22. März 2018

Alternative Presseschau (Radio) Folge 12Waterloo. Parteien. Sozialismus.

Nicolas Sarkozy noch immer unter Arrest

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Bildquelle: shutterstock Persönliches Waterloo: Nicolas Sarkozy auf dem Weg nach St. Helena (Symbolbild)

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Waterloo: Frankreich, Österreich, Deutschland

Der so häufig als neuer Napoleon bezeichnete französische Ex-Präsident Nicolas Sarkozy erleidet sein ganz persönliches Waterloo. Medienberichten zufolge soll Sarkozy Gelder vom libyschen Ex-Diktator Muammar al-Gaddafi angenommen haben, berichtet das „Contra-Magazin“. Sarkozy habe zwei Tage in Gewahrsam verbracht und stehe noch immer unter Arrest. Besonders brisant sei der Vorwurf, dass Sarkozy die Ermordung Gaddafis angeordnet habe, um die Wahlkampfspenden zu verheimlichen, so das „Contra-Magazin“ am Morgen.

Auch die Grünen in Österreich erlebten ihr ökologisches Waterloo. „Zur Zeit“ schreibt: „Wieviel die Grünen innerhalb von nur acht Tagen ertragen mussten, ist wirklich kaum zu fassen.“ Autor Martin Hobek fasst die Stationen des Niedergangs zusammen. Dennoch haben die Grünen noch immer den österreichischen „Rotfunk“ in der Hand. Hobek schließt auf „Zur Zeit“ mit einer Analyse des österreichischen „Falters“: „Die Grünen hingegen hat nach glimpflichen Ausgängen in Niederösterreich und Tirol wieder eingeholt, was für Parteien fatal ist: der Geruch des Untergangs.“

Auf „Tichys Einblick“ erwartet man den Untergang Deutschlands und Europas. Für Autor Klaus-Peter Willsch könnten die „selbsternannten Retter der europäischen Ideale ihre Totengräber werden“. Es sei unklar, wie es mit Europa weitergehe, allein im wirtschaftlichen Rahmen. Juncker, Macron und Co wollen die Union zwar „wetterfest“ machen, allerdings haben bereits einige Nordländer angekündigt, die Vorstöße aus Brüssel nicht mitzumachen. In einem gemeinsamen Brief protestierten Irland, die Niederlande, Dänemark, Schweden, Finnland sowie die baltischen Staaten. Der Brief sei eine Zeitenwende, so Willsch, denn bisher waren die reicheren Nordländer zumeist von Deutschland und Großbritannien vertreten worden. Jetzt lasse sich die deutsche Europapolitik in die „Hände von Macron fallen“.

Parteien: Lichtblicke beim Wähler und Ausblicke auf 32 Jahre weibliche Kurzhaarfrisur

„39 Prozent der FDP-Wähler begrüßen, dass die AfD im Bundestag vertreten ist“, titelt „Philosophia Perennis“ unter Berufung auf die „Junge Freiheit“. Bei den Linken seien es immerhin 24 Prozent. Über die Einstellungen der Altparteiwähler zur neuen Opposition werden keine Angaben gemacht. Berger verweist auf eine weitere Umfrage, die deutlich macht, wie die verzerrte mediale Wahrnehmung und Darstellung unser Denken beeinflusst. Das Meinungsforschungsinstitut INSA fand bereits 2017 heraus, dass sogar 74 Prozent der Grünen-Wähler für eine Abschiebung krimineller Asylbewerber seien. Bei den Linkswählern (86 Prozent) und den Anhängern der Großen Koalition (90 Prozent) lag der Anteil noch höher.

