07. Februar 2018

Alternative Presseschau Bösewichte. Afrika. Börse.

Crash oder Rückkehr zur Normalität?

von Redaktion Presseschau

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Bildquelle: shutterstock Kurssturz an der Börse: Beginnender Crash?

Die alternativen Blätter berichten über diverse Fehltritte verschiedener Personen. Auch die aktuellen Entwicklungen in Afrika sind alles andere als rosig. An der Börse variiert man zwischen kurzer Verschnaufpause und drohendem Crash.

Bösewichte: Bomben, Gift und Behindertenwitze

Nino Köhler gesteht am Montag den Anschlag auf die Fatih-Moschee vor dem Landgericht in Dresden. Die „Junge Welt“ berichtet über den Prozess. Köhler war ehemaliger Pegida-Redner und wollte mit der gezündeten Rohrbombe „ein Zeichen setzen“. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm „versuchten Mord, versuchte gefährliche Körperverletzung, Herbeiführung von Sprengstoffexplosionen und schwere Brandstiftung“ vor. Köhler wurde über DNS-Spuren überführt. Er habe zum Tatzeitpunkt gewusst, dass sich Menschen in der Moschee befanden, so die „Junge Welt“.

Im Gegensatz zu Köhler hat der syrische Präsident Baschar al-Assad den angeblichen Giftgasangriff auf zivile Ziele noch nicht gestanden. Seit längerem versuchen die Vereinigten Staaten nachzuweisen, dass Assads Truppen im syrischen Bürgerkrieg auch vor dem Einsatz von Chlorgas nicht zurückschreckten, so das Magazin „Zuerst!“. Mittlerweile gestand US-Verteidigungsminister Mattis allerdings ein, dass sich keine chemischen Spuren des verbotenen Kampfstoffes finden lassen. Stattdessen, so betont „Zuerst!“, „versucht es Mattis nun mit Chlorgas“. Erst vor zwei Wochen hatte Russland ein neutrales Ermittlungsorgan zu C-Waffen ins Leben rufen wollen. Die USA hatten diese Forderung blockiert.

Einen moralischen Giftanschlag leistete sich das ZDF. Am 29. Januar tagte der Hauptausschuss des Deutschen Bundestages, in dem AfD-Mann Dieter Amann seine Einschätzung zur Lage abgab. Die von Oliver Welke moderierte „heute-show“ griff den Ausschnitt auf und untermalte Amann, der vorher auf sein Stottern und seine fehlende Übung im freien Sprechen hingewiesen hatte, mit künstlichen Lachern. Auf der „Achse des Guten“ schreibt Joachim Steinhöfel: „Welke und seine Helfershelfer sind moralisch derart degeneriert, dass sich selbst ein Straßenköter zu fein ist, an ihnen noch sein Bein zu heben.“ Mittlerweile hatte sich die Redaktion der „heute-show“ zwar entschuldigt, allerdings verweist die „Achse des Guten“ darauf, dass derartige Vorfälle bereits mehrfach vorgekommen sind. Rechtsanwalt Steinhöfel betont die Tatsache, dass Moderator Oliver Welke und seine „Gagschreiber“ gebührenfinanziert sind.

Auf „PI-News“ lässt „Donald“ seinem Unmut über Andrea Nahles freien Lauf. Diese hatte nicht nur das Wort „Vogel“ derart seltsam betont, dass es beim Autor für Alpträume sorgte. Gegenüber Martin Schulz, so deutet der Autor an, wird sich Andrea Nahles durchsetzen: „Diese Frau ist stur wie ein Panzer, effektiv wie eine Dampfwalze.“ Auch verweist „Donald“ auf Verhalten und Wortwahl Nahles („Ab morgen kriegen sie in die Fresse! Höhöhö“). Er glaubt sogar, „dass diese Frau nach ganz oben will. Zur Not stiefelt sie über kleine, vollbärtige Männer.“

Afrika: Nichts Neues auf dem Schwarzen Kontinent

Auf „Jouwatch“ berichtet Marilla Slominsky über die journalistische Arbeit Lauren Southerns, die in einer neuen Folge ihrer Dokumentation über Südafrika die weißen Frauen der Farmer besucht hat. „Auf keinen passe der Satz, dass harte Zeiten harte Männer hervorbringen, besser als auf die afrikanischen Farmer“, so Southern.  Trotzdem müssen die Männer häufig ihre Frauen auf den Farmen alleine lassen. Auch die Frauen haben mittlerweile aufgerüstet, selbst wenn es nicht immer helfe. In letzter Zeit hatten sich die Angriffe auf weiße Farmer wieder gehäuft. Die Frauen „fühlen sich verlassen und isoliert in einem Land, in dem die Zahl dieser Attacken stetig steigt und die Regierung nichts tut“. Wegziehen sei für viele Farmer jedoch keine Option.

