16. März 2018

Alternative Presseschau (Radio)Krieg. Bellen. Konservatismus.

Rostock hat die schönste Uni Deutschlands

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Bildquelle: shutterstock Braucht sich nicht hinter Bäumen verstecken: Das Hauptgebäude der Uni Rostock ist Deutschlands schönste Alma Mater

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Von vielen Seiten befürchtet man das Ausbrechen eines dritten Weltkrieges. Seehofer beißt immer noch nicht, und selbst in Österreich macht man sich über einen angeblich konservativen Jens Spahn lustig.

Krieg: Der Westen gegen den Rest?

Im „Contra-Magazin“ bemerkt Marco Maier, dass die westlichen Eliten einen dritten Weltkrieg fordern. Russland, China und der Iran gelten als Hauptgegner. Dabei sei festzuhalten, dass die einfache Bevölkerung den Konflikt nicht suche. Die westlichen Machthaber müssen sich daher der Propaganda bedienen. Dabei halten sie sich offenbar an den deutschen Propagandaminister Joseph Goebbels, der 1942 in seinem Tagebuch vermerkte: „Ich kann wieder sehr viel lernen; vor allem, dass das Volk meistens viel primitiver ist, als wir uns das vorstellen. Das Wesen der Propaganda ist deshalb die Einfachheit und die Wiederholung.“ Genauso werde heute agiert, betont Maier, die Eliten simplifizieren und unterstellen, um ihre Ziele zu erreichen.

Nachdem Russland das Ultimatum verstreichen ließ, sich zum angeblichen Mordanschlag auf Sergei Skripal zu äußern, wies Großbritannien die russischen Diplomaten aus, so die „Epoch Times“. Anschließend reagierte Russland und schickte die britischen Diplomaten nach Hause. Skripal und seine Tochter, über deren Gesundheitszustand man überraschend wenig erfährt, liegen noch immer im Koma. Weitere Personen wurden wegen des Vorfalls behandelt, so betont die „Epoch Times“.

In der syrischen Region Afrin wird weiterhin gekämpft. Die genossenschaftliche „Junge Welt“ verweist auf die Verstrickungen Berlins in den Konflikt. Bundeskanzlerin Angela Merkel halte ihre schützende Hand über den „Überfall der Türkei“ auf Nordsyrien. Während der türkischen Militäroffensive wurden Waffenexporte in Höhe von 4,4 Millionen Euro an die Türkei genehmigt. Es rege sich allerdings zunehmend Widerstand im Land. In Marburg bemalten unbekannte Aktivisten die SPD-Parteizentrale, in Celle wurden die Scheiben eines Büros der Bundeswehr eingeworfen, berichtet die „Junge Welt“.

Bellen: Hunde, die nicht beißen

Horst Seehofer macht von seinen Reden reden. Der neue Bundesinnenminister betonte zuvor, der Islam gehöre nicht zu Deutschland, so berichtet kath.net. Die in Deutschland lebenden Muslime gehören allerdings zu Deutschland, die eigene Tradition dürfe man deshalb natürlich nicht ändern, so Seehofer gegenüber der „Bild“-Zeitung. Wie genau man sich vorstellen darf, dass Anhänger einer Religion irgendwo dazugehören, die Religion selbst allerdings nicht, lässt Seehofer offen.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko brachte beim Besuch des österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen einen historisch brisanten Vergleich. Beim Anschluss der Krim habe es sich um das moderne Pendant zum Anschluss Österreichs an Deutschland gehandelt, so Poroschenko. Für das Nachrichtenmagazin „Zuerst!“ ist die Analogie „historisch vollkommen zutreffend“, als „Angriff“ hätten die Bevölkerungen der Krim und Österreichs den Anschluss nicht empfunden. In beiden Fällen handle es sich vielmehr um erfolgreiche und völkerrechtlich legitime Volksabstimmungen, so „Zuerst!“.

