02. März 2018

Alternative Presseschau Russland. Fortschritt. Familie.

Putin als Hacker

von Redaktion Presseschau

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Bildquelle: shutterstock Wladimir Putin: Kopf der russischen Hackergruppe „Snake“

Nach einer gewissen Durststrecke steht Russland wieder im Zentrum der Aufmerksamkeit. Deutschland hinkt im internationalen Vergleich mittlerweile hinterher. In puncto Familie gibt es harsche Kritik.

Russland: Snake hackt Deutschland – Befehl von Putin!

In der genossenschaftlichen Zeitschrift „Junge Welt“ scheint man sich noch immer nicht ganz sicher zu sein, was man von Wladimir Putin halten solle. Für Reinhard Lauterbach ist die Quintessenz, dass Putin dem Westen „Kontra gebe“. Nicht nur ein neuartiges Raketensystem wurde entwickelt, auch im volkswirtschaftlichen und sozialen Sinne scheint es in Russland bergauf zu gehen. Dass die politischen Pläne Putins mit seiner angestrebten vierten Amtszeit harmonieren, sei allerdings kein Zufall, so Lauterbach in der „Jungen Welt“.

Das war es aber auch schon mit der neutralen Berichterstattung. Denn: Erneut wurde in die Datennetze des Bundes eingebrochen. „RT Deutsch“ verweist auf den Vorfall, der von der gleichen „Hacker-Gruppe“ begangen worden sein soll wie der Angriff auf den Bundestag im Jahr 2015. Sie ahnen es bereits: Russen. Der Name des Netzwerkes, „ATP28“, sei bereits bei der vergangenen Bundestagswahl aufgetaucht. De Maizière glaube an russische Manipulationsversuche. Deutsche Sicherheitskreise seien überzeugt, dass die Eindringlinge im Auftrag eines fremden Staates handelten, ergo aus Russland stammten. Wie immer liest sich die Einschätzung der deutschen Politiker, als säße Putin höchstpersönlich mit schwarzem Trainingsanzug vor einem grün flackernden Bildschirm.

Auf „Epoch Times“ greift man ebenfalls den Datenklau auf. Da man dort mittlerweile Artikel von der Deutschen Presseagentur (dpa) einkauft, ist es wenig verwunderlich, dass aus dem langweiligen Namen „ATP28“ die russische Hackerorganisation „Snake“ wurde. Wenig verwunderlich ist es ebenso, dass in der Meldung nur die Meinungen der etablierten Parteien dargestellt werden. Stellungnahmen aus Kreisen der AfD, die die Verantwortung für die fehlende Sicherheit bei der Regierung und Angela Merkel sehen, sucht man vergeblich.

Die Vereinigten Staaten wissen wie immer, wer der Übeltäter ist. Deshalb sollen die Sanktionen gegen Russland noch weiter verstärkt werden, so berichtet „Zuerst!“ und verweist auf einen russischen Politologen, der vermutet, dass die neuen Strafmaßnahmen sich gegen die sogenannte „Kreml-Liste“ wenden werden. Darauf stehen einflussreiche Politiker aus dem direkten Umkreis der russischen Regierung. Vorherige Sanktionen, die zumeist gegen Wirtschaft und Bevölkerung gerichtet waren, hatten wenig Wirkung gezeigt. Der Rückhalt der Bevölkerung gegenüber dem Kurs des russischen Präsidenten sei zu groß gewesen.

Dass Russlanddeutsche bevorzugt AfD wählen, steht seit längerem im Fokus der Öffentlichkeit. Selbst die AfD wirbt mittlerweile gezielt um Mitglieder aus dem ehemaligen Ostblock. Das evangelische Portal „idea“ greift eine ARD-Dokumentation über Russlanddeutsche „zwischen Politik und Populismus“ auf. Laut dem russlanddeutschen Theologen Heinrich Derksen zeichnet der Film ein überzogenes Bild. Russlanddeutsche haben bei der vergangenen Bundestagswahl zu 14 Prozent AfD und zu 30 Prozent CDU gewählt. Damit lägen sie genau im gesellschaftlichen Durchschnitt, betont Derksen. Auch die Nähe zu Putin habe ein typisches Klischee bedienen wollen. Hinsichtlich des Glaubens sei die Darstellung ebenfalls verzerrt gewesen.

