02. Februar 2018

Alternative Presseschau Fortbestand. Vereinigte Staaten. AfD.

Die Postliberalen wollen künstliche Befruchtung fördern

von Redaktion Presseschau

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Bildquelle: shutterstock Soll staatlich gefördert werden: Künstliche Befruchtung

Die Debatte um Abtreibung und künstliche Befruchtung steht noch immer im Brennpunkt. Auch das antisemitische Liedgut der Burschenschaft Germania und die Politik unter Donald Trump wird diskutiert.

Fortbestand: Konversion und künstliche Befruchtung gegen Abtreibung

Nur einen Tag nach dem „March for Life“, bei dem Abtreibungsgegner demonstrierten, fand der „Women‘s March“ statt, in dem Frauen für ihre Rechte, unter anderem auf Abtreibung, eintraten. Auf dem christlichen Portal kath.net wundert man sich: „Drei Viertel der Bevölkerung der USA sind für strengere Abtreibungsgesetze. Bei den Teilnehmerinnen des ‚Women‘s March‘ ist davon wenig zu merken.“ Ungewollt zeigt kath.net dadurch die Diskrepanz zwischen den unterschiedlichen Mobilisierungsfaktoren „linker“ und „rechter“ Proteste. Im ganzen Land fanden 250 Demonstrationen statt, die sich für diverse Frauenrechte einsetzten.

Auch die evangelische Zeitung „idea“ berichtet über Abtreibungen. Eine kanadische Studie hat ergeben, dass über zehn Prozent der jugendlichen Mädchen, deren Mütter bereits eine Abtreibung hatten, auch selbst einen Schwangerschaftsabbruch durchführten. Bei Kindern von Müttern, die keine Abtreibung hatten, lag die Quote nur bei 4,2 Prozent. Laut „idea“ konnten „die Wissenschaftler bisher keinen Grund für die Ergebnisse nennen“. Auch greift man den kanadischen Premierminister Justin Trudeau an. Dieser wolle in Zukunft nur noch Organisationen bei Studentenjobs bezuschussen, die „das Recht auf Abtreibung voll befürworten“. Es ist daher nicht davon auszugehen, dass Trudeau bei jedem toten Embryo einen seiner berühmten Heulkrämpfe bekommt. In Deutschland fanden im Jahr 2016 circa 3.000 Abtreibungen bei unter 18-jährigen Mädchen statt, betont „idea“.

Da durch Abtreibung auch immer mehr Christen verlorengehen, stellt sich ein Mann Gottes gegen die Abschiebung christlicher Flüchtlinge. Der Bischof der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Hannover, Hans-Jörg Voigt, kritisierte die Arbeit des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) scharf. Es arbeite „auf Hochtouren daran, Tausende Ablehnungs- und Abschiebebescheide für konvertierte christliche Flüchtlinge auszustellen“. „Christlichen“ Flüchtlingen drohe in Syrien, so Bischof Voigt, „Verhaftung und Tod“. Nach Kenntnisstand der Redaktion ist Voigt bisher nicht auf die Idee gekommen, dass muslimische Flüchtlinge sich haben taufen lassen, um die Abschiebung zu vermeiden.

Auch mit postfaktischen Neochristen lässt sich das Aussterben der Bevölkerung kaum aufhalten. Deshalb wollen die Postliberalen (FDP) künstliche Befruchtung fördern. Dies soll, man wundert sich schon gar nicht mehr, von staatlicher Seite geschehen. Die „Junge Freiheit“ betont, dass die FDP auch Alleinstehende und Homosexuelle finanziell unterstützen lassen will. 2004 hatten SPD und Grüne mit ihrer umstrittenen Gesundheitsreform finanzielle Hilfe bei künstlicher Befruchtung nur verheirateten Paaren zugesagt, bei denen das Alter der Frau zwischen 25 und 40 liegt. Heute bekämen Vertreter der Grünen und der SPD progressive Schnappatmung, sollte jemand auf die Idee kommen, nur Ehepartner beim Kinderwunsch zu unterstützen.