Die Bewohner der Ostmark sehen das heute ganz anders. Zum Jubiläum „80 Jahre Anschluss“ charakterisiert Martin Lichtmesz aus österreichischer Sicht das Verhältnis zwischen den beiden Cousins. „Unter Österreichern ist es heute allgemeiner Brauch, seine Zugehörigkeit zum deutschen Volk vehement abzustreiten“, so Lichtmesz auf „Sezession“. Die Abgrenzung zu Deutschland sei eine Art der „Xenophobie“, die gesellschaftsfähig geblieben sei. Ganz so tragisch sei die Abgrenzung allerdings nicht. Dabei handle es sich eher um kleine Sticheleien, die „in der Familie“ bleiben würden, so Lichtmesz.

Ein wenig zahnlos wirken auch die Aufrufe der Etablierten, sich gegen die Demonstrationen in Kandel zu stellen. Die „Junge Freiheit“ berichtet zudem, dass nun auch prominente Stimmen sich mit den Gegnern der offenen Grenzpolitik solidarisieren. Diverse Publizisten unterzeichneten eine Erklärung, dass sie sich hinter die friedlichen Proteste gegen Merkels Politik stellen. Laut der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer missbrauchten „rechtsextreme Demonstranten“ den Mord eines Asylbewerbers an einer 15-jährigen Schülerin, um Hass zu schüren, so schließt die „Junge Freiheit“.

Konservatismus: Schein und Sein

Jens Spahn steht noch immer im linksrechten Kreuzfeuer. Selbst die Österreicher haben es auf den neuen deutschen Gesundheitsminister abgesehen. Die Zeitschrift „Zur Zeit“ fragt, was der Unterschied zwischen einem Operettenstaat und der Bundesrepublik sei. Der Operettenstaat habe noch „eine gewisse Ästhetik“. „An peinlichen Gestalten bietet Merkels Ensemble nicht nur eine ehemalige Assistenzärztin in der Rolle der Verteidigungsministerin, sondern auch einen Pharma-Lobbyisten, der jetzt den Gesundheitsminister spielen darf“, kritisiert „Zur Zeit“. Spahns Image als „christkonservativer, islamkritischer Macher“ werde spürbar aufgebauscht. Die aktuellen „Personalrochaden“ kenne man zudem nur aus sogenannten „shithole countries“.

Konservativen Ästhetizismus hat die Universität zu Rostock zu bieten. Die „Preußische Allgemeine Zeitung“ berichtet über einen vierten Platz im Londoner Magazin „Times Higher Education“ das jährlich die schönsten Hochschulen kürt. Hinter Bologna, Salamanca und Coimbra schaffte es die Uni Rostock mit ihrem überzeugenden Hauptgebäude, dem 150 Jahre alten Neorenaissancebau, auf den ersten deutschen Platz. Der Architekt Hermann Willebrand sei nach heutigen Einschätzungen der bedeutendste Architekt Mecklenburgs gewesen. Der Leitspruch der ehrwürdigen Universität lautet seit 1419: „Tradition und Innovation“.

„Contra-Magazin“: „Wir werden langsam in einen neuen Weltkrieg gedrängt“

„Epoch Times“: „Russlands Außenminister: Britische Diplomaten werden ausgewiesen“

„Junge Welt“: „Berlin mordet mit“

kath.net: „Seehofer: ‚Der Islam gehört nicht zu Deutschland‘“

„Zuerst!“: „Lamentös, aber richtig: Poroschenko vergleicht Krim-Referendum mit Österreich-Anschluss“

„Sezession“: „Österreich: Achtzig Jahre erstes Opfer“

„Junge Freiheit“: „Prominente Publizisten unterstützen Proteste gegen Flüchtlingspolitik“

„Zur Zeit“: „Der konservative Schein“

„Preußische Allgemeine Zeitung“: „Deutschlands schönste Alma Mater“

Zusammenstellung: Florian Müller


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