12. März 2018

Alternative Presseschau (Radio) Folge 4Sellner. Keira. Sergei. Kirche.

Auch Vertreter der katholischen Kirche öffnen sich einem Wandel

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Bildquelle: shutterstock Katholische Kirche im Wandel: Doch keine Klage gegen Homo-Ehe

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Sellner: Gedankenverbrechen geahndet

Martin Sellner wurde am Londoner Flughafen festgehalten. Laut diversen Medienberichten sollte Sellner an der Speakers‘ Corner im Hyde Park zur „Meinungsfreiheit in der modernen Welt“ sprechen. Das Nachrichtenmagazin „Zuerst!“ berichtet, dass die britischen Behörden Sellner unterstellten, er stachle zu Rassenhass auf. Der stellvertretende Leiter der österreichischen Identitären reagierte empört auf die Festsetzung, so „Zuerst!“.

Auch die „Junge Freiheit“ greift die Verhaftung Sellners auf. Zudem plante Sellners Freundin, Brittany Pettibone, ein Interview mit dem umstrittenen britischen Journalisten und ehemaligen Leiter der English Defence League Tommy Robinson. „Gerade an den Rändern des Sagbaren beweist es sich, ob Meinungsfreiheit wirklich gegeben ist“, betont IBÖ-Vize Luca Kerbl.

In der „Sezession“ berichtet Martin Lichtmesz über den Vorfall und verweist auf weitere Pressestimmen. Zudem hatte Sellner in einer ersten Stellungnahme übermitteln können: „Dass das Vereinigte Königreich den Einwanderern seine Grenzen öffnet, aber gleichzeitig kritische Meinungen aussperren will, hilft nur dem Wachstum der schweigenden Mehrheit, die mit dieser Politik der Regierung nicht übereinstimmt.“ Zudem sei Pettibones Festnahme vermutlich illegal, da es sich bei ihr um eine US-amerikanische Staatsbürgerin mit Visum handle.

Mittlerweile kündeten diverse alternative Quellen vom nächsten Vorfall in Großbritannien. Die kanadische Reporterin Lauren Southern wurde in Calais wegen „Rassismus“ verhaftet und an der Einreise ins Vereinigte Königreich gehindert, so „Jouwatch“ am Morgen. In einem Abschiebungsbescheid wurde Lauren Southern als „Bedrohung für die fundamentalen Interessen der Gesellschaft“ eingestuft. Tommy Robinson vermute zudem, dass Southern nicht nur aus Großbritannien, sondern auch aus Europa abgeschoben werde.

Keira: Woher stammt der Mörder?

Im Mordfall Keira G., der seit einigen Tagen durch die Medienlandschaft geistert, ist man einen Schritt weiter. Der dringend tatverdächtige Ex-Freund der 14-Jährigen wurde von der Polizei gefasst, so berichtet „Compact Online“ am Sonntag. Die Zeitschrift bewertet die Informationspolitik der Polizei als eigenartig, bereits kursierende Informationen nicht zu bestätigen und oder ihnen entgegenzutreten. Im Netz vermutete man, aufgrund der bestialischen Messerattacke, einen südländischen Migranten. Die Polizei bat um das Unterlassen jeglicher Spekulationen. Auch die etablierten Medien stellten sich gegen die sogenannten Verschwörungstheorien aus dem Netz. Bereits früh stand allerdings fest, dass die Polizei aufgrund eines Handyfotos Aussehen und Namen des mutmaßlichen Täters kannte. Trotzdem wurde keine öffentliche Fahndung eingeleitet. „Welche ermittlungstaktischen Gründe stehen dem entgegen?“, fragt „Compact Online“.

Sergej: Giftanschlag auf Geheimdienstler

Vollkommen ausgeblendet wurde der Giftanschlag auf den russischen Emigranten Sergei Skripal in Großbritannien. Bisher vermutet man, dass Skripal und seine Tochter auf einem Spaziergang dem Nervengas VX ausgesetzt wurden, so das „Contra-Magazin“. Skripal, ehemaliger Oberst des Militärgeheimdienstes GRU, wurde 2006 von Russland des Verrats für schuldig befunden, landete im Gefängnis und konnte später nach Großbritannien ausgetauscht werden. Mainstream-Medien und die britische Politik gehen von einer „Bestrafung“ des untreuen Skripal durch die russischen Geheimdienste aus. Autor Finian Cunningham betont, dass die wirkliche Ähnlichkeit zwischen den Fällen Sergei Skripal und Alexander Litwinenko die zynische Art und Weise sei, wie die britischen Behörden sie für antirussische Propaganda ausnutzten, so Cunningham im „Contra-Magazin“.