 
Fortschritt: Bremsklötze statt freier Fahrt

Auf der „Achse des Guten“ gibt sich Dirk Maxeiner in seiner neuen Reihe „Deutschland steigt aus“ fortschrittsfreundlich. Der Beginn der irrationalen Fortschrittskritik startete bei Joschka Fischers Entscheidung als hessischer Umweltminister, neusynthetisiertes Insulin nicht zuzulassen, so Maxeiner. Die Verzögerung kostete Milliarden, und Zuckerkranke mussten weiterhin auf Insulin aus Zuchttierhaltung zurückgreifen, das teilweise schwere Abwehrreaktionen hervorrief. Trotzdem seien die Technikverächter aus der Grünen-Politik und anderen Schäden nicht klug geworden. Sie besäßen ein „Resistenz-Gen gegen Lehren aus der Vergangenheit“, spottet Maxeiner.

Auf „Novo“ geht es wieder um die Entwicklung und den Fortschritt Afrikas. Der kenianische Ökonom James Shikwati sieht in der Entwicklungshilfe des Westens lediglich ein Instrument zur Sicherung der Vormachtstellung: „Die Entwicklungshilfe hat Afrika erfolgreich in einen gigantischen Supermarkt verwandelt, der Produkte reicher Nationen nach Afrika schleust. Gleichzeitig hat sie die Produktion neuer Güter und Dienstleistungen sowie die Fähigkeit zur Risikominderung auf dem Kontinent selbst eingeschränkt.“ Auch sei extremes Umweltschutzdenken für die Entwicklung nachteilig, trotzdem solle man die modernen Erkenntnisse über Umweltschutz nicht komplett ignorieren.

Familie: Vater- und kinderlos

Aus christlicher Sicht sollte die Meinung zur Abtreibung eigentlich klar sein. Doch der linksliberale Kurs der Union stiftet bei den Gläubigen immer häufiger Verwirrung. Kath.net zeigt, dass es auch noch konservative Christen in der Politik gibt, und interviewt die CSU-Bundestagsabgeordnete Silke Launert. Diese fordert, dass ein Schwangerschaftsabbruch in der Öffentlichkeit nicht als normal dargestellt werden dürfe. In ihrer jüngsten Rede war Launert viel Kritik entgegengebracht worden. Trotzdem stehe sie weiterhin zu einem Werbeverbot für Abtreibungen. Ein Schutz des Lebens sei ausdrücklich erforderlich, zumal es im Grundrecht gesichert sei. In diesem Sinne seien Forderungen von links nicht akzeptabel.

Auch ohne Abtreibung liegt in der „Keimzelle der Gesellschaft“ einiges im Argen. Marilla Slominski berichtet über den Täter des jüngst zurückliegenden Schulmassakers in den USA: Dieser habe, mit Wissen der Schule und der Behörden, sich sukzessive zu einem Psychopathen entwickelt. Dazu zählten körperliche Angriffe, regelmäßige Morddrohungen, Beleidigungen und Tierquälerei. Nicolas Cruz soll eine tickende Zeitbombe gewesen sein, so Slominski auf „Jouwatch“. Auch weisen immer mehr US-amerikanische Wissenschaftler und Journalisten auf eine Tatsache hin, die in der deutschen Waffenantipathie völlig untergeht: Die meisten der jugendlichen Attentäter seien in einem Haushalt ohne Vater aufgewachsen. Zudem lebten 63 Prozent der jugendlichen Selbstmörder ohne Vater oder väterliche Bezugsperson.

„Junge Welt“: „Putin gibt Kontra“

„RT Deutsch“: „Sondersitzung nach Hackerangriff: Sicherheitsdienste erheben ‚Fancy Bear‘ zum Mythos“

„Epoch Times“: „Hackerangriff läuft offenbar bereits seit Ende 2016 – Russland beschuldigt“

„Zuerst!“: „Wahlbeeinflussung geht auch umgekehrt: Neue Russland-Sanktionen sollen Stimmung gegen Putin machen“

„idea“: „ARD-Doku zu Spätaussiedlern stößt auf geteiltes Echo“

„Achse des Guten“: „Deutschland steigt aus (4): Sag zum Abschied leise Waldorf“

„Novo“: „‚Entwicklung muss von innen kommen‘“

Kath.net: „Launert: ‚Staat hat Schutzpflicht gegenüber dem ungeborenen Leben‘“

„Jouwatch“: „Schulmassaker in den USA: Die Folgen einer vaterlosen Kindheit“

Zusammenstellung: Florian Müller


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