21. März 2018

Alternative Presseschau (Radio)Kinder. Verdunklung. Wirtschaft. Freiheit.

Deutschsprachige Altrocker verprellen Fans

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Bildquelle: shutterstock Santiano als „Merkel-Knechte“ geoutet: Altrocker erleiden Schiffbruch

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Kinder: Förderungen und Forderungen

Das „Contra-Magazin“ meldet: „Kindergeldzahlungen an ausländische Konten seit 2010 fast verzehnfacht“. Insgesamt seien im Jahr 2017 343 Millionen Euro ins Ausland überwiesen worden. Insgesamt empfingen 215.000 Kinder, die nicht im Hoheitsgebiet der BRD leben, die staatliche Unterstützung. Darunter seien lediglich 34.000 deutsche Kinder. Die AfD fordert auf, diese Zahlungen zu kürzen oder zu beenden. Es sei dem Steuerzahler nicht vermittelbar, warum er Geld an ausländische Kinder überweisen soll, die im Ausland leben, so das „Contra-Magazin“ unter Berufung auf eine Kleine Anfrage der Alternative im Bundestag.

In den Staaten liegen die Studenten zumeist sich selbst auf der Tasche. Dass dieses liberale Prinzip leider auch nicht gegen geistige Degeneration hilft, berichtet „Compact Online“. Laut einer aktuellen Umfrage befürworten 53 Prozent der Studenten das Einschränken der Meinungsfreiheit zum Zwecke der Vielfalt. 37 Prozent gaben an, dass das Niederbrüllen eines politisch unkorrekten Redners in Ordnung sei. „Compact“ urteilt: „Bislang hat jede Diktatur ihr ‚Ideal‘ gefunden, für das die jeweilige Generation freudig ihre Grundrechte in den Müll warf.“

Dass Kinder, die zu Hause erzogen wurden, später für mehr Meinungsfreiheit kämpfen, ist eine gewagte These. Trotzdem setzt sich Sylvia Pantel (CDU) auf kath.net für eine „echte Wahlfreiheit“ zwischen staatlicher und privater Kinderbetreuung ein. Der Staat unterstütze die Arbeit der Kindertagesstätten derzeit mit 1.500 Euro pro Kind, im Falle der Selbstbetreuung solle der Staat dies in gleicher Höhe an Familien und qualifizierte Tagesmütter auszahlen, fordert Pantel. Wie sich dieser nette Gedanke in Zeiten des Sozialstaatstourismus und der Zuwanderung gebärfreudiger Damen auswirkt, kann sich jeder selbst vorstellen.

Verdunklung: Deutschland und Japan

Die „Achse des Guten“ greift die Verdunklungs- und Pauschalisierungsthematik auf. Jahrelang habe es niemanden interessiert, wenn man aufgrund seines Verhaltens, seiner Herkunft oder seiner Zugehörigkeit zu einer Gruppe verurteilt wurde. Zu den Leidtragenden zählen Mallorca-Urlauber, Mitglieder von Schützenvereinen oder aktuell vor allem die Sachsen. Gruppenbezeichnungen seien vollkommen normal, nur wenn es sich um Kriminalität seitens der Zuwanderer drehe, herrsche Schweigen. Der Deutsche Presserat verschleiere mit seiner Richtlinie, nach der nur bei begründetem öffentlichem Interesse die Volkszugehörigkeit angegeben werden soll, die Realität und bewege sich an der Grenze zur Verdunklungsgefahr, so Wolfgang Röhl auf der „Achse“.

In Japan besteht hinsichtlich der Hautfarbe, aber auch der Kriminalitätsstatistik kaum Verdunklungsgefahr. Die „Junge Freiheit“ berichtet über zwei Syrer, die bereits im Jahr 2013 nicht als Flüchtlinge in Japan anerkannt wurden. Ein Gericht in Tokio urteilte jetzt, dass die Ablehnungen rechtens waren. Trotz der Angaben der Kläger, dass bei der Rückkehr nach Syrien ihr Leben bedroht sei, erfüllten sie nicht die Voraussetzungen, als Flüchtlinge anerkannt zu werden. Das Gericht zog die vermuteten Repressionen eines der Kläger zudem in Zweifel. Insgesamt wurden im Jahr 2017 20 von 19.629 Asylanträgen bewilligt, schließt die „Junge Freiheit“.

