19. März 2018

Alternative Presseschau (Radio)Putin. Rechte. Sprengstoff.

Buttersäure für die Mutti?

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Bildquelle: shutterstock Ganz schön hartnäckig: Maulwurf bei den Eltern eines linken Bombenbauers

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Putin: Neue Amtszeit – alte Vorwürfe

Noch vor den endgültigen Wahlergebnissen zur russischen Präsidentschaftswahl schätzt Marco Maier vom „Contra-Magazin“ die internationalen Beziehungen ein. Für ihn gehe Russland mit dem Westen zu nachsichtig um. Seitdem Washington, Brüssel und Co bemerkt hätten, dass Putin keine käufliche Marionette sei, sei der Kalte Krieg erneut losgegangen. Von Seiten Russlands versuche man noch immer, eine Außenpolitik zu vertreten, in der man „der gute Nachbar“ sei. Präsident Putin müsse sich endlich gegen diese dauerhaften Anfeindungen des Westens mit aller Vehemenz zur Wehr setzen, so Maier im „Contra-Magazin“.

Auch auf „Compact Online“ äußert man sich zum Verhältnis mit Russland im Vorfeld der Wahl. Jürgen Elsässer appelliert an die Deutschen, sich einige Dinge ins Gedächtnis zu rufen. So zum Beispiel die Opfer in Stalingrad, auf deutscher wie russischer Seite. Die Russen seien noch immer diejenigen, die den größten Blutzoll zahlen mussten, den Deutschen aber bereits früh vergeben haben. Selbst Stalin habe die Kollektivschuldthese früh abgelegt. Jeder anständige Deutsche habe zudem die Pflicht, der Kriegshetze gegen Putin zu widerstehen und zu widersprechen, so Elsässer auf „Compact Online“.

Die „Freie Welt“ schätzt die Wahl Putins zum russischen Präsidenten ein. 77 Prozent Zustimmung bei einer vergleichsweisen hohen Wahlbeteiligung von 67 Prozent „dienen als Indikator“ für eine weitreichende Unterstützung Putins. Die Hinweise der deutschen Mainstreammedien auf Wahlbetrug basieren fast alle auf Aussagen der sogenannten „Golos“, so die „Freie Welt“. Dies seien offiziell neutrale Wahlbeobachter, die bei näherem Hinsehen vom National Democratic Institute for International Affairs bezahlt werden, in das der US-Milliardär George Soros in der Gründungsphase „mehrere Millionen Dollar pumpen ließ“, so die „Freie Welt“.

Während der Abstimmung zur russischen Präsidentschaftswahl geisterten mehr und mehr Vorwürfe durch das Netz, bei der Stimmabgabe habe es Manipulationen gegeben. Was sagen die Russen selbst dazu? Dies sei seit 2004 nichts neues, so „Russia Today Deutsch“. Die Mainstreammedien vermischten vor allem Berichterstattung und Meinung und schüfen so ein russlandfeindliches Bild. Beim aktuellen Wahlergebnis Putins habe es sich allerdings um einen „Erdrutschsieg“ gehandelt, so „RT Deutsch“. Von der „Washington Post“ bis zu Ursula von der Leyen mache man gegen Putin mobil, die „Bild“-Zeitung ging soweit, zu behaupten, es sei „absurd gewesen, von einer Wahl zu sprechen“, kritisiert „RT Deutsch“.

Rechte: Lesen, Sprechen, Blockieren

Die samstäglichen Tumulte auf der Leipziger Buchmesse werden den Rechten von den Mainstreammedien in die Schuhe geschoben. Zumindest indirekt. Auf der „Sezession“ greift Götz Kubitschek die unsaubere Berichterstattung der „Welt“ an und legt seine Sicht der Dinge dar. Dem linken Establishment sei vor allem daran gelegen, „über“ die Rechten und nicht mit den Rechten zu reden. Störungen kamen bereits zu Beginn von der linken Seite, die Rechten hielten sich zurück und lauschten den Lesungen des Verlags, so Kubitschek.

Nachdem Martin Sellner am Londoner Flughafen an der Einreise gehindert wurde, hat die Geschichte nun ein halbwegs gutes Ende. „Jouwatch“ berichtet, dass Tommy Robinson die geplante Rede Sellners an der Speakers‘ Corner im Hyde Park vortrug. „Jouwatch“ druckt die komplette Rede Sellners ab und verweist auf die fehlgeschlagene Strategie der britischen Regierung, die durch das Verbot und die Einschränkung der freien Rede an einem so geschichtsträchtigen Ort wie der Speakers‘ Corner die Aufmerksamkeit und das Interesse auf Sellners Rede gezogen habe.