Selbst in der CDU ist man mit Merkels Kurs immer unzufriedener. Es könnte sich etwas wie ein hauchzarter Mikroputschversuch entwickeln. Die „Junge Freiheit“ berichtet über die Forderung des MdB Uwe Schummer, der „auf dem Parteitag 2020 ein Zeichen des Übergangs“ erwarte. Mit der Berufung Annegret Kramp-Karrenbauers zur Generalsekretärin habe Merkel selbst bereits ein entsprechendes Signal gesetzt. Für Schummer bringe Kramp-Karrenbauer „eine Aufbruchsstimmung in die CDU wie einst Heiner Geißler“, so die „Junge Freiheit“.

Sozialismus: Kommunistische Regression

Nicht nur in den regionalen Nachrichten ließ ein neues Trierer „Ampelmännchen“ die Wellen höher schlagen. Kath.net veröffentlicht einen Gastkommentar des Kaplans Thomas de Beyer zum neuen Ampelmann, einem marschierenden Karl Marx. Anlässlich des 200. Todestages des bekanntesten Trierers verewigte die Stadtverwaltung Marx‘ niedliche Silhouette auf einer Ampel. De Beyer kritisiert die Berichterstattung der „Tagesschau“ und bezeichnet Marx als „Vordenker des Massenmordes“. „Wie sollen wir dies den Eltern erklären, deren Kinder in Gefängnissen des damaligen Ostblocks verschwunden sind? Wird die österreichische Stadt Braunau demnächst auf die Idee kommen, ein Hitler-Ampelmännchen zu installieren?“, so de Beyer auf kath.net.

Dass der moderne Internationalsozialismus mit dem Islam paktiert, ist wahrlich keine neue Sache. Trotzdem sind derart offene Bekenntnisse sogenannter Intellektueller oder Millionenerben noch nicht an der Tagesordnung. „Compact Online“ berichtet über den Champagnerlinken Jakob Augstein. Augstein im Wortlaut: „Das Problem sind nicht die Muslime, das Problem sind die Deutschen. Wir haben doch kein Problem mit den Muslimen. Wir haben ein Problem mit Deutschen, die unsicher sind, die Angst haben, die politisch durchdrehen.“ Damit stelle sich der „Ex-Martin-Schulz-Bejubler“ in eine Tradition mit dem Altbundespräsidenten Gauck, der vor zwei Jahren bekanntgab, die Eliten seien nicht das Problem, sondern die Bevölkerung, so „Compact Online“.

Trotz der langsamen Liberalisierung der chinesischen Wirtschaft zeigt der ostasiatische Riese, dass er in puncto Repression ganz vorne mit dabei ist. „Zuerst!“ verweist auf das neu entstehende „social credit system“ und die Schattenseiten der Datenvernetzung. In Zukunft sollen Chinesen, die sogenannte „Missetaten“ begangen haben, vom Zug- und Flugverkehr ausgeschlossen werden können. Wer nicht am sozialen Kreditsystem teilnehmen möchte, hat dennoch Nachteile zu befürchten, so „Zuerst!“. Kritiker erwarten ein umfassendes Überwachungssystem der chinesischen Bürger.

„Contra-Magazin“: „Gaddafi-Mörder Sarkozy wegen ‚Libyen-Verbindungen‘ vor Gericht“

„Tichys Einblick“: „Deutschland zahlt alles, bis es nicht mehr kann“

„Zur Zeit“: „Ist Grün das neue Orange?“

„Philosophia Perennis“: „39 Prozent der FDP-Wähler begrüßen, dass die AfD im Bundestag vertreten ist“

„Philosophia Perennis“: „Repräsentative INSA-Umfrage: Deutsche für dauerhafte Grenzkontrollen“

„Junge Freiheit“: „CDU-Politiker: Merkel soll Parteivorsitz bis 2020 abgeben“

Kath.net: „Das Seufzen der 90 Millionen Toten“

„Compact Online“: „Jakob Augstein: ‚Nicht der Islam, die Deutschen sind das Problem‘“

„Zuerst!“: „‚Social credit system‘ offenbar vor dem Einsatz: Flug- und Fahrverbote für registrierte ‚Missetäter‘“

Zusammenstellung: Florian Müller


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