Kirche: Wandel durch Annäherung?

Auf dem Portal „Jouwatch“ verweist Hans Mundi auf den Nachruf Roland Kochs auf den verstorbenen Kardinal Lehmann. Dieser lese sich wie ein Nachruf auf unsere Gesellschaft. Die aktuelle Entwicklung hin zu einer säkularisierten Gesellschaft sei nicht nur fragwürdig, sondern auch gefährlich. „Die Deutschen neigen zur hypermoralischen Pose eines vermeintlichen Siegers“, so Mundi, obwohl schon vor Jahrzehnten Persönlichkeiten wie Peter Scholl-Latour auf die Bedeutung des Christentums für Zivilisation und Humanismus hingewiesen hatten. „Man muss eben nicht gleich vollkommen gläubiger Christ sein. Denn es reicht schon, die innere Sympathie für jene Werte, welche durch das Christentum maßgeblich geprägt wurden, zu bewahren und kultiviert zu leben“, schließt Hans Mundi auf „Jouwatch“.

In der evangelischen Zeitschrift „idea“ ärgert man sich über einen Farbanschlag der Antifa. In Leipzig sei eine Fassade der Leipziger Gemeinde der Freikirche TOS (Tübinger Offensive Stadtmission) mit rosa Farbe beschmiert worden. In einem offenen Brief wandte sich das Pastorenehepaar der Gemeinde an die Täter. Man sei überrascht von so viel Zerstörungswut. Man vermute zudem, dass der Anschlag Teil einer feministischen Kampagne gegen Abtreibungsgegner war. Die Pastoren betonen in ihrem Schreiben, dass die Gottesdienste der TOS zu 50 Prozent von Frauen gehalten werden. Dass man mit einer solchen Begründung den linken Faschisten in die Hände spielt und sich lächerlich macht, ist den Opfern anscheinend nicht klar. Es wirkt so, als ob die TOS Leipzig sich freiwillig einer Frauenquote unterwirft und mit dem Finger auf andere Gemeinden und Institutionen zeigt, die einen höheren Männeranteil haben.

Auf kath.net berichtet man über die nun doch nicht anstehende Verfassungsbeschwerde gegen die Homo-Ehe. Nach einem Gutachten, so kath.net, wurde bescheinigt, dass „selbst Repräsentanten der katholischen Kirche dabei seien, sich vorsichtig einem Wandel zu öffnen“. Was genau der „Wandel der Repräsentanten einer christlichen Institution“ mit der Verfassungsmäßigkeit der staatlichen Eheschließung zu tun hat, bleibt weiterhin offen. Horst Seehofer hatte unmittelbar nach der Einführung der Homo-Ehe mit einer Verfassungsklage gedroht, so kath.net. Zu Horst Seehofers berüchtigter „Bell-Politik“ braucht man auch keine Silbe mehr zu verlieren.

„Zuerst!“: „Grenzen für die Meinungsfreiheit: Großbritannien lässt ‚Identitären‘-Chef nicht einreisen“

„Junge Freiheit“: „Identitäre Bewegung verurteilt Festnahme von Martin Sellner“

„Sezession“: „Martin Sellner und Brittany Pettibone in England verhaftet“

„Jouwatch“: „EIL – London Has Fallen: Lauren Southern in Calais verhaftet“

„Compact Online“: „Mordfall Keira G.: Tatverdächtiger festgenommen!“

„Jouwatch“: „Wort zum Montag: Merkels wertlose Gesellschaft“

„idea“: „Erneuter Farbanschlag auf Freikirche“

Kath.net: „Ehe für alle – Gutachten erwähnt Wandel in katholischer Kirche“

Zusammenstellung: Florian Müller


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