23. Februar 2018

Alternative Nachrichten am Abend Bauwitterung. Syrien. Meinungsfreiheit. Eigenverantwortung.

Was uns am Abend des 23. Februar bewegt

von Nachrichtenredaktion ef

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Bildquelle: Familie Roland Baader/ef Helfen gegen Depression und Selbstentfremdung: Bücher von Roland Baader (1940-2012)

Keine Bauwitterung gegen rechts – Demokratische Aktivisten zeigen sich enttäuscht

Mittlerweile vergeht kein Tag mehr, an dem rechte Hetzer nicht für neue Schreckensmeldungen sorgen. Ihre inflationäre Vermehrung wäre ohne Unterstützung heimlicher Feinde der Gesellschaft jedoch nicht möglich. Besonders stark ausgeprägt ist dieses Phänomen etwa unter rein auf ihre Profitgier ausgerichteten kapitalistischen Gastwirten. Mutige demokratische Aktivisten schaffen es zwar immer wieder, vereinzelte Exemplare zurück ins Glied zu bewegen. Wie hoch die Dunkelziffer liegt, weiß jedoch niemand. In Österreich sieht sich jetzt ein mutiger Vorkämpfer der Demokratie, der versucht hatte, gegen die rechte Kongressveranstaltung „Verteidiger Europas“ vorzugehen, einer potentiellen Verleumdungsklage gegenüber. Der pensionierte Kriminalbeamte Uwe Sailer hatte Ermittlungen am angekündigten Veranstaltungsort vorgenommen. Dabei waren ihm schwere Bauwitterungen am Alten Wasserschloss Aitersheim (Oberösterreich) aufgefallen, und er leitete diese umgehend an die entsprechenden Stellen weiter. Diese konnten jedoch keinen der angeführten Mängel feststellen. Unabhängige Experten vermuten, dass beim vermeintlichen Beweismaterial an einigen Stellen, nun ja, sagen wir „nachgeholfen“ wurde. Die rechte Veranstaltung darf also trotz aller Bemühungen stattfinden. Vertreter aus Politik und Medien verlangen jetzt eine breite Debatte über die gesellschaftliche Verantwortung alter Schlösser. Im Mittelpunkt soll die Frage stehen, inwiefern sie mit ihrer notorischen Witterungsverweigerung direkt und indirekt zur Verbreitung von Hass beitragen.

Mediale Elite ist sich einig – Syrien darf nicht zur Ruhe kommen

Nach einer langen Ruhephase unternehmen die Mainstreammedien wieder den Versuch, die Gesellschaft in einen Krieg gegen Syrien zu treiben. Seit einigen Tagen mehren sich die Schreckensmeldungen aus Ostghuta, einem Vorort der syrischen Hauptstadt Damaskus und einer der letzten Rebellenhochburgen. Nachdem das Land seit einigen Monaten vom IS befreit ist, bereitet die Armee nun in der Tat eine Großoffensive auf diese Enklave vor. Alle Versuche, eine Deeskalationszone mit Russland und der Türkei als jeweilige Garantiemächte zu errichten, waren zuvor gescheitert. Grund genug für den deutschen Mainstream, endlich wieder den Krieg der verpixelten Bilder und martialischen Rhetorik anzufeuern. Sechs Krankenhäuser sollen in dem ländlichen Vorort bereits zerstört worden sein. Klingt nach einer guten Ausstattung in Friedenszeiten. Die Gesundheitsversorgung kann also unter Assad nicht so schlecht gewesen sein. Die Berichte gehen alle auf die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte zurück. Dabei handelt es sich um eine Ein-Mann-Nachrichtenagentur aus London, mit vermeintlichen Quellen in Syrien. Eine direkte westliche Intervention wird noch nicht gefordert. Möglicherweise soll der Michel erst emotional sturmreif geschossen werden. Irgendwann trifft dann auch wieder die passende Giftgasattacke ein. Nur blöd, dass die Menschen schon in der Innenstadt von Damaskus von Frieden und Wohlstand profitieren könnten, wie der „Spiegel“ selbst vor zwei Tagen in einer Fotostrecke „Elend und Alltag“ dokumentierte. Bisher wurde blöderweise vergessen, sie zu löschen. Laut russischen Medien fliehen die Menschen übrigens deshalb nicht die paar Kilometer, weil sie von den Terroristen als menschliche Schutzschilde festgehalten werden.

Update: Mittlerweile fordern die ersten Kommentatoren neue wirtschaftliche Repressalien gegen Russland, beispielsweise bei der WM und der North-Stream-2-Pipeline.