Vereinigte Staaten: Dauerlage der Nation

Die linke Zeitschrift „Junge Welt“ betrachtet die USA „weiter als Schurkenstaat“. Das macht die Zeitschrift an der Rede Donald Trumps zur „Lage der Nation“ fest. Trump forderte, dass man „weiterhin stolz bei der Nationalhymne stehe“, die USA „ihr eigenes Atomwaffenarsenal modernisieren“ müssten und die Zuwanderung aus Mexiko durch die Mauer unterbinden sollten. Auch das Gefangenlager Guantanamo wird weiter betrieben, so der Präsident am Dienstag. Inwiefern sich Trumps Politik von der Linie seiner Vorgänger unterscheidet, wird nicht genannt. Dass die USA aber „weiterhin Schurkenstaat“ blieben, zeigt zumindest, dass Autor Stefan Kimmerle verstanden hat, dass sich unter Donald Trump hinsichtlich der genannten Punkte wenig geändert hat. Dass die „Junge Welt“ auch über den „Schurkenstaat“ nach Amtsantritt des Demokraten Obama geschrieben hätte, ist zu bezweifeln.

Ganz anderen Journalismus betrieb das „Contra-Magazin“, das normalerweise eher polemisch kommentiert. Am Dienstag veröffentlichte es einen „Artikel“ über Trumps Rede zur „Lage der Nation“. Der beinhaltete lediglich die Verlinkung des Videos und die Worte: „US-Präsident Trump hat seine ‚State of the Union Adress‘ für 2018 abgegeben. Wir kommentieren dies nicht, machen Sie sich selbst ein Bild.“

Dass sich doch etwas unter Trump ändert, berichtet die Zeitschrift „Zuerst!“. Trump mache seine Wahlversprechen wahr, indem er erste Strafzölle auf die Einfuhr von EU-Produkten erhoben hat, so betont „Zuerst!“. Trump hatte in Davos die EU-Importrichtlinien als „unfair“ kritisiert. „Wir bekommen unsere Produkte nicht hinein“, so der US-Präsident. Trump spielte dabei auf die hohen Standards der EU an, durch die viele amerikanische Produkte den Markt nicht betreten dürfen.

Ekel der Woche

Der Fundus ist wie immer riesig. Trotzdem hat sich Ralf Stegner (Pöbelralle) selbst für diesen Titel qualifiziert. Bei Sandra Maischberger kritisierte Stegner die Sprache der AfD. Diese gehöre nicht in die „Welt der demokratischen Parteien“. Maischberger grätschte vollkommen unerwartet dazwischen, erinnerte sich anscheinend noch dunkel an echten Journalismus und zitierte die Twitter-Injurien Stegners. Dieser hatte Alexander Gauland, der ebenfalls in der Talkrunde saß, unter anderem als „widerlicher, seniler Hetzer“ und „der übelste Hetzer seit...“ bezeichnet. Für Stegner ist dies „sprachlich immer noch woanders als das, worüber man gerade redet“. Das ganze Video kann man beispielsweise auf „PI-News“ schauen.

kath.net: „Women‘s March: Warum sie für Abtreibung sind“

„idea“: „Abschiebung von christlichen Flüchtlingen ist ein Skandal“

„idea“: „Töchter folgen häufig dem Beispiel ihrer Mütter“

„Junge Freiheit“: „FDP will künstliche Befruchtung fördern – auch bei homosexuellen Paaren“

„Junge Welt“: „USA weiter Schurkenstaat“

„Contra-Magazin“: „VIDEO (englisch): Trump ‚State of the Union Adress 2018‘ ohne Kommentar, machen Sie sich selbst ein Bild“

„PI-News“: „Video: Alexander Gauland bei Maischberger“

Zusammenstellung: Florian Müller


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