08. Februar 2018

Alternative Presseschau Groko. 120db. Benedikt.

Neue Biographie des emeritierten Papstes

von Redaktion Presseschau

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Bildquelle: Martin Gardeazabal / Shutterstock.com Die Kräfte schwinden: Emeritierter Papst Benedikt XVI.

Die gefräßige Groko wälzt sich durch die alternativen Medien und lässt kaum andere Themen am Leben. Am Rande berichtet man über den weiblichen Widerstand der „120db“-Bewegung und den zurückgetretenen Benedikt XVI.

Groko: Machtspiele und Verhandlungsorgien

Die alternative Linke gibt sich enttäuscht über die abgeschlossenen Koalitionsverhandlungen. Arnold Schölzel berichtet in der „Jungen Welt“ über die Ergebnisse: „Den Schwerpunkt in der EU-Politik legen die Autoren auf Wettbewerbsfähigkeit und Investitionen, das heißt auf den Ausbau der deutschen Hegemonie.“ Den Ruf des „Lügenbarons“ muss sich Schulz auch von links anhören: „Vom Abzug der US-Atomwaffen auf deutschem Boden, für den sich Schulz im Wahlkampf stark gemacht hatte, ist in dem Papier keine Rede“, so Schölzel desillusioniert.

Laut Horst Seehofer hat die SPD die Besetzung der Schlüsselressorts Außen, Finanzen und Arbeit und Soziales als Bedingung an die erfolgreichen Verhandlungen geknüpft. Die Debatte darüber habe stundenlang gedauert, so die „Epoch Times“ am Morgen. Angela Merkel habe diese Entscheidung viel parteiinterne Kritik eingebracht, die CSU wollte ursprünglich das Finanzministerium besetzen.

Zumindest ein wenig positiv schätzt Hans Heckel die Lage in der „Preußischen Allgemeinen Zeitung“ ein. „Das Gewürge um die Groko könnte das Ende einer Epoche einleiten“, so Heckel bereits im Titel. Die Deutschen müssten dieser Tage beobachten, wie sich eine „verbrauchte Politiker-Truppe“ noch mal zur Macht quält. Dieser Anblick sei „wenig erhebend“, aber „womöglich lehrreich“. Heckel betont in der „PAZ“ auch die jüngsten Umfrageergebnisse, in denen die SPD nur noch wenige Prozentpunkte vor der AfD steht. „In der Luft liegt eine weit tiefergreifende Veränderung der politischen Landschaft und des Denkens“, so betont der Autor. Die Entwicklung könne Anlass geben, dass die Deutschen ihr „treuherziges und blindes Vertrauen“ ablegen könnten.

Für Markus Kerber auf „Tichys Einblicke“ ist „Schulz am Ziel“. Die französische Zeitung „Le Monde“ berichtete über den „Sieg der französischen Politik“. Da die Sozialdemokraten das Finanzministerium besetzen, sind sie auch für eine „Reform der Euro-Zone“ zuständig. Man erhoffe in Paris die „Erfüllung französischer Wünsche“, so Kerber. Scholz sei allerdings nicht Schulz, wie der Autor manifestiert. Der hanseatische Politiker werde sich vom „Grüß-August“ Schulz nicht hereinreden lassen. Außerdem seien „die deutschen Sozialdemokraten eher vaterländisch gesinnt“. Die Franzosen sollten „sich hinsichtlich der Robustheit des Bundesfinanzministeriums und der Solidität von Olaf Scholz keinen Illusionen hingeben“.

Ganz anders bewertet Peter Grimm auf der „Achse des Guten“ die Entwicklungen unter einer zukünftigen Groko. Bei den „Textbausteinen aus dem Koalitionsvertrag“ sollten beim deutschen Steuerzahler die Alarmglocken angehen. „Wir sind zu höheren Beiträgen Deutschlands zum EU-Haushalt bereit“, stehe wortwörtlich im Vertrag, wie Grimm hervorhebt. Er vermutet, dass „Genosse Finanzminister“ diesem Plan Folge leisten wird, da schließlich auch Großbritannien als EU-Beitragszahler abhandenkommen wird. Es gehe hauptsächlich um die Vergemeinschaftung der Schulden innerhalb Europas. Grimm pessimistisch: „Auf welchem Wege genau die Bürger die Zeche zahlen werden, darüber kann man nur spekulieren.“

