29. Januar 2018

Alternative Presseschau Nachbarländer. Mattscheibe. Fake News. Afrika.

„Fack you Göthe“ ist sittenwidrig

von Redaktion Presseschau

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Bildquelle: Kathy Hutchins / Shutterstock.com Zieht in Windsor ein: Meghan Markle

Auch um uns herum passiert gerade so einiges. Eine Halbschwarze zieht in Windsor ein, und „Fack ju Göhte“ ist sittenwidrig. Zumindest der Name. Afrika wird in den kommenden Jahrzehnten vor großen Problemen stehen.

Nachbarländer: Liberal-kommunistische Rassistenquerfront

Bei der kürzlich stattgefundenen Präsidentschaftswahl in Tschechien unterstützten die tschechischen Kommunisten Miloš Zeman. Zeman war vor Weihnachten mit einer Stellungnahme zur Flüchtlingskrise in die Schlagzeilen geraten. Er sprach von einer „organisierten Invasion“ und empfahl den Muslimen, „lieber in ihrem Heimatland gegen Islamisten zu kämpfen“. Die „Junge Welt“ befragte den Vizevorsitzenden der kommunistischen Partei Böhmens und Mährens, Josef Skála, zur Unterstützung des „rassistischen“ Präsidenten. Skála ordnet Zeman dem liberalen Lager zu und verweist lediglich auf die verzerrte Wahrnehmung im Westen. Insbesondere die rechten Parteien in Tschechien hatten zuvor gegen Zeman gewettert.

Im Zuge der anstehenden Parlamentswahlen in Italien will der Vorsitzende der Lega Nord, Matteo Salvini, hart gegen illegale Einwanderer durchgreifen. „Zur Zeit“ berichtet über Salvinis Pläne, als Ministerpräsident in den kommenden vier Jahren insgesamt 500.000 Illegale zu „repatriieren“. Das Mitte-rechts-Bündnis, bestehend aus der Partei des früheren Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi und der nationalistischen Lega Nord, liegt in Umfragen bei 36 Prozent und könnte im März die Wahl gewinnen.

Auch in der östlichen Alpenrepublik entsteht Widerstand gegen die europäische Flüchtlingspolitik. Das von der EU geplante „Dublin IV“-Abkommen sehe vor, dass „faktisch die bloße Behauptung einer Familienverbindung ausreiche“, um als Angehöriger nach Europa reisen zu dürfen. FPÖ-Innenminister Herbert Kickl habe bereits angekündigt, sich „mit aller Kraft gegen die geplanten Neuerungen im Asylrecht zu stemmen“, so berichtet der Blog „Jouwatch“. Da es sich bei dem geplanten „Dublin-Paket“ allerdings um einen „qualifizierten Mehrheitsentscheid“ handele, bedarf man 16 zustimmender EU-Länder, die zudem 65 Prozent der EU-Bevölkerung vertreten müssen, so das Nachrichtenportal.

Das linke Medium „Jungle World“ berichtet über die anstehende Heirat Prinz Harrys mit seiner Verlobten Meghan Markle. Für „Jungle World“ hat sich die „Monarchie in Großbritannien mit Überschallgeschwindigkeit der Gegenwart genähert“. Meghan Markle, so Autorin Jacinta Nandi, sei nämlich eine „Woman of Colour“, eine „Farbige“. Trotzdem kritisiert „Jungle World“ die traditionellen Zwänge, denen das junge Paar unterliege. Auch die Kinder werden dramatische Einschnitte in ihrem Leben hinnehmen müssen. Jacinta im Wortlaut: „Sie werden nie twittern dürfen.“

Mattscheibe: Zwangsweise Göthe?

Christian Ortner schreibt auf seinem Blog „Ortner Online“ über die Debatte in der Schweiz wegen des Gebührenfernsehens. In einem Artikel auf dem Portal „Die Presse“ weist Ortner auf die unterschiedlichen Stimmen hin, die sich für und gegen die Zwangsgebühr einsetzen. Die „Schweizer Radio-und Fernsehgesellschaft bezahlt derzeit 6.000 Mitarbeiter mit den Rundfunkgebühren“.

