06. Februar 2018

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Kostenfaktoren mit zwei Ohren erleiden Autoritätsverlust

von Redaktion Presseschau

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Bildquelle: shutterstock Beleidigung für Angestellte des Öffentlichen Dienstes: „Kostenfaktor mit zwei Ohren“

Universitäten: Staatsversagen trifft Staatsfreunde

Die Entwicklungen an deutschen Hochschulen sind alles andere als positiv. Polizeigewerkschafter Rainer Wendt wies die Frankfurter Goethe-Universität darauf hin, dass die „Lebenswirklichkeit die Uni eingeholt hat“, so berichtet die „Epoch Times“. Wendt war im vergangenen Jahr von Frankfurter Studenten angefeindet und als Rassist bezeichnet worden, als er über den „Polizeialltag in einer Zuwanderergesellschaft“ sprechen wollte. Wendt wurde schließlich ausgeladen. Mittlerweile kommt es vermehrt zu sexuellen Übergriffen auf dem Campus, wie Autorin Nancy McDonnell in der „Epoch Times“ betont. Auch David Berger berichtet auf „Philosophia Perennis“ über die Entwicklung an der Goethe-Uni. Dort herrsche nach Bekanntgabe über sexuelle Belästigungen Angst vor einem „orientalisch bis nordafrikanisch“ aussehenden jungen Mann mit starkem Akzent. Man solle, so die Unipräsidentin, „bei Aktivitäten rund um den Campus vor allem in den Abend- und Nachtstunden besondere Vorsicht walten lassen“. Auch betont Berger die Rolle, die Rainer Wendt im vergangenen Jahr an der Frankfurter Universität gespielt hatte. Trotzdem ist Berger „alles andere als froh darüber“, dass die Lebenswirklichkeit die Universität eingeholt hat.

USA: Dem Raketenmann wurde übel mitgespielt

Marco Maier schreibt im „Contra-Magazin“ über „Raketenmann Trump“, dieser setze wie Vorgänger Obama auf nukleare Aufrüstung: „Die kalten Krieger haben wieder die Oberhand.“ Seit 2004, als die Republikanerin Sarah Palin gefordert hatte, die „USA müssen Russland mittels eines nuklearen Erstschlags ausschalten“, habe sich wenig geändert. Auch könnte der US-amerikanische „Deep State“ mit einer „False-Flag-Aktion“ einen Vorwand für den nächsten Krieg liefern. Maier nimmt Trump aber aus der Schusslinie. Dieser sei „ein Gefangener des Systems“.

Dementsprechend darf man davon ausgehen, dass es auch unter der gescheiterten Hillary Clinton nicht viel anders verlaufen wäre. Trotzdem setzten die Demokraten alles an die Präsidentschaft Clintons – auch mit der Behauptung einer russischen Intervention in den Wahlkampf. Auf „Compact Online“ berichtet man über belastende Ermittlungsergebnisse gegenüber FBI und Justizbehörden. Dem geheimen Spionagebericht, auf dem die Abhörung von Trumps Wahlkampfberater fußte, hatte das FBI Informationen vorenthalten. Das sogenannte „Trump-Dossier“, das die Bespitzelung begründet hatte, wurde indirekt von der Clinton-Kampagne finanziert. Autor Tino Perlick fragt: „Zersplittert die Russenkeule?“

Drugs and Rock‘n‘Roll: Gendermusik und Kiffen

In den vergangenen Wochen stand Österreichs FPÖ-Kandidat Landbauer wegen rechten Liedgutes seiner Burschenschaft in der Kritik. Auch Kanada stört sich an unzeitgemäßen Liedern, wie „Zuerst!“ berichtet. In der ersten Strophe der kanadischen Nationalhymne ist nur von „Söhnen“ die Rede. Vergangenen Mittwoch stimmte das kanadische Unterhaus, in dem Justin Trudeaus Liberale Partei eine deutliche Mehrheit besitzt, gegen die veraltete und nicht geschlechtsneutrale Strophe. Seit 2015 versuchte Trudeau, den Liedtext ändern zu lassen, so „Zuerst!“. Die Mehrheit der Bevölkerung hatte eine Änderung bislang abgelehnt.