In einem differenzierten Essay auf „Novo“ diskutiert James Woudhuysen, wie Fortschritt in Afrika gelingen würde. Es stelle sich nicht die Frage nach Trumps, Obamas oder Europas Plänen mit dem Kontinent, sondern nach Afrikas eigenen Plänen. Auch die Afrikanische Union könne, mit ihrer westlichen Perspektive, wenig helfen: „Afrikaner, die nach Fortschritt streben, sollten sich nicht an den Plänen der AU orientieren.“ Stattdessen ist es für Afrika „an der Zeit, im Geiste der Demokratie und Autonomie, eigene detaillierte Pläne für seine über 50 deutlich unterschiedlichen Staaten aufzustellen“. Weder europäische Intervention noch europäische Investitionen werden die Länder voranbringen, so Woudhuysen auf „Novo“. Weiter fordert der Autor diverse politische Schritte und Änderungen in der Wirtschaft.

Börse: Kurseinbruch trotz steigender Realwirtschaft

Dass der Westen möglicherweise auch auf wackligen Beinen steht, hat der Kurseinbruch an der Börse gezeigt. Die „Junge Freiheit“ berichtet über den größten Kurssturz des deutschen Aktienindex (DAX) seit eineinhalb Jahren. Als Ursprung für den Ausverkauf deutscher Aktien gilt die amerikanische Börse. Der amerikanische Leitindex Dow Jones war in Erwartung höherer Zinsen um über vier Prozent gefallen. Für Anleger würden dadurch Staatsanleihen wieder attraktiver. Auch in Asien verzeichneten die Indizes spürbare Verluste. Der Vorsitzende des japanischen Zweigs des Investors Wisdomtree, Jesper Koll, stufte die Entwicklung als gesund ein, da es in den letzten 15 Monaten keinen echten Einbruch gegeben hatte. Womöglich versucht Koll aber auch, mit japanischer Gelassenheit die Börsianer bei Laune zu halten.

Auch die „Epoch Times“ berichtet über den „massiven Kurssturz“ der weltweiten Börsen. Der amerikanische „Angstindex“ (VIX) stieg zeitweise um 100 Prozent. Das Weiße Haus zeige sich allerdings zuversichtlich, so „Epoch Times“. Der Fokus von Präsident Donald Trump liege auf den langfristigen wirtschaftlichen Fundamentaldaten, so seine Sprecherin gegenüber der Öffentlichkeit. Marktanalyst Craig Erlam betonte vor allem die psychologische Wirkung: Viele Anleger seien in Panik verfallen. Erwähnenswert ist ebenfalls, dass der Artikel seitens „Epoch Times“ von der dpa eingekauft wurde. Als alternative Meinung zum Wirtschaftseinbruch kann er daher nicht gesehen werden.

„Ortner Online“ verweist auf einen Bericht der „Neuen Zürcher Zeitung“. Diese spricht sogar, neben der bisher vermuteten kurzzeitigen Tieffahrt einer „langjährigen Hausse“, von einem möglichen Crash.  Plausibel sei aber auch die „Rückkehr zur Normalität“. Nach derart langen Hochphasen werden Kurse sich unweigerlich korrigieren müssen. „Danach finden Anleger wieder zu ihrem  Optimismus zurück“, so die „NZZ“.

Das letzte Wort

Kommentator „krank“ sieht alles weniger dramatisch und macht sich eher Sorgen um seine private Realwirtschaft:  „Ich bin auch ganz in Panik, wenn ich auf mein Konto gucke. Ein Kurssturz nach dem anderen.“

„Junge Welt“: „Hass wird salonfähig“

„Zuerst!“: „US-Verteidigungsminister: Kein Beweis für Assads Sarin-Einsatz – jetzt soll es Chlorgas gewesen sein“

„Achse des Guten“: „Ihre Gebühren bei der Arbeit: Behindertenwitze beim ZDF“

„PI-News“: „Wer hat Angst vor Andrea Langstrumpf?“

„Jouwatch“: „Südafrikas weiße Farmer-Frauen: ‚Ich schlafe nur mit der Waffe neben mir ein!‘“

„Novo“: „Wie Fortschritt in Afrika gelingen würde“

„Junge Freiheit“: „Kursabsturz in den USA trifft auch die deutsche Börse“

„Epoch Times“: „Panik an der Wall Street: Kurse im freien Fall“

„Ortner Online“: „Börsenbeben oder Crash?“

„Neue Zürcher Zeitung“: „Mögliche Gründe für den Kurseinbruch an der Wall Street“

Zusammenstellung: Florian Müller


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