13. Februar 2018

Alternative Presseschau Internationales. Widerstand. Umfragen.

George Soros gegen den Brexit

von Redaktion Presseschau

Artikelbild
Bildquelle: Adrin Shamsudin / Shutterstock.com Kämpft gegen den Brexit: George Soros

Im Brennpunkt stehen, neben dem Widerstand gegen Berlin, Groko und Brüssel, internationale Entwicklungen. Auch feuern die jüngsten Wahlumfragen die Debatte um AfD und SPD an.

Internationales: Der alte Mann und die Insel

George Soros, US-amerikanischer Milliardär, gab in seiner aktuellen Kolumne in der „Mail on Sunday“ bekannt, dass er 400.000 Pfund für eine „Anti-Brexit-Kampagne“ zur Verfügung stellt, so berichtet die „Junge Freiheit“ aus Berlin. Die von Soros finanzierten Open Society Foundations erhielten nach dem Brexit-Votum im Jahr 2016 den Geldbetrag. Die „Junge Freiheit“ betont Soros‘ scharfe Worte gegen die Brexit-Unterstützer: „In der Brexit-Kampagne waren skrupellose Agitatoren am Werk. Die Wähler haben den Brexit genutzt, um ihre Unzufriedenheit mit dem aktuellen Stand der Dinge auszudrücken. Über die Folgen haben sie nicht nachgedacht.“

Auch die österreichische Zeitung „Zur Zeit“ berichtet über Soros‘ Spende. Auch versuche Soros, Theresa May zu untergraben und Parlamentsabgeordnete zu überzeugen, gegen den Brexit zu stimmen und Neuwahlen oder eine zweite Volksabstimmung durchzuführen. Für Kritik sorgt der Zeitungsartikel des „Daily Telegraph“, der als erster Soros‘ Spenden bekanntmachte. Einer der Autoren sei Nick Timothy, Stabschef von Theresa May. Von linker Seite wirft man „Panikmache und Einschüchterung“ vor.

Die genossenschaftliche Zeitschrift „Junge Welt“ berichtet über innenpolitische Konflikte in der Türkei. Die Demokratische Partei der Völker (HDP) hatte am vergangenen Wochenende zwei neue Vorsitzende gewählt, gegen die prompt ein Ermittlungsverfahren wegen „Unterstützung des Terrorismus, womit der Kampf der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) für eine Demokratisierung der Türkei gemeint ist“ eingeleitet wurde. Die „Junge Welt“ vermutet, dass die Repressionen gegenüber „Kriegsgegnern“ dem Versagen der technisch hochgerüsteten Armee in Afrin geschuldet sind. „Das Ausbleiben militärischer Erfolge kompensiert Ankara mit nationalistischer Hetze im Land“, betont die „Junge Welt“.

Das „Contra-Magazin“ berichtet über die Streitigkeiten auf der anderen Seite der Erde. US-Verteidigungsminister Mattis bemühe sich, die „diplomatischen Fortschritte bei den Olympischen Spielen“ herunterzuspielen. Mattis nimmt an, dass die Zusammenarbeit zwischen Nord- und Südkorea nach den Spielen im Sand verlaufen werde. Die südliche Republik des gespaltenen Landes sieht in der Zusammenarbeit mit Nordkorea hingegen Potential: „Der Präsident Südkoreas, ein entschiedener Befürworter der Diplomatie, hat die Gespräche ungeachtet der Einwände der Vereinigten Staaten von Amerika fortgesetzt“, schließt das „Contra-Magazin“ den Bericht.

Widerstand: Frauen an der Front

In der „Sezession“ greift Caroline Sommerfeld die Vorwürfe der „Süddeutschen Zeitung“ gegenüber der feministischen Bewegung „120db“ auf. „Migrantengewalt gegenüber Frauen zu thematisieren heißt nicht, jegliche andere sexualisierte Gewalt zu leugnen“, so Sommerfeld in ihrer Abhandlung. Auch unterstelle die „SZ“, die Frauen seien nur das „Feigenblatt der patriarchischen Männer“. Die Anschuldigung, dass Rechte gerne „kapern“ würden, wie sie immer häufiger aus dem Hauptstrom aufkommen, treffe auf die Bewegung nicht zu. „120db“ sei eine Antwort auf die „Metoo“-Debatte und keine Instrumentalisierung eines ehemals linken Protestes.

