23. März 2018

Alternative Nachrichten am Abend Wochenendspiele. Boehringer. Boote. Murmeltier.

Was uns am Abend des 23. März bewegt

von Nachrichtenredaktion ef

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Bildquelle: shutterstock Hat sich seinen festen Platz in den Alternativen Nachrichten wohlverdient. Süßes, kulturbereicherndes Murmeltier aus dem Orient

Von Heino bis Islam – Politiker geben Anpfiff zu Wochenendspielen der „Distanzeritis“-Liga

Berlin/Düsseldorf. Vor einer Woche berichteten wir, wie Horst Seehofer pünktlich zum Wochenende die Endlosdebatte um das Zitat eines längst vergessenen Bundespräsidenten wieder auskramte. Die in diesem Zusammenhang interessante Frage, ob die Quelle der hohen Feinstaubbelastung möglicherweise in der überstrapazierten politischen Mottenkiste zu finden ist, muss leider erst separat von „Experten“ untersucht werden. Seehofer gab letzten Freitagmorgen den Auftakt, dass der Islam nun doch endgültig nicht zu Deutschland gehöre. Bis zum Nachmittag konnte Mutti dann im Widerspruch zu ihrem Innenminister nach links blinken, um auch hier wieder die Wähler einzufangen. Zusätzlich legte sie dann für die eifrig bettelnde Pressemeute in ihrer Regierungserklärung noch einmal über die Woche nach. So langsam geht wieder eine Steuerwoche zu Ende, und der engagierte Wähler hat wieder Zeit, seine Aufmerksamkeit der hohen Kunst der Politik zu widmen. Pünktlich gibt Seehofer mit einem erneuten Rückpass zur Kanzlerin den Auftakt für eine weitere Rückrunde im ewigen Links-rechts-Ballspiel. Neben den Starspielern aus dem Bundestag sei jedoch auch ein Neuzugang bei den Balljungen aus Nordrhein-Westfalen erwähnt. Die Landesheimatministerin Ina Scharrenbach (CDU) distanzierte sich artig von einer Schallplatte, die der Schlagersänger Heino ihr diese Woche geschenkt hatte. Sie hatte den Schlagerstar als „Heimatbotschafter“ engagiert, woraufhin er ihr seine 1981 aufgenommene Platte „Die schönsten deutschen Heimat- und Vaterlandslieder“ schenkte. Leider sei das Geschenk „bei der Übergabe nicht unter dem Aspekt der politischen Korrektheit überprüft worden“. Nun denn, Horst und Mutti. Der Ball rollt. Die Zuschauer wollen neben Brot auch Spiele für ihr Steuergeld. Macht die Politik etwas spannender als den Meisterschaftstitel von Bayern München.