Kampf gegen Meinungsfreiheit – ein einträgliches Geschäft

Sollen weltfremde Libertäre noch mal behaupten, nur ein freier Markt könne Wohlstand schaffen. Dass es auch anders geht, beweist nun die Amadeu-Antonio-Stiftung. Mit ihrem Kampf gegen die Freiheit konnte sie ihren Umsatz die letzten Jahre jedes Mal kräftig steigern. Aus 178.000 Euro Fördermitteln des Bundes im Jahre 2010 wurden im vergangenen Geschäftsjahr mittlerweile 967.045. Laut einem Bericht der „Jüdischen Rundschau“ hatte die gemeinnützige Einrichtung übrigens schon 2014 600.000 Euro in Wertpapiere investiert und 432.000 als externe Kreditvergabe verbucht. 700.000 Euro lagen damals auf der hohen Kante. Das Geschäftsmodell der Amadeu-Antonio-Stiftung ist dabei so einfach wie effizient. Denunziation und Verfolgung der Steuerzahler, die sie finanzieren und sich im Internet etwas Luft über ihren Unmut bezüglich der Gesamtsituation verschaffen. Je unzufriedener die Menschen in der Folge werden, desto mehr wird die Stiftung gebraucht und öffnet Heiko ihr die Taschen der Steuerzahler. Den Rest kennen Sie ja…

Eigenverantwortung Schuld an Depression?

Laut einer neuen Studie leidet ein Viertel der 18- bis 25-Jährigen an Depressionen, Angststörungen oder Panikattacken. Diese Zahlen bedeuten eine Steigerung um 38 Prozent im Zeitraum von 2005 bis 2016. Insgesamt sind damit circa 1,9 Millionen Jugendliche betroffen. Als Ursache wurden ein erhöhter Leistungsdruck und Perfektionismus identifiziert. Insbesondere Misserfolg hat als Auslöser psychischer Erkrankungen sehr stark zugenommen. Eine „neoliberale Ideologie“ und ein „konkurrierender Individualismus“, die den Menschen immer mehr abverlangten, seien dafür verantwortlich. Die innere Leere würde schließlich durch die Flucht in den Konsum und in Gruppennarzissmus kompensiert. Statussymbole wie das neueste I-Phone müssten immer mehr als künstlicher Ausgleich für fehlenden Lebenssinn herhalten. Die von der Studie angeführten Symptome können genauso wenig überraschen wie die Tatsache, dass sie mit der Ursachenforschung danebenliegt. Um eine allgemeine Selbstentfremdung in der Gesellschaft im Allgemeinen und bei Jugendlichen im Besonderen festzustellen, bedarf es nun wahrlich keiner akademischen Ausbildung. Auch nicht, um zu wissen, dass jemand, der mit sich selbst nicht im Reinen ist, mit der Welt nicht klarkommen kann. Nur sind die Folgen dieser Krankheit längst nicht mehr nur über das sozialistische Gesundheitssystem kollektiviert.

Gesellschaftlich ist Selbstentfremdung unter anderem in Form von ökonomischem Analphabetismus weit verbreitet. Die Marktwirtschaft stellt die natürliche Lebensweise des freien Menschen dar. In einem psychisch gesund strukturierten Arbeitsleben werden Sinnerfüllung und Wertschöpfung gewinnbringend aufeinander abgestimmt. Die Entlohnung bildet sich erstens aus dem abstrakten materiellen Einkommen. Die zweite Komponente ist das sogenannte psychische Einkommen, das sich aus der Freude bildet, anderen einen Mehrwert geschaffen zu haben, von dem man in Form von Tauschmitteln selbst profitiert. Für tiefere Fragen ist normalerweise die Religion zuständig. Die komplette intellektuelle Entfremdung von diesem Naturzustand eröffnet verheerenden Heilssekten aller Art jedoch seit Jahrzehnten Tür und Tor. Der aktuell wohl deutlichste Ausdruck ist der Glaube an den sogenannten „menschengemachten Klimawandel“. Hierbei handelt sich um das wohl raffinierteste psychische Zersetzungsinstrument, das sich politische Narzissten je ausgedacht haben. Dank der Allgegenwart des CO2 vom Atmen bis zu industriellen Wertschöpfungsprozessen lässt sich kein Genussmittel mehr finden, für das dem grünen Totalitarismus keine „schlechte Ökobilanz“ einfällt. Darüber hinaus ist der Mensch sowieso nicht mehr Eigentümer der Früchte seiner Arbeit, sondern Nutznießer dessen, was der Staat ihm lässt. Gespeicherte Arbeitsleistung in Form von Geld wird zur Erinnerung kontinuierlich zwangsentwertet. Der Hauptsinn der täglichen Beschäftigung, die oftmals aus keynesianischen „Bullshit Jobs“ besteht, liegt schließlich darin, sich irgendwann den Anspruch auf die enteigneten Rentenbeiträge zu ermöglichen. Das Recht auf individuelles Scheitern existiert hingegen nicht mal mehr als Begriff. Kein Wunder, dass ganz normale Misserfolge zu psychischen Anomalien führen. Falls Jugendliche in ihrem Umfeld auch betroffen sind, empfehlen Sie doch einfach mal eine „Libertarismustherapie“. Roland Baaders Bücher dürften auf jeden Fall billiger werden als jahrelange Medikamente. Selbst wenn oder gerade weil sie nicht von der Kasse vergütet werden.

„Der Spiegel“: „Syrienkrieg: Elend und Alltag“ (Fotostrecke)

Zusammenstellung: Jean Modert


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