Auch berichtet „Jouwatch“ über den Antrag der AfD-Fraktion, umfassende Grenzkontrollen einzuführen. Dieser wurde geschlossen von allen Mitgliedern der Altparteien abgelehnt. Lediglich in der CDU gab es drei Enthaltungen. Ein FDPler, den man kurze Zeit für einen aufbegehrenden Liberalrebellen hätte halten können, stimmte tatsächlich für den AfD-Antrag. Gelb-rosa Umdenken? Von wegen! FDP-Abgeordneter Martin Neumann sagte der Deutschen Presseagentur im Nachgang, dass es sich um ein Versehen gehandelt habe, so „Jouwatch“. In der Eile habe er die falsche Stimmkarte gegriffen.

In Großbritannien scheinen die Grenzkontrollen immer besser zu funktionieren. Zumindest gegenüber „Personen, die dem Gemeinwohl nicht zuträglich sind“. Die „Junge Freiheit“ meldet, dass Pegida-Chef Lutz Bachmann am Flughafen Stansted in Gewahrsam genommen und abgeschoben wurde. Bachmann gab auf seiner Facebook-Seite bekannt, dass er die Rede von Martin Sellner habe vorlesen wollen. Aus diesem Grund verlas Tommy Robinson selbst am Sonntag die Rede Sellners. Bachmann dürfe jederzeit wieder nach Großbritannien einreisen, so ein Beamter des Königreiches, dieses Mal durfte er wegen der angekündigten Veranstaltung Robinsons nicht ins Land gelassen werden, so die „Junge Freiheit“.

Sprengstoff: Rechte Maulwürfe

Am Wochenende war im thüringischen Rudolstadt eine nicht geringe Menge an Sprengstoff gefunden worden. Mehr als 100 Kilo Chemikalien und eine fahrbare Bombenwerkstatt. Die linke Regierung Thüringens wollte den Vorfall allem Anschein nach herunterspielen, so die „Junge Freiheit“; auf Druck der Opposition wurden am Sonntag letztendlich doch offizielle Ermittlungen aufgenommen. Einer der Verdächtigen sei in der linksextremen Szene unterwegs und gehöre dem Bündnis Zivilcourage und Menschenrechte an, so die „JF“.

Auch Vera Lengsfeld rollt die Geschehnisse um die linken Bombenbauer auf und verweist auf das Schweigen der Mainstreammedien. Zudem sei es normal, dass bei derartigen Funden, die in direktem Bezug zu politisch Aktiven stehe, sofort der Staatsschutz ermittle oder die Bundesanwaltschaft die Anklage erhebe. Die Staatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt seien, so Lengsfeld, wild entschlossen, die Ausflüchte der Beschuldigten zu glauben. Laut einem Täter sei der Grund für den Sprengstoff lediglich „der Kick“ gewesen, der andere Verdächtige verwies darauf, seiner Mutter einen Gefallen tun zu wollen. Buttersäure sei ein beliebtes Schädlingsbekämpfungsmittel gegen Maulwürfe. Lengsfeld schließt: „Nach den G20-Krawallen wurde von der Politik verkündet, man wolle die Finanzierung der Antifa stoppen. Geschehen ist seitdem nichts.“

„Contra-Magazin“: „Russland ist mit dem Westen zu nachsichtig“

„Compact Online“: „Deutsche und Russen“

„Freie Welt“: „Putin hat Präsidentschaftswahl klar gewonnen“

„RT Deutsch“: „Westliche Presse: ‚Diktator‘ Putin gewinnt ‚gefälschte‘ Wahlen unter Nowitschok-Einfluss“

„Sezession“: „Leipziger Buchmesse – Antaios, Tumulte, Resonanz“

„Jouwatch“: „Speakers‘ Corner: Zehntausende hören Martin Sellners Rede weltweit“

„Jouwatch“: „AfD blitzt mit Vorstoß für umfassende Grenzkontrollen ab“

„Junge Freiheit“: „Großbritannien verweigert Pegida-Chef Bachmann die Einreise“

„Junge Freiheit“: „Thüringer Regierung nach Sprengstoff-Fund in Antifa-Szene unter Druck“

Vera Lengsfeld: „Hundert Kilo Sprengstoff für den Kick, Buttersäure für die Mutti“

Zusammenstellung: Florian Müller


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