AfD – Finanzexperte Boehringer mit „Shadow banning“ in der „Tagesschau“ geehrt

Berlin. Peter Boehringer dürfte vielen unserer Leser als Publizist zum Thema Bundesbankgold und gelegentlicher eigentümlich frei-Autor bekannt sein. Mittlerweile ist der AfD-Finanzexperte Vorsitzender des Haushaltsausschusses im Deutschen Bundestag. Gestern stellte dort der neue Finanzminister und Bankenexperte Olaf Scholz seine Pläne für die kommende Legislaturperiode vor. Erster Redner in der Debatte nach dem Minister war naheliegenderweise Peter Boehringer. Sein knapp siebenminütiger Auftritt erfuhr im Internet sogleich viel Zustimmung. Heute morgen dann beklagte der Politiker sich auf seiner Homepage über „Zensur“ in der „Tagesschau“. Von Zensur im klassischen Sinne kann natürlich keine Rede sein. Kenner der Lückenpresse wissen, dass heutzutage niemand mehr bei der „Tagesschau“ anzurufen braucht, um ein unliebsames Thema aus der Berichterstattung entfernen zu lassen. Boehringer wurde eher „Opfer“ dessen, was man im Internet als „Schattenverbannung“ bezeichnet. Die hochgeladenen Inhalte etwa bei Youtube werden nicht zensiert, aber dem Nutzer nur noch angezeigt, wenn er ganz gezielt danach sucht. Eigenen Angaben nach wird die „Tagesschau“ abends regelmäßig von neun bis zehn Millionen Menschen konsumiert. Auf den ersten Blick kann eine Erwähnung also durchaus einen erheblichen Einfluss auf eine politische Karriere haben. Jedoch gilt auch hier die klassische Unterscheidung zwischen qualitativ und quantitativ. Diejenigen, die die „Tagesschau“ noch als seriöse Informationsquelle erachten, sind gegen die Wirkung besserer Argumente sowieso immun. Selbst wenn die Rede von Boehringer in voller Länge ausgestrahlt worden wäre, hätten 90 Prozent der Zuschauer wahrscheinlich nur Bahnhof verstanden oder sie von vornherein ideologisch abgelehnt. Für systemkritische Menschen stellt eine neutrale Erwähnung in der „Tagesschau“ oft sogar eher einen marketingtechnischen Nachteil als einen Vorteil dar. Dank der Unterschlagung dürfte hingegen zum wiederholten Mal der auch bei eigentümlich frei schon mehrfach erklärte Streisand-Effekt greifen, dass nichts so sehr zu einer Information beiträgt wie eine versuchte Vertuschung. Alle, die für die von dem langjährigen Vorkämpfer für gesundes Geld vorgetragenen Ausführungen noch empfänglich sind, werden jetzt sicherstellen, sie auch nicht zu verpassen. Das Problem in der Demokratie besteht natürlich darin, dass nicht nur zu logischem Denken befähigte Individuen an den Abstimmungen beteiligt werden. Entsprechend erklärt sich auch die Diskrepanz zwischen systemkritischer Aufmerksamkeit im Internet und den mageren Ergebnissen an den Wahlurnen. Einen kleinen Trost können wir vielleicht spenden. Boehringer darf sich mit dieser Ehrung durch die „Tagesschau“ immerhin in einer Reihe mit so illustren Persönlichkeiten wie unserem heutigen Murmeltierpreisträger sehen (siehe unten). Den Namen können wir hier noch nicht preisgeben, aber soviel sei schon mal verraten, dass die Unterschlagung seiner Ergreifung durch die deutschen Behörden im Herbst 2016 auch für sehr viel Empörung sorgte.

Gutmenschen empört – Bundesregierung verkaufte Boote an Wüstenarmee

Berlin/Riad. Letztes Jahr hatte die geschäftsführende Bundesregierung den Wählern versprochen, Rüstungsverkäufe an Saudi-Arabien einzufrieren. Ganz entsetzt mussten die Hauptstrommedien ihren Lesern nun mitteilen, dass sie durch ein Schlupfloch gegen dieses Versprechen verstoßen hat. So was aber auch, wie kann eine Merkel-Regierung bloß lügen. Waffenverkäufe sind eines der vielen Lieblingsthemen deutscher Gutmenschen. Vor einigen Jahren hatte die Bundesregierung den Verkauf von Patrouillenbooten an Saudi-Arabien in erster Instanz genehmigt. Diese Vorstufe der aus dem Ausland finanzierten keynesianischen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen stellt eine Rechtsgarantie für die Unternehmen dar, in Produktion gehen zu dürfen. Vor der Auslieferung ist dann eine erneute Genehmigung erforderlich. Ob die Bestätigung dieser Formalität auf ein Kuckucksei der geschäftsführenden Bundesregierung an ihre völlig unbekannten Nachfolger zurückzuführen ist oder von diesen selbst veranlasst wurde, sorgt derzeit für Spekulationen. Zum Zeitpunkt der ersten Genehmigung noch nicht absehbar, führt die saudische Regierung mittlerweile einen brutalen Stellvertreterkrieg mit dem Iran im Jemen. Boote für einen Krieg in der Wüste, da hyperventilieren deutsche Gutmenschen natürlich. Wirtschaftssimulierung durch den Staat, ja unbedingt, aber dann doch bitte nicht in dem einzigen Kerngeschäft, das Staaten seit jeher beherrschen. Als kritischer Nachrichtenkonsument fragt man sich eher, warum die eigene Armee eigentlich nie etwas von den im Ausland so begehrten deutschen Waffen zu sehen kriegt. Ob die Ausstattung der Bundeswehr etwa absichtlich schlechtgeredet wird, um noch mehr Geld für Rüstung verbraten zu können, wie manche Verschwörungshypothetiker vermuten?

