Alternative Presseschau (Radio) Folge 15Feindbilder. Ernährung. Verdrehungen.

Alle gegen Orbán

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Bildquelle: Michailidis / Shutterstock.com Es riecht nach Querfront: Präsident Orbán kann nur mit vereinten Kräften geschlagen werden

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Feindbilder: Böser Politiker

Schritt für Schritt geht der Westen seinen Weg gegen Russland. Jetzt beteilige sich auch Deutschland bei der Verschwörung gegen Russland, so Katja Wolters auf „Compact Online“. Heiko Maas, der endlich seinen großen Auftritt im Amt das Außenministers habe, wies aus „Solidarität mit den Briten“ vier russische Diplomaten aus. Für das Auswärtige Amt signalisiere die Entscheidung die Entschlossenheit der Bundesregierung, „Angriffe auf unsere engsten Partner und Alliierten nicht unbeantwortet zu lassen“. Auf Merkel und Maas sei in Sachen Russenhetze wie gewohnt Verlass: Die Ausweisung von vier Diplomaten könnte eine neue Eiszeit mit Russland einläuten, so Wolters auf „Compact“.

Zudem ließ Heiko Maas verlauten, die Russen hätten bisher keine einzige Frage zum Giftskandal beantwortet. Dass man sich über dergleichen nicht verwundern braucht, zeigt Ulrich Gellermann in der „Rationalgalerie“, da Heiko Maas offensichtlich seinen Verstand verloren habe. Ob ihn allerdings die Russen geklaut haben oder er niemals vorhanden war, bleibt offen. Das hindert die Bundesregierung allerdings nicht daran, sich an die britischen Halbwahrheiten zu hängen und festzustellen, dass die „Fakten und Indizien“ nach Russland zeigten.

Da Putin böse ist, engagiert sich die Linke lieber für den verhafteten Politiker Carles Puigdemont. In Barcelona demonstrieren Zehntausende für seine Freilassung, berichtet die genossenschaftliche „Junge Welt“. Die Demonstration in Barcelona, mit ungefähr 55.000 Personen, endete vor der deutschen Botschaft, vor der eine Rede in deutscher Sprache gehalten und an die Bundesregierung appelliert wurde. Gegen Puigdemont steht ein internationaler Haftbefehl, unter anderem wegen „Rebellion“. Da diese aber nach Definition des spanischen Gesetzbuches Gewalt beinhalte, seien die Vorwürfe gegen Puigdemont nicht haltbar. Für Kritiker „seien die Vorwürfe an den Haaren herbeigezogen“ und politisch motiviert, so die „Junge Welt“.

Laut dem „Contra-Magazin“ seien „alle gegen Orbáns Ungarn“. Das sei jedoch politisch kein großes Problem, da die Opposition zu zerstritten sei, um bei der Parlamentswahl am 8. April eine Chance zu haben. In einer Bürgermeisterwahl einer ungarischen Kleinstadt hatte die Partei Orbáns eine unerwartete Niederlage hinnehmen müssen. Wahlsieger wurden die Linken, die Grünen und die Rechten in einer Koalition. Dies zeige, so das „Contra-Magazin“, dass Orbán durchaus geschlagen werden könne, wenn sich die Opposition auf einen Kandidaten einigen würde. Dies sei aufgrund der rechten Jobbik-Partei allerdings kaum möglich.

Nahrung: Du bist, was du ist

Das Magazin „Novo“ greift die Organisation Foodwatch an, die sich regelmäßig über zuviel Salz und Fett beschwere, allerdings keine staatlichen Höchstwerte fordere. Dies sei kein Zeichen liberaler Prinzipien, sondern das Ziel, weiterhin öffentlichkeitswirksam Spenden einzusammeln, so Autor Detlef Brendel. Foodwatch fordere sehr wohl Regulierungen, aber nur solche, die nicht dem eigenen Geschäft schaden. Der Spendenmarkt sei hart umkämpft, so Brendel, sogenannte NGOs müssten durch Skandalisierung passender Themen um Spenden konkurrieren. Dies sei „ein Geschäftsmodell, das zahlreiche NGOs bis zur Perfektion entwickelt haben“, kritisiert der Autor auf „Novo“.