Auf „Philosophia Perennis“ berichtet Gastautorin Marianne Raison über den geplanten „Marsch der Frauen“ am 17. Februar in Berlin. Raison erwartet bis zu 6.000 bezahlte Gegendemonstranten. Ein Ursprung des Übels sei die Hauptstadt. Raison, selbst Berlinerin, übt scharfe Kritik an ihrer Heimat: „Seit Kriegsende wurden die Berliner instrumentalisiert. Vielleicht hat sogar der Umzug der Hauptstadt aus dem bescheidenen, vernünftigen Bonn nach Berlin diesem einst prosperierenden Land vollends das Genick gebrochen, denn in diesem von Ideologien übersättigten Klima kann Realitätsverlust gedeihen.“

Auf „Tichys Einblick“ berichtet Matthias Matussek über eine „verwunschene Welt“ – die wachsende Demonstration gegen Angela Merkel in Hamburg. Initiatorin Uta Ogilvie, deren Haus vergangene Nacht angegriffen und beschädigt wurde, mobilisierte über 200 Demonstranten, die gegen Merkels Politik auf die Straßen gingen. Die Demonstration wurde von mehreren Hundert gewaltbereiten Linken begleitet. „Die Antifa hat mobilgemacht“, schätzt Matussek die Lage ein. Im Gegensatz dazu berichtet die „Hamburger Morgenpost“: „Knallt es heute in Hamburg? 300 Linke demonstrieren friedlich – Rechte starten bald“. „Warum lügt das Boulevardblatt so offenkundig, so schamlos?“, fragt sich Matussek.

Umfragen: Ende des Volkes oder Ende der Volksparteien?

Auf der „Achse des Guten“ bespricht Thilo Sarrazin die neuen Entwicklungen der alten Sozialdemokraten. Die letzten Umfragen bescheinigten der SPD Einbrüche bis auf 17,5 Prozent. Die AfD liege dagegen mit konstanten 14 Prozent in stabilem Fahrwasser, im Osten hat die AfD die Sozialdemokraten bereits in drei Bundesländern überholt, so betont Sarrazin. Die geplante Politik der Großen Koalition sei in „höchstem Maße einsturzgefährdet“, bescheinigt er den Altparteien. In Bereichen der Bildung, der Altenpflege und der Asylpolitik bauen die Altparteien „Sandburgen“, über die sich Prüfstatiker „besorgt“ zeigen müssten. Glücklicher habe es Österreich mit dem neuen Kanzler Sebastian Kurz, der auf reale Probleme eingehe.

Für „Zuerst!“ kommen die „aktuellen Erhebungen einem politischen Erdbeben gleich“. Laut dem Meinungsforschungsinstitut Insa steht die AfD bei 15 Prozent, die SPD nur noch bei 16,5 Prozent. Die Unionsparteien fallen derweil unter die 30-Prozent-Marke. Nach den jüngsten Veröffentlichungen stehe die Union damit so schlecht da wie seit 2006 nicht mehr.

Differenzierter betrachtet Gastautor „Wahre Wahl“ auf Vera Lengsfelds Blog die Zustimmung zur Großen Koalition. Diese liege bei 69 Prozent – zumindest unter den 70-Jährigen. „Wahre Wahl“ analysiert nach Altersgruppen und Geschlecht die Unterstützung der jeweiligen Parteien und kommt zu interessanten Ergebnissen: In westdeutschen Bundesländern wählten Männer viermal häufiger als Frauen die AfD. Generell seien die Unterschiede zwischen AfD und SPD in der mittleren Alterskohorte am niedrigsten. Die alten Wähler und die „ganz Jungen (frisch von Schule und Uni geprägten/indoktrinierten)“ stünden deutlicher hinter der Politik der Altparteien.

„Junge Freiheit“: „George Soros finanziert Brexit-Gegner“

„Zur Zeit“: „George Soros finanziert Anti-Brexit-Kampagne“

„Junge Welt“: „Kriegsgegner verfolgt“

„Contra-Magazin“: „Mattis: Nordkorea kann USA und Südkorea nicht spalten“

„Sezession“: „Sind wir Feministinnen?“

„Philosophia Perennis“: „Welle der Gewalt gegen Frauen: Es reicht!“

„Tichys Einblick“: „Hamburg: Bericht aus einer verwunschenen Welt“

„Achse des Guten“: „Die AfD löst die SPD ab“

„Zuerst!“: „‚Sonntagsfrage‘: AfD bei 15%, SPD nur noch bei 16,5%, Union fällt unter 30%“

Vera Lengsfeld: „Ganze 69% Zustimmung für GroKo – aber nur bei 70+!“

Zusammenstellung: Florian Müller


Artikel bewerten

Artikel teilen

Facebook Icon Twitter Icon VZ Icon del.icio.us Logo Reddit Logo

Anzeigen

Kommentare

Die Kommentarfunktion (lesen und schreiben) steht exklusiv Abonnenten der Zeitschrift „eigentümlich frei“ zur Verfügung.

Wenn Sie Abonnent sind und bereits ein Benutzerkonto haben, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, nutzen Sie bitte das Registrierungsformular für Abonnenten.

Mit einem ef-Abonnement erhalten Sie zehn Mal im Jahr eine Zeitschrift (print und/oder elektronisch), die anders ist als andere. Dazu können Sie dann auch viele andere exklusive Inhalte lesen und kommentieren.

drucken

Dossier: Alternative Presseschau

Mehr von Redaktion Presseschau

Autor

Redaktion Presseschau

Anzeige

ef-Einkaufspartner

Unterstützen Sie ef-online, indem Sie Ihren Amazon-Einkauf durch einen Klick auf diesen Linkstarten, oder auf ein Angebot in der unteren Box. Das kostet Sie nichts zusätzlich und hilft uns beim weiteren Ausbau des Angebots.

Anzeige