Dass man ohne öffentlichen Rundfunk vor Filmunfällen wie „Fack ju Göhte“ gefeit bliebe, ist nicht zu erwarten. Immerhin wird man in Zukunft nicht von „Fack-ju-Göhte-Aftershave“ belästigt. Ein EU-Gericht hat jetzt gegen den Wunsch der Produzenten geurteilt, den Titel „Fack ju Göhte“ als Marke schützen zu lassen. Die Produktionsfirma Constantin Film versucht seit geraumer Zeit, sich die Exklusivrechte am Titel zu sichern, so die Zeitschrift „Zuerst!“. In letzter Instanz hat das Gericht der Europäischen Union (EuG) die Entscheidung des EU-Markenamtes bestätigt. Die Bezeichnung „Fack ju Göhte“ ist sittenwidrig.

Fake News: Die eine christliche Wahrheit?

Bei Maybrit Illner diskutierten die Gäste über „Der unterschätzte Egoist – Kann Donald Trump Erfolg haben?“. Auf „Tichys Einblick“ berichtet Stephan Paetow über die Talkrunde und dass nicht „ausgeblendet werden konnte, dass Donald Trump Erfolg habe“. Jörg Thadeusz vom RBB wetterte hauptsächlich gegen den anwesenden stellvertretenden AfD-Bundesvorsitzenden Pazderski. „Sollte Illner Thadeusz gebucht haben, um im Stile der ‚heute-show‘ jeden Redebeitrag des AfD-Mannes sowie jede Tat Trumps ad absurdum zu führen, war er wohl sein Geld wert. Schade“, so der Kommentar Stephan Paetows.

Der alte Mann in Rom hingegen kritisierte nicht nur Donald Trump, sondern alle Verfasser von „Fake News“, wie die „Junge Freiheit“ aus Berlin berichtet. Papst Franziskus hatte am Mittwoch Journalisten dazu aufgefordert, „sich gegen die Verbreitung von Unwahrheiten zu stellen“. Franziskus lade dazu ein, „einen Journalismus für den Frieden voranzutreiben“. Bereits beim Sündenfall habe es „Fake News“ gegeben. Dabei habe es sich um die „Strategie der schlauen Schlange“ gehandelt.

Afrika: Bevölkerung und Korruption

Auf „Epoch Times“ ist Gastautor Jürgen Fritz besorgt über die Entwicklungen auf dem Schwarzen Kontinent. Allein die Bevölkerungsexplosion der letzten und der kommenden Jahre hindere Europa daran, den Afrikanern effektiv zu helfen. Bis zum Jahr 2050 werden auf einen Europäer 3,5 Afrikaner kommen. Vor 100 Jahren gab es dreimal mehr Europäer als Afrikaner, so die Rechnung von Jürgen Fritz.

Volker Seitz kritisiert auf der „Achse des Guten“ einen anderen Aspekt Afrikas. Die überbordende Korruption und Vetternwirtschaft mache es kaum möglich, in Afrika sinnvolle Politik zu betreiben. Stattdessen lande alles, was erwirtschaftet würde, in den Taschen korrupter Politiker und Clans. Seitz führt allerdings ein Ausnahmebeispiel an: In Togo hat man den Ruander Henry Gapéri mit Aufgaben betraut und die Behörden radikal zusammengelegt. Mittlerweile erwirtschafte der Direktor Gapéri regelmäßig Überschüsse. Als Ausländer gilt er als unbestechlich.

Das letzte Wort

Auch in den Kommentarspalten kam die „Fake News“-Ansprache des Oberhauptes der katholischen Kirche schlecht weg. „K.Twiel“ kann die politischen Einmischungen von Franziskus allerdings nachvollziehen: „Der weiße Popstar weiß, wie man immer im Gespräch bleibt. Sonst verkauft man keine Single mehr.“

„Junge Welt“: „‚Es geht um die Reste unserer Souveränität‘“

„Zur Zeit“: „Lega-Nord-Chef Salvini will halbe Million illegaler Einwanderer abschieben“

„Jungle World“: „Eine Woman of Colour auf Schloss Windsor“

„Ortner Online“: „Die Schweiz stimmt über die TV-Gebühren ab. Eine gute Idee!“

„Zuerst!“: „EU-Gericht: ‚Fack Ju Göhte‘ verstößt gegen die guten Sitten“

„Tichys Einblick“: „Maybrit Illner: Trump-Bashing stärkt Trump und Europa hat keine Stimme“

„Junge Freiheit“: „Papst Franziskus ruft zum Kampf gegen ‚Fake News‘ auf“

„Epoch Times“: „Jürgen Fritz: Warum Europa Afrika nicht retten kann“

„Achse des Guten“: „Afrikas Korruption, Deutschlands Blindheit“

Zusammenstellung: Florian Müller


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