15. März 2018

Alternative Presseschau (Radio)Nazis. Kriminalität. Osteuropa.

Die Visegrád-Staaten gehen ihren eigenen Weg

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Bildquelle: shutterstock Osteuropa am Schraubstock: Die Visegrád-Staaten sehen sich als verlängerte Werkbank des Westens

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Fußballnazis und Büchernazis machen den Linken das Leben schwer. Immer mehr Schreckensmeldungen geistern durch den alternativen Äther. In Osteuropa geht man seinen eigenen Weg.

Nazis: Zwischen Buchmesse und Effzeh

In der „Jungle World“ blickt man in die Abgründe linksextremen Denkens. Autor René Loch berichtet über den Umgang mit sogenannten rechtsextremen Verlagen auf der kommenden Leipziger Buchmesse. Die demokratischen Parteien stellten sich zwar gegen die rechten Verlage, allerdings sei das Credo, man dürfe deren Auftritte nicht verbieten. Ähnlich sieht das auch die kommunistische Gruppe „The future is unwritten“. So viel Demokratie von linksaußen? Nein, das Kollektiv wolle selbst dafür sorgen, dass es „Stress gebe“. Götz Kubitschek, Verleger der neurechten „Sezession“, fasse den Artikel der „Jungle World“ als „Aufruf zur Gewalt“ auf und freue sich über „maximale Präsenz“ der Rechten, die in den Kommentarspalten der „Sezession“ gefordert werde.

Auch die etwas seriösere „Junge Welt“ kämpft gegen Nazis. Die Kölner Ultras der Südkurve machen wieder von sich reden. Neben diversem Fehlverhalten und internen Querelen entstehe seit Anfang der Saison eine neue Gruppe von Hooligans, die „Revolte 0221“. Dabei handle es sich nach Angaben der Polizei um Kampfsportler mit „stramm rechtsradikaler Ausrichtung“. Diese übten sich im Schulterschluss mit anderen Gruppierungen. Der Vorsitzende des Sportausschusses der Stadt Köln, Peter Kron, verwies auf die Führung des 1. FC Köln, die im Falle einer anwachsenden Hooligan-Szene nicht die Augen verschließen dürfe.

„Compact Online“ berichtet über eine Links-rechts-Verschiebung. Bisher galten Hausbesetzungen als Mittel der politischen Linken. Mit dem Beginn der Bewegung „Casa Pound“ fanden sich junge Rechte in Italien im Jahr 2003 zusammen und besetzten ein leerstehendes Verwaltungsgebäude in Rom, um ein Zeichen gegen Wohnungsnot und Mietwucher zu setzen. Heute habe Casa Pound über 6.000 Mitglieder und operiere flächendeckend. Der Erfolg der Bewegung fuße vor allem auf der Modernisierung der rechten Strategien in den 90ern. Die Aktivisten werden von links, wie auch vom Mainstream, hart attackiert, schließt „Compact Online“.

Kriminalität: Missbrauch, Muezzin und Messer

Zwei Jahre nach dem „Fall Rotherham“, bei dem 1.400 weiße Mädchen von pakistanischen Banden versklavt und sexuell missbraucht wurden, könnte ein ähnlicher Fall ans Tageslicht kommen. „Zuerst!“ berichtet über den aktuellen Fall, bei dem die Polizei bereits fünfmal die Ermittlungen begann und wieder abbrach. Ähnlich wie vor einigen Jahren vermutet man pakistanische Banden mit bis zu 200 Tätern im Hintergrund. Wieder seien gezielt weiße, minderjährige Mädchen die Opfer des Pädophilenrings gewesen. Eine Sprecherin der Hilfsorganisation für Missbrauchsopfer schildert, dass die Polizei nicht „ausreichend dazu in der Lage sei“, die Täter zu fassen, da es sich um „ethnische Minderheiten oder reisende Völker“ handle. Die deutschen „Qualitätsmedien“, so „Zuerst!“, hüllten sich in Schweigen.

In Nordrhein-Westfalen klagt eine Stadt gegen ein Verbot des Muezzins. Wie es zu dieser grotesken Situation kommen konnte, berichtet die „Junge Freiheit“. Die Stadt Oer-Erkenschwick habe Berufung gegen ein Urteil des Verwaltungsgerichts eingelegt, das einem 69-jährigen Oer-Erkenschwicker recht gegeben hatte, der sich durch den lauten Gesang in seinem christlichen Glauben herabgesetzt sah. Die CDU-geführte Stadt, so die „Junge Freiheit“, sehe in dem Urteil inhaltliche Fehler. Der klagende Rentner hatte unter anderem eingeräumt, die Rufe zuletzt vor mehreren Jahren wahrgenommen zu haben.