Bezüglich der deutschen Nationalhymne hat sich noch niemand über das „brüderliche Streben“ echauffiert. Trotzdem könnte bald auch in Deutschland Marihuana legalisiert werden. Ob man in Zukunft die gendersensiblen Bürger ruhigstellen will, einen Schritt in die freie Selbstbestimmung macht oder die Polizei für andere Bereiche benötigt, hat der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) noch nicht bekanntgegeben. In einem Interview mit der „Bild“-Zeitung kritisierte Vorsitzender André Schulz allerdings das jetzige Cannabis-Verbot als willkürlich, wie die „Junge Freiheit“ berichtet. Auch müsse man akzeptieren, „dass es in der Geschichte noch nie eine Gesellschaft ohne Drogenkonsum gegeben habe“, so Schulz weiter. Die „Junge Freiheit“ zitiert Schulz: „Es gibt bessere Möglichkeiten in der Drogenpolitik, als größtenteils auf Repression zu setzen.“

Glaube: Grüß Gott, du Homo!

„Dr. Netzfund“ macht auf „Jouwatch“ seinem Ärger Luft. Zu Schulbeginn wurden in Stuttgarter Schulen die Eleven darauf hingewiesen, wie sie sich zu verhalten haben. Ihnen wurde auch mitgeteilt, so der Autor, dass man „Grüß Gott“ nicht mehr verwenden solle, da es muslimische Mitschüler beleidige. Dazu könne man „nur noch den Kopf schütteln“. „Wenn wir nicht mehr ‚Grüß Gott‘ sagen dürfen, gibt es nur eine Alternative: Ihr habt das Recht, Deutschland zu verlassen, wenn es euch nicht passt!“, schätzt der Autor die Lage ein. Ironischerweise schaltet „Jouwatch“ auch unter diesem Artikel eine Werbeanzeige über Fincas in Panama: „Wandere aus, solange es noch geht.“ An wen diese Anzeige wohl gerichtet ist?

Auch auf kath.net stellt man sich gegen den Zeitgeist. In der vergangenen Woche waren immer häufiger die Forderungen aufgetaucht, Homosexuelle zu segnen, und „die Kirche aufzupolieren“. Im „Montagskick“ kritisiert Peter Winnemöller die Entwicklungen seiner Kirche. Winnemöller im Wortlaut: „Wo also Bischöfe zum Beispiel der Segnung homosexueller Partnerschaften das Wort reden, da biedern sie sich in ungesunder Weise einem Zeitgeist an, der ihnen morgen schon böse ins Gesicht schlagen kann.“ Auch spricht der Autor von einer „absurden Entwicklung“ und einer „Religion des populistischen Relativismus“. Angriffsfläche bot ihm vor allem der Münchner Kardinal Marx, der mit seinen Vorstößen regelmäßig für Aufsehen sorgt.

Zitat der Woche

Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft Rainer Wendt kritisiert nicht nur die steigende Kriminalität durch Zuwanderer, sondern auch den Autoritätsverlust des Staates und der Polizei. Laut Wendt fangen solche Entwicklungen bereits mit der Sprache an. „Wenn Lehrkräfte als ‚faule Säcke‘, Polizistinnen und Polizisten als ‚Bastarde‘ und die Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes pauschal als ‚Kostenfaktoren mit zwei Ohren‘ verunglimpft werden, muss man sich über Autoritätsverlust nicht wundern“, so Wendt gegenüber der „Allgemeinen Zeitung“. Auch wenn man die plumpen Beleidigungen aufs schärfste verurteilt, „Kostenfaktor mit zwei Ohren“ hat Potential, in den libertären Wortschatz aufgenommen zu werden.

„Epoch Times“: „Wendt: ‚Lebenswirklichkeit hat Goethe-Uni eingeholt‘ – Präsidentin warnt vor sexuellen Übergriffen“

„Philosophia Perennis“: „Frankfurter Uni: Wenn Lebenswirklichkeit die politische Korrektheit der Akademiker überholt“

„Contra-Magazin“: „Raketenmann Trump – Aufrüstung und Krieg als Passion“

„Compact Online“: „‚Menschen werden ins Gefängnis wandern‘ – Russia-Gate wird für Clinton-Demokraten zum Bumerang“

„Zuerst!“: „Kanada gendert seine Nationalhymne: Aus ‚Söhnen‘ werden ‚Patrioten‘“

„Junge Freiheit“: „Kriminalbeamten-Chef: Gebt das Hanf frei“

„Jouwatch“: „Junge Lehrerin: ‚Im Namen Gottes‘ ist unser nationales Motto!“

kath.net: „Irgendein Segen geht immer“

Zusammenstellung: Florian Müller


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