Wirtschaft: Zombiebedrohung

Bereits vor fast 80 Jahren beschrieb Joseph Schumpeter den Begriff der „schöpferischen Zerstörung“, bei der eine Volkswirtschaft nach und nach die unrentablen Unternehmen aussortiert und das dadurch freigewordene Kapital wieder in den Markt einspeist. Auf „Novo“ kritisiert Alexander Horn ausführlich das Ausbleiben dieses Prozesses. Im „Zombieland Europa“ würden ganze Branchen am Leben erhalten, die in einer freien Marktwirtschaft sofort in sich zusammenfallen würden. Dazu zählten nicht nur die direkten Subventionen, sondern auch der günstige Preis für neues Kapital. „Trotz des wirtschaftlichen Einbruchs, den die Finanzkrise ausgelöst hatte, wurde kaum eine wirtschaftliche Bereinigung zugelassen“, so Alexander Horn auf „Novo“.

Freiheit: Norddeutschland

Am 19. März sprach die „Merkel muss weg“-Initiatorin Uta Ogilvie bei der AfD in Hamburg zum Thema „Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden“. David Berger stellt auf „Philosophia Perennis“ den halbstündigen Vortrag Ogilvies vor.

Für die Freiheit kämpfen auch die deutschsprachigen Altrocker Santiano. Die sind aber bei einigen Fans mittlerweile unten durch. Yorck Tomkyle berichtet auf „PI-News“ über ihre politische Stellungnahme bei einem Konzert in Leipzig. Leadsänger Björn Both laut Tomkyle: „Es gebe auch bei uns im Parlament inzwischen eine Partei – die AfD –, die die Freiheit gefährde, und gegen diese Soße, diese Arschlöcher, gelte es, die Freiheit zu verteidigen.“ Dass bei Zuschauern mit einem Altersschnitt von 50 Jahren, die deutschsprachigen Rock gemischt mit Shantys und Volksliedern mögen, auch der ein oder andere AfD-Anhänger im Publikum gewesen sein wird, störte Santiano anscheinend nicht. Autor Tomkyle schließt ab: „Auch wenn Sie es nicht hören wollen, Herr Both: Jeder AfDler, der sich von Leuten wie Ihnen bespucken lässt, um für die Freiheit dieses Landes einzustehen, ist sicher viel weniger Arschloch als jemand, der sich dafür feiern lässt, sinnlose Parolen abzusondern, die seine Plattenfirma gerne von ihm hören will.“

Das letzte Wort

Auf der Facebook-Seite von Santiano geht es hoch her. Es beharken sich linke Santiano-Anhänger, die sich als echte Fans bezeichnen, mit rechten Ex-Fans, die ihren Unmut kundtun. Bernhardine schreibt: „Keine weiteren Besuche mehr! Habe unsere Karten gemütlich beim Bier im Kreise unserer Freunde im Kamin verbrannt. Für linksversiffte Verstrahltheit von uns keinen Cent mehr. Oberpeinlich, diese schleimenden Merkel-Knechte, die sich anmaßen, ihre zahlenden Besucher aus AfD-Wählern zu beleidigen.“

„Contra-Magazin“: „Kindergeldzahlungen an ausländische Konten seit 2010 fast verzehnfacht“

„Compact Online“: „Umfrage: US-Studenten wollen ‚Vielfalt‘ statt Meinungsfreiheit“

Kath.net: „Wahlfreiheit für junge Eltern – der Pakt für junge Familien“

„Achse des Guten“: „Willkommen in Verdunkelungsdeutschland“

„Junge Freiheit“: „Syrer scheitern mit Asylgesuchen in Japan“

„Novo“: „Zombieland Europa“

„Philosophia Perennis“: „Uta Ogilvie: ‚Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden!‘“

„PI-News“: „Santiano oder wie man die Freiheit kielholt“

Zusammenstellung: Florian Müller


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