25. Januar 2018

Alternative Presseschau Große Koalition. Messer. Ausland. Deutschtum.

Nazis umarmen?

von Redaktion eigentümlich frei

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Bildquelle: shutterstock Sollten sich zusammentun: Deutsche Spießer

Die anstehenden Koalitionsverhandlungen sind noch immer im Brennpunkt der Presse. Auch die Ermordung eines Schülers in Lünen feuert die Debatte bezüglich Ausländerkriminalität an. Im Ausland eskaliert die Gewalt gegen syrische Kurden und weiße Siedler in Südafrika.

Große Koalition: Nicht schon wieder...

Marco Maier gibt sich im „Contra-Magazin“ skeptisch gegenüber den anstehenden Koalitionsverhandlungen. „Es wird wieder faule Kompromisse geben“, titelt Maier. Der Vorsitzende der Unionsfraktion, Volker Kauder, wünscht sich „rasche Koalitionsverhandlungen“, Martin Schulz möchte die Sache lieber ruhig angehen. Maier resümiert zynisch: „Auf jeden Fall darf man sich noch über ein paar weitere Wochen des Polittheaters freuen.“ Fraglich ist allerdings, ob es bei „ein paar Wochen“ bleiben wird.

Das Nachrichtenportal „Jouwatch“ fragt sich: „Ist Merkel noch im Land?“ und wundert sich über die fehlende Präsenz der Kanzlerin. „Das ganze Groko-Kuddelmuddel und der von ‚Spiegel‘ bis ‚JF‘ einstimmig behauptete Selbstmord der SPD – von der Kanzlerin kein Wort dazu“, fasst „Jouwatch“ die skurrile Situation zusammen. Denke die Kanzlerin, es sei dieser Tage am besten, abgetaucht zu bleiben, dann habe sie recht, so das Portal. Dass Merkel alkoholisiert in einer Häuserecke haust, wie es die abgrundtief schlechte Fotomontage des Magazins suggeriert, ist allerdings zu bezweifeln.

Messer: Scheibchenweise zur Wahrheit

Während zunächst lediglich von einem „15-jährigen Jungen“ die Rede war, der in Lünen seinen Mitschüler erstochen hat, sickern nach und nach mehr Details ans Licht. Kurze Zeit später sprach man von einem Ausländer, mittlerweile weiß man, dass es sich um einen Deutsch-Kasachen handelt. „Compact Online“ berichtet über Details zu der tragischen Geschichte. Nach Angaben der Dortmunder Staatsanwaltschaft „gelte der 15-Jährige als aggressiv und unbeschulbar und besuchte deswegen zwischenzeitlich eine andere Schule“. Zu dieser absurden Aussage nimmt „Compact“ keine Stellung, verweist aber auf die Aussage des Staatsanwaltes: „Beide Schüler seien Deutsche, der mutmaßliche Täter habe aber auch noch einen kasachischen Pass.“ Zur Religion des Täters gab es bisher keine Angaben, die Chance, dass es sich um eine nichtfriedliche Weltreligion handle, liege allerdings bei 70 Prozent.

Auch „PI-News“ greifen den Vorfall auf und weisen auf die „Trauerbewältigung“ der Gesamtschule hin. Innerhalb kürzester Zeit sperrte die Schule ihre Internetseite und publizierte einen „Offenen Brief“ über die Geschehnisse. „PI-News“ kritisiert die „aus der Schublade gezogene Trauer-Perfektion“, durch die sich beim Leser im Hinblick auf dieses systematische Vorgehen eine Sprachlosigkeit einstelle. Selbstverständlich handle es sich um „eine schreckliche Einzeltat, die nicht absehbar war“, so der Text der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule, wie „PI“ hervorhebt.

Ausland: Weiße Christen, Kurden und böse Russen

„Philosophia Perennis“ berichtet über die aktuellen Reportagen der Investigativjournalisten Laura Southern und Caolan Robertson. Diese gehörten zu den wenigen, die die eskalierende Gewaltsituation in Südafrika gegenüber weißen Farmern aufgriffen. David Berger berichtet über Auszüge ihrer Arbeit und verweist auf die längeren Interviews. Im Burenland gebe es regelmäßig barbarische Angriffe auf die Weißen, die nicht mehr mit dem Schutz der Regierung rechnen. Weder in Bergers Zusammenfassung noch in den Zitaten der Betroffenen werden die Tätergruppen näher beschrieben. Ein schwarzer Elefant steht wie so oft im Raum, und niemand spricht darüber.

Die linken Alternativmedien berichten wieder über ihre Lieblingsethnie, die unterdrückten Kurden. Im Krieg in Nordsyrien greifen derzeit türkische Militärs die Enklave Afrin an, in der mehrheitlich Kurden leben, so berichtet Peter Schaber in der „Jungen Welt“. Gleichzeitig beschießen islamistische Verbände das Territorium von Osten. Die Kurden seien auf die Großmächte und die Türkei, aber auch auf Deutschland, wütend. „Hier wird mit deutschen Panzern gemordet“, so Schaber abschließend.

Auf einer russischen Website nimmt Außenminister Sergei Lawrow zur antirussischen Haltung des Westens Stellung, wie „Zuerst!“ berichtet. Lawrow beklagt die Abneigung und schätzt sie noch größer ein als während des Kalten Krieges. Lawrow hält dem Westen eine „orchestrierte Kampagne gegen Russland vor, wohingegen Russland seine rote Linie habe“, so zitiert „Zuerst!“ den russischen Minister.

„idea“ berichtet über den Tod der Entwicklungshelferin Brigitte Weiler, die bei einem terroristischen Akt in Kabul ums Leben kam. Die engagierte Protestantin habe seit den 80ern armen Menschen der Region geholfen, so das christliche Portal. Bei der Schießerei am vergangenen Wochenende waren 24 Menschen ums Leben gekommen, darunter 14 Ausländer.

Deutschtum: Lobeshymne und zuviel Liebe

Auf der „Achse des Guten“ fordert Thilo Schneider, dass „Spießer“ oder auch „typisch Deutsche“ zu ihrer Einstellung stehen und sich zusammentun sollten. Diese Leute hielten das Land am Laufen, so Schneider in seinem Text. Der Autor zählt die verschiedensten Eigenschaften der „Deutschen“ auf und bekennt Flagge, selbst zum Spießertum zu gehören. Ihm ist es egal, wie andere Leute über diese Einstellungen denken, solange „Sie bitte pünktlich zu Ihren Terminen kommen und Sie sich die Schuhe vor dem Eintreten abputzen“.

Was Teile der Kulturschaffenden mit den deutschen Spießern am liebsten machen würden, erklärt David Friedrich. Friedrich arbeitet beim Kinderkanal, der aufgrund seiner propagandistischen Multikultisendungen für Kinder in die Kritik geraten war. Auf „Philosophia Perennis“ greift man den aktuellen „Tweet“ Friedrichs auf: „Hass und Gewalt helfen nie. Nazis zum Beispiel. Die muss man einfach nur ganz fest umarmen. Ganz lang. Und ganz fest. Bis sie nicht