Bedrohte Murmeltiere – eigentümlich frei engagiert sich jetzt auch im Bereich des Tierschutzes

Düsseldorf/Freiburg. Die gute Nachricht zum Schluss. Liebe Leser und hoffentlich bald wieder Hörer! Wie manche von Ihnen sich vielleicht erinnern, hatte ein tölpelhafter Praktikant unseren allwöchentlichen „Täglichen Murmeltierpreis“ letzte Woche voreilig schon am Dienstag nach Großbritannien vergeben. In der Folge erreichten uns zahlreiche Klagen von linken Fachkräftebetreuern bis hin zu völkischen Tierschutzvereinen. Die einen beschwerten sich, dass viele integrationswillige Kulturbereicherer durch die unzuverlässige Hast außen vor gelassen wurden. Die anderen fürchteten die Verdrängung einheimischer Murmeltiere durch eingeschleppte, aggressivere Rassen. Sie alle entdeckten Verstöße gegen die EU-Diskriminierungsrichtlinien, mit denen sie uns das Leben hätten zur Hölle machen können. Unter Vermittlung eines ehemaligen Bundesjustizministers, dessen Namen wir nicht nennen dürfen, konnten wir glücklicherweise eine außergerichtliche Einigung erzielen. Der ohne Absprache agierende Praktikant wurde selbstverständlich fristlos entlassen und wird sobald wohl keinen Fuß mehr auf den Boden bekommen. Darüber werden die entsprechenden Stellen schon wachen. Des weiteren freuen wir uns, Ihnen mitteilen zu dürfen, dass unser „Wochenpreis für das tägliche Murmeltier“ von jetzt an mit freundlicher Unterstützung der Amadeu-Antonio-Stiftung jeden Freitagnachmittag an eine besonders leistungsbereite Fachkraft und ihre Unterstützer vergeben wird. Bewerbungsschreibungen werden von montags bis freitags 14 Uhr entgegengenommen. Bitte verzichten Sie auf spekulative Fake-News-Verschwörungstheorien, wonach finstere Kräfte in der Redaktion die Flüchtlinge nur dazu missbrauchen, so kurz vor dem Wochenende früher Feierabend machen zu können. Als libertäre Zeitschrift treten wir für einen chancengleichen Wettbewerb ein, als pragmatische Konservative wollen wir einen zivilgesellschaftlichen Beitrag zum Artenschutz leisten. Unser erster fest vergebener Murmeltierpreis geht deshalb diese Woche verdient nach Freiburg, an Hussein K. Hussein musste nach der Ermordung der Freiburger Flüchtlingshelferin Maria Ladenburger im Spätsommer 2016 fast zwei Jahre auf diese Auszeichnung warten. Am Donnerstag bewies er dann, dass Hoffnung immer da aufkeimt, wo man sie am wenigsten erwartet. Selbst an deutschen Gerichten konnte die Saat der Vernunft auf Druck der Öffentlichkeit noch einmal ein zartes Pflänzchen erblühen lassen. Oder standen in Wahrheit ganz andere Interessen dahinter? Da Hussein mit der aggressiven Vergewaltigung und Ertränkung der Tochter eines hohen EU-Flüchtlingsbeamten drohte, anderen Murmeltieren die Ernährungsgrundlage zu entziehen, wird er zum Wohl der Gesamtgruppe aus dem Verkehr gezogen. Für den Rest seines Lebens ist er jetzt wohlbehütet in einem staatlichen Zoo untergebracht und wird dort verpflegt. Wir gratulieren auf jeden Fall herzlich und wünschen allen Lesern ein schönes Wochenende.

Zusammenstellung: Jean Modert


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