Auf „PI-News“ titelt man trocken: „Schulz & Merkel! Und der Verlierer ist … Deutschland!“ Ex-„Bild“-Chef Peter Bartels schreibt: „Am Ende ging‘s, wie immer bei CDU, CSU und SPD, nur noch um Posten, also Penunze und Pension.“ Er berichtet aber auch über einige mediale Einschätzungen seitens des „Hauptstromes“. Ein Bonner Politikprofessor vermutet, dass Merkel „noch einmal zur vollen Form auflaufen muss“,  und sogar Phoenix sprach von einer „schiefen Verteilung“ der Kabinettsposten. In einem Aspekt gibt sich Bartels positiv: „Immerhin: Der aus Bayern endlich nach Preußen entsorgte Drehhofer wird zum Innenministerium auch den Bereich Heimat bekommen.“

„120db“: Frauenbewegung gegen Frauenbewegung

Vor einer Woche begann die Kampagne „120db“ gegen sexuelle Gewalt. „Jouwatch“ spricht mit einer der Mitbegründerinnen, Aline aus Dresden. Sie berichtet über die Entstehung der neuen Bewegung und über die permanente Bedrohung und das Unwohlsein in der Öffentlichkeit – verursacht durch Migranten. Aline erzählt von einer Situation, in der nur die Anwesenheit ihres Freundes sie vor einem möglichen Übergriff bewahrt hatte. Trotzdem richtet sich der Aufruf primär an die Politik: „Wir wenden uns an den Staat, denn er ist dafür verantwortlich, uns zu schützen – er und nicht unsere Männer oder wir selbst.“

Auch in Österreich schlägt die „120db“-Bewegung Wellen. „Zur Zeit“ schreibt über die neue Initiative, die im Gegensatz zu „selbstgefälligen Jammerkampagnen von ‚Metoo‘ bis zum ‚Aufschrei‘“ stehe, die „nur noch als Selbstzweck frustrierter Frauen dienen, die ihr Recht auf Marginalisierung entdeckt haben“. „120db“ weist in seinen Videos auf die Opfer brutaler Gewalttaten hin, die sich aufgrund der verfehlten Einwanderungspolitik in Europa häufen. Da hilft auch keine „Armlänge Abstand“, wie die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker geraten hatte, betont die Redaktion von „Zur Zeit“.

Benedikt: Auf dem Weg nach Hause

Auf „Philosophia Perennis“ berichtet David Berger über einen Brief des ehemaligen Pontifex. Immer häufiger hatten Christen aus aller Welt sich nach dem Gesundheitszustand des zurückgetretenen Papstes erkundigt. Jetzt habe dieser geantwortet, dass seine Kräfte schwinden würden und er innerlich nach Hause pilgere. Der Gesundheitszustand Benedikts XVI. habe immer wieder zu Spekulationen geführt, wie Berger betont. Vor fünf Jahren war der deutsche Papst mit einem Hinweis auf seinen gesundheitlichen Zustand zurückgetreten. Man vermutete allerdings immer wieder innerkirchliche Streitigkeiten.

Wer sich über das Leben und Wirken des scheidenden Papstes informieren will, dem legt kath.net eine neue Biographie zu Benedikt XVI. nahe. „Elio Guerriero gelingt es, eine einzigartige Perspektive einzunehmen und das Leben des Joseph Ratzinger mit seinem reichen theologischen Schaffen zu verknüpfen“, so das katholische Portal. Auch betont die Redaktion die langjährige Bekanntschaft zwischen Ratzinger und dem Autor Guerriero.

„Junge Welt“: „Macht, Rüstung, Krieg“

„Epoch Times“: „Seehofer: SPD hätte ohne Schlüsselressorts Koalition nicht zugestimmt“

„Preußische Allgemeine Zeitung“: „Auf den letzten Metern“

„Tichys Einblick“: „Schulz am Ziel“

„Achse des Guten“: „Versprochen: Groko exportiert deutsche Sparbücher“

„PI-News“: „Schulz & Merkel! Und der Verlierer ist … Deutschland!“

„Jouwatch“: „Interview mit 120db: ‚Jedes Opfer ist ein Opfer zu viel‘“

„Zur Zeit“: „Weiblicher Widerstand“

„Philosophia Perennis“: „Benedikt XVI. bereitet sich auf seinen Tod vor“

kath.net: „Benedikt XVI. – Die Biographie“

Zusammenstellung: Florian Müller


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