Die täglichen Messerattacken fallen selbst Konsumenten alternativer Medien immer weniger auf. In Flensburg wurde die 17-jährige Mireille von einem afghanischen Flüchtling erstochen. David Berger auf „Philosophia Perennis“ bestätigt das gängige Muster. Der Mörder stand der Getöteten sehr nahe, es habe regelmäßig lauten Streit gegeben. Zudem ging Mireille vor einem Monat immer häufiger mit einem Kopftuch vor die Tür, wie ein Nachbar beobachtete. Berger sieht die Schuld bei Merkels Flüchtlingspolitik. „So wie sich die bundesdeutsche Bevölkerung an Merkel gewöhnt hat, wird sie sich über die Zeit vermutlich auch an solche Vorfälle gewöhnen“, kommentiert er auf „Philosophia Perennis“.

„PI-News“ fasst die Entwicklung zynisch zusammen: „Berlin, du hast es messer!“ „Die größte Messer-Fachkraft-Importeurin-aller-Zeiten“ habe „heute wieder ihren traditionellen Amtsmeineid geleistet“, so Autor David Deimer. Auch gebe es erschreckend neue „Mess-Werte“ aus der Messerhauptstadt. In Berlin habe es im vergangenen Jahr 2.737 Messerangriffe gegeben, das entspreche sieben Angriffen pro Tag. Zudem sei jeder fünfte Täter jünger als 21 Jahre alt gewesen. Auf die Nationalitäten der Täter spielt „PI-News“ lediglich an: „‚Edgar H.‘ gab zu, das 14 Jahre alte Mädchen Keira nach alter deutscher Sitte mit mehreren Messerstichen in der Wohnung ihrer Eltern getötet zu haben.“

Osteuropa: Erfolgreich neben der Spur

Auf „Novo“ berichtet Autor Jan Opielka ausführlich über die „Ost-Europäische Union“ und ihren Konflikt mit dem Westen. „Die Visegrád-Staaten Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn ticken anders“, so Opielka, weshalb sie mit Macrons „Erweckung Europas“ wenig anfangen können. Der Fokus der osteuropäischen Staaten liege auf dem Nationalstolz, einer Anti-Brüssel-Linie und einer Abschottungspolitik gegenüber Einwanderung und politischer Integration. Seit dem Ende des Ostblocks seien die Visegrád-Staaten nur „verlängerte Werkbänke ausländischer Konzerne“ gewesen. Die Regierungen versuchen zudem, stärker in den Markt einzugreifen, um die nationalen Wirtschaftszweige zu stärken, so Opielka auf „Novo“.

Die Wirtschaft der ostmitteleuropäischen Staaten boomt. „Ortner Online“ verweist auf einen Artikel der „Neuen Zürcher Zeitung“, die vom riesigen Wirtschaftswachstum der östlichen EU-Länder spricht. Zum zweiten Mal in Folge liege die Wachstumsrate bei über vier Prozent. Das Geld komme zudem bei den Menschen an – die Reallöhne seien um rund fünf Prozent gestiegen, so die „NZZ“. Die Arbeitslosigkeit sinke allerorts, und es entstehe ein Fachkräftemangel in den Visegrád-Staaten. Wenigstens ist die deutsche Flüchtlingspolitik für irgendetwas gut – Ungarn, Tschechien und Co wissen jetzt, wie man einen Facharbeitermangel am schlechtesten löst.

„Jungle World“: „Rechtsextrem und meinungsfrei“

„Junge Welt“: „Kölner Rechtskurve“

„Compact Online“: „Lo spirito di Roma“

„Zuerst!“: „Neuer Massen-Missbrauchsskandal in England: 200 pakistanische Täter, 1.000 weiße junge Mädchen sind Opfer“

„Junge Freiheit“: „Stadt klagt gegen Muezzinruf-Verbot“

„Philosophia Perennis“: „Flensburg: Afghane soll 17-jährige Mireille erstochen haben“

„PI-News“: „Berlin, du hast es messer!“

„Novo“: „Die Ost-Europäische Union geht ihren eigenen Weg“

„Ortner Online“: „Der zweite Boom in Ostmitteleuropa“

„Neue Zürcher Zeitung“: „Ostmitteleuropa erlebt einen wirtschaftlichen Höhenflug“

Zusammenstellung: Florian Müller


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