Gesalzene Eier, dazu noch in christlicher Tradition: die Hölle für den modernen Menschen. Ob deshalb immer mehr Menschen zu anderen Geschenken greifen? Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA hat ergeben, dass fast 50 Prozent der Befragten im Osten ihre Kinder an Ostern beschenken – im Westen hingegen nur 34 Prozent, berichtet das evangelische Portal „idea“. Woher diese Unterschiede kommen, wird nicht geklärt. Dafür stehe im Westen Ostern für 67 Prozent in direkter Verbindung mit der Auferstehung, im Osten für rund die Hälfte der Befragten, so berichtet „idea“.

Verdrehungen: Terror, Gender, Staat

Laut dem „Spiegel“ mache der islamische Terror die Menschen reifer. So fasst „PI-News“ die Meldung auf, die lobte, dass in Frankreich während des Terroranschlags am 23. März die Menschen ruhig geblieben seien. Der Vorfall wurde nicht als „Gemetzel“ dargestellt, so „PI“, sondern als ein weiterer Baustein auf einem ruhigen Weg zu einer „reifen Demokratie“. Auch kritisierte der „Spiegel“-Artikel Marine Le Pen und die Rechten, die „offenbar nicht begriffen haben, dass sich ihr Land seit dem ersten, großen Terrorattentat gegen die Redaktion des französischen Satire-Magazins ‚Charlie Hebdo‘ vor drei Jahren weiterentwickelt hat“. „PI“ fasst sarkastisch zusammen: „Alles in allem also ein zufriedenstellendes Attentat – nicht nur für den Islam, sondern auch für Menschen mit einer Sicht auf die Welt, wie sie so manch ein ‚Spiegel‘-Autor offenbar hat. Frankreichs Demokratie ist nun jedenfalls ein Stück weit reifer für den Terror.“

Im Format „Freie Welt TV“ spricht Beatrix von Storch mit dem Evolutionsbiologen Ulrich Kutschera über „Gender Mainstreaming“. Der bekannte Biologe aus Kassel, der mit seinen gesellschaftskritischen Äußerungen in die Schlagzeilen der Mainstreammedien geraten war, erklärt im Gespräch die Reichweite der Evolution im Hinblick auf menschliches Verhalten. Für Kutschera ist das Vorhaben einer geschlechtslosen Gesellschaft widernatürlich und daher „zum Scheitern verurteilt“, fasst die „Freie Welt“ das Interview zusammen.

In Rheinland-Pfalz scheint sich etwas zu bewegen. Aber diesmal sind es nicht die Busse der Antifa, die zu angeblich rechtsextremen Demonstrationen gekarrt werden. Die „Junge Freiheit“ berichtet über eine sogenannte „negative Wohnsitzauflage“ der Stadt Pirmasens. Dadurch dürfen künftig keine Flüchtlinge mehr nach Pirmasens ziehen. Aufgrund der niedrigen Mieten seien in der vergangenen Zeit verstärkt Flüchtlinge nach Pirmasens gekommen, so die „Junge Freiheit“. Dabei handelt es sich allerdings nicht um ein Aufbegehren einer empörten Gemeinde, sondern um einen „Erlass des rheinland-pfälzischen Integrationsministeriums“. Seit 2016 ist es den Bundesländern möglich, anerkannten Flüchtlingen eine konkrete Kommune zuzuweisen.

„Compact Online“: „Diplomatische Giftküche: Außenminister Maas weist vier russische Botschafter aus“

„Rationalgalerie“: „Außenminister Heiko Maas – Verstand verloren, von Russen geklaut!“

„Junge Welt“: „Freiheit für Puigdemont!“

„Contra-Magazin“: „Alle gegen Orbáns Ungarn“

„Novo“: „Spendenjäger statt Essensretter“

„idea“: „Ostergeschenke sind im Osten Deutschlands beliebter als im Westen“

„PI-News“: „Spiegel: Islamterror macht Frankreichs Demokratie reifer“

„Freie Welt“: „Freie Welt TV – Das ganze Bild: Gender Mainstreaming – Politische Ideologie als Kampf gegen die Natur des Menschen“

„Junge Freiheit“: „Pirmasens stoppt Zuzug von Flüchtling

Zusammenstellung: Florian Müller


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