19. Februar 2018

Alternative Nachrichten am Abend Kramp-Karrenbauer. Frauenmarsch. Özdemir. Stalingrad.

Was uns am Abend des 19. Februar bewegt – Nullnummer

von Nachrichtenredaktion ef

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Bildquelle: shutterstock Deutsche Armee: Wieder nach Russland?

Annegret Kramp-Karrenbauer soll neue CDU-Generalsekretärin werden

Alles Gute kommt aus dem Saarland. Nachdem bereits das Maasmännchen von der Saar der Bundesrepublik in puncto Meinungsfreiheit den Vorbildcharakter für illustre Länder wie Nordkorea und den Islamischen Staat verlieh, folgt ihm seine ehemalige Koalitionspartnerin Annegret Kramp(f)-Karrenbauer nun nach Berlin. Dort soll sie auf Befehl von ganz oben zur neuen Generalsekretärin der CDU gekürt werden. Mit soviel geballter Politkompetenz kann die neue Bundesregierung ja nur ein Erfolg werden. Bloß, wer führt denn in den Zeiten eines solch übermäßigen Brain Drains noch erfolgreich den kleinsten deutschen Flächenstaat?

Linke Gewalt unterschätzt?

Am Wochenende wurde in Berlin ein Marsch „rechter Frauen“, die gegen die zunehmende Gewalt gegen das eigene Geschlecht protestierten, von einer vermeintlich friedlichen Gegendemo gestoppt. Dass man es mit der Friedfertigkeit nicht ganz so ernst meinen kann, wenn man gegen den Schutz von Frauen vor gewalttätigen Übergriffen demonstriert, scheint sich nachträglich zu bewahrheiten. Bis zum Montag hat die Polizei insgesamt 73 Strafermittlungsverfahren eingeleitet. Unter anderem wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz, Landfriedensbruchs, Gefangenenbefreiung und Körperverletzung. Von 900 Beamten im Einsatz wurden sieben verletzt. Über Opfer unter den Demonstrationsteilnehmern ist (noch) nichts bekannt.

Auch Özdemir gewalttätig bedrängt?

Wohl nicht nur die dehumanisierten „AfD-Frauen“ sind am Wochenende Opfer von Gewalt geworden. Auch ein ehrenwertes und führendes Mitglied der Gesellschaft wie der Bundestagsabgeordnete Cem Özdemir von Bündnis 90/Die Grünen musste um Polizeischutz vor ausländischen Gewalttätern bitten. Während seines Besuchs auf der Münchner Sicherheitskonferenz war er im gleichen Hotel untergebracht wie die Delegation rund um den türkischen Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu und Ministerpräsident Binali Yıldırım. Die Übergriffe sollen aus der Delegation auf Özdemir erfolgt sein. Wie in solchen Täterkreisen üblich, stritt diese alle Vorwürfe ab und verhöhnte deutsche Amtsträger: Die Vorwürfe „sind nicht wahr, sie sind erfunden“, sagte Çavuşoğlu am Sonntag vor Journalisten. „Das ist unerhört“, sagte er weiter. „Er verliert Einfluss und wird sogar in seiner eigenen Partei diskriminiert. Ich glaube, er will wieder populär oder zumindest sichtbarer werden.“ Cem Özdemir hält dagegen: „In anderen Ländern wären sie im Gefängnis.“ Gegenüber der Tageszeitung „Die Welt“ kündigte er an, eine offizielle Anfrage an die Bundesregierung zu richten, „um festzustellen, ob Deutschland Schläger einreisen lässt, gegen die die USA Haftbefehle erlassen haben“. Nun ja, Deutschland gewährt auch Offizieren, die 2016 möglicherweise in den Putsch in der Türkei involviert waren, Asyl. Gleiches Recht für alle also.

Fehlende Winterbekleidung und Zelte bei der Bundeswehr

Wiederholt sich gerade die Geschichte? Die effizienteste Armee, die das freieste Deutschland jemals hatte, soll ab 2019 als Speerspitze der NATO an der russischen Grenze aufmarschieren. Dieses Vorhaben ist jedoch mit erheblichen logistischen Problemen verbunden. Dabei mangelt es nicht nur an Panzern, sondern von den benötigten Zelten stehen nur 25 Prozent zur Verfügung, und auch bei der passenden Winterbekleidung für das etwas weniger sanfte russische Klima mangelt es an warmen Mänteln. Deutsche Armee erfriert beim Feldzug gegen Russland? Das erinnert doch an irgendetwas. Wie antwortete bereits Ex-Verteidigungsminister Franz Josef Strauß 1988 auf Gorbatschows Frage, ob er das erste Mal in Russland sei: „Nein, aber beim ersten Mal bin ich nur bis Stalingrad gekommen.“ Für die FDP jedenfalls liegt die Ursache des neuerlichen Malheurs klar auf der Hand: „Das zeigt, in welchem erbärmlichen Zustand die Bundeswehr inzwischen runtergespart wurde“, ließ ihre Verteidigungsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann verlautbaren. Apropos Liberale: Hätte eine private Sicherheitsfirma es besser gekonnt? Wohl kaum. Sie hätte ein solches Vorhaben eher als unfinanzierbares Hirngespinst zurückgewiesen.

Zusammenstellung: Jean Modert


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