23. März 2018

Alternative Presseschau (Radio) Folge 13Alternative. Osten. Heino. Papst.

Skandal um „Heimatlieder“

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Bildquelle: shutterstock Politisch unkorrekt: Heimat in Deutschland

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Alternative: Gegen rechts

Die AfD wird diskriminiert. Wenn Sie das noch immer nicht glauben, schauen Sie einfach in das aktuelle Gutachten des Parlamentarischen Beratungsdienstes in Brandenburg. Die geballten Jugendorganisationen der Altparteien hatten eine Kampagne gegen Alexander Gauland gestartet, so die „Junge Freiheit“. Bei der Aktion habe es sich um eine steuerfinanzierte Kampagne gehandelt, die unter anderem mit „Bunt statt Grauland“ gegen die AfD warb. Die Beratungsstelle ermahnte die Landesregierung, zukünftig auf die genauere Zuteilung und Verwendung der Fördergelder zu achten, so die „Junge Freiheit“.

45 Prozent der aktuellen AfD-Wähler wünschen sich, dass sich die Partei stärker nach rechts abgrenzt, berichtet „Philosophia Perennis“ unter Berufung auf eine Umfrage im Auftrag der „Jungen Freiheit“. Bei den potentiellen AfD-Wählern sei der Anteil noch größer. Zum Schwerpunktthema „AfD“ titelte die „Junge Freiheit“ zudem: „Björn Höcke ist der unglaubwürdigste AfD-Politiker“. Die höchsten Werte in puncto Glaubwürdigkeit erhielten Alexander Gauland und Alice Weidel, berichtet „Philosophia Perennis“.

Osten: Krieg und Frieden

Die Vereinigten Staaten von Amerika warnen vor den Waffen Russlands. Ein US-General hatte auf einer Pressekonferenz zugegeben, dass die russischen „Superwaffen“ von den USA schwerlich abgewehrt werden könnten, so berichtet das „Contra-Magazin“. Trumps Rüstungsprogramm sei nicht in der Lage, die Versäumnisse der Obama-Direktion aufzuheben. Zuvor hatte man noch über Putins neue Marschflugkörper gewitzelt, betont das „Contra-Magazin“. Dies sei allerdings erschreckender Gewissheit gewichen.

Trotz der Sorge der USA gratuliert Donald Trump Wladimir Putin und läuft damit „seinen Beratern aus dem Ruder“, so das Magazin „Zuerst!“. Diese hatten ihm ausdrücklich nahegelegt, dem russischen Präsidenten nach dessen Wahlsieg nicht zu gratulieren. Trump überging die Warnung, rief seinen Kollegen am Dienstag an und wünschte ihm alles Gute. Harsche Kritik kam aus den Reihen der republikanischen Senatoren, betont „Zuerst!“. Trump werde immer wieder vorgeworfen, er fasse Russland und Putin zu sanft an.

Christian Schumacher berichtet in der „Blauen Narzisse“ über den scheinheiligen Lebens- und Urlaubsstil der deutschen Wohlstandstouristen in Nepal. Sogenannte „Backpacker“ verachten die eigene Kultur und suchen eine Sinnstiftung im Fernen Osten. Dort versucht man, sich vom Eigenen reinzuwaschen, verspottet die westlichen Religionen, eifert aber gekünstelt dem Hinduismus nach. Aber gerade der Buddhismus sei für die Wohlstandsglobetrotter geeignet, da dort das „Nichts“ als höchstes Ziel erkoren wird und er dementsprechend zum westlichen Nihilismus passe, so Schumacher in der „Narzisse“.

Heino: Ein Nazi

Der Skandal ist da. Der deutsche Schlagersänger Heino ist ein Nazi. „PI-News“ berichtet über die Übergabe der Schallplatte „Heimat- und Vaterlandslieder“ an die NRW-Politikerin Ina Scharrenbach (CDU). „Heino, in der Zeit des Nationalsozialismus gerade mal sieben Jahre alt, wurde jetzt wieder indirekt in die Nähe des Unrechts gerückt.“ Die Lieder der Platte, teilweise aus den Befreiungskriegen, seien auch von SS-Soldaten gesungen worden, werde Heino aus dem medialen Mainstream vorgeworfen. Thematisiert werde auch das „Vaterlandslied“, bei dem es laut „PI-News“ nur um die Freiheit der Heimat und deren Verteidigung gehe.

Auch die „Junge Freiheit“ geht auf den Vorfall ein und beleuchtet die Hintergründe. Heino wurde von der nordrhein-westfälischen Heimatministerin Scharrenbach als Heimatbotschafter auserkoren. Dazu besuchte er den sogenannten Heimatkongress, wo er Scharrenbach die Schallplatte überreichte. Über einen Sprecher ließ Scharrenbach mitteilen, dass das Präsent „bei der Übergabe nicht unter dem Aspekt der politischen Korrektheit überprüft worden“ sei, so berichtet die „Junge Freiheit“. Fassen wir zusammen: Eine Heimatministerin wählt einen Heimatbotschafter aus, der auf einem Heimatkongress als Geschenk seine eingesungenen Heimatlieder überreicht, was einen Skandal verursacht. Das gibt es nur in Deutschland.

Glaube: Papst und Moscheebesuch

Vom konservativen Lager musste sich Franziskus als Zeitgeistpapst viel Kritik anhören. Jetzt wurde sein neues Buch veröffentlicht, in dem er sich auf einige interessante Ansätze stützt. Kath.net berichtet, dass Franziskus sich gegen die Scheingesellschaft des Internets stellt, die nur ein „virtuelles Gemeinschaftsgefühl“ entstehen lasse. Er warnt zudem vor einer entwurzelten und individualisierten Gesellschaft und dem grassierenden Jugendwahn. Erwachsene würden ihr Älterwerden verleugnen und „den Teenager mimen“. Franziskus kreidet allerdings auch die Geldgier und die Korruption in der Welt an, berichtet kath.net.

Wenn der Papst mal wieder den Konservativen mimt, können die Protestanten weiter herumliberalisieren. Jetzt besuchten lutherische Bischöfe eine vom Verfassungsschutz erfasste Moschee, berichtet das evangelische Portal „idea“. Die Islamische Gemeinde Nürnberg werde vom bayrischen Verfassungsschutz überwacht und habe Verbindungen zur Muslimbruderschaft. Der Islam-Experte der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW), Friedmann Eißler, sagte gegenüber „idea“, dass sich der Islamdialog in schwierigen Zeiten befinde und man auch mit „konservativen islamischen Milieus“ sprechen müsse. Ein Besuch, wie er in Nürnberg stattgefunden habe, passe aber nicht zu den Grundsätzen der lutherischen Kirche.

Aufreger zum Wochenende

Damit Sie Ihren Blutdruck vor Freitagabend noch etwas in Schwung bringen und nicht vergessen, was für journalistische Ergüsse auf die deutsche Presselandschaft losgelassen werden, hier ein Verweis auf einen Beitrag in der „taz“. Hengameh Yaghoobifarah schreibt in ihrer Kolumne „Habitus“ über die schlechten Marotten der Deutschen: „Das ist also dieses Deutschland, in dem das Essen entweder nach nichts oder nach zuviel Knoblauch schmeckt, weil die Köch_innen unbedingt beweisen wollen, dass sie ein krasses Gewürz-Game haben.“ Yaghoobifarah kritisiert Aspik und Kartoffeln in vulgär-jugendlicher Manier und ist zudem zu beschränkt, Sauerkraut von ihrem Leibgericht, den Zwiebeln, zu unterscheiden. Zudem habe man in Deutschland „hohe Chancen, ein verkacktes Essen serviert zu bekommen“, so die Dame in der „taz“.

„Junge Freiheit“: „Parlamentarisches Gutachten sieht AfD diskriminiert“

„Philosophia Perennis“: „JF-Umfrage: Großer Teil der AfD-Wähler wünscht sich eine deutlichere Abgrenzung der Partei nach rechts“

„Contra-Magazin“: „US-STRATCOM-General: Putins neue Waffen sind nicht zu stoppen“

„Zuerst!“: „Berater sauer: Trump gratuliert Putin und übergeht den Fall Skripal“

„Blaue Narzisse“: „Westlicher Masochismus in Fern-Ost“

„PI-News“: „Heino unter ‚Nazi‘-Verdacht“

Kath.net: „Neues Papstbuch: Internet lässt Jugendliche ‚in der Luft hängen‘“

„idea“: „Lutherische Bischöfe besuchen vom Verfassungsschutz erfasste Moschee“

„taz“: „Kartoffelgerichte machen noch keine Gastfreundschaft“

Zusammenstellung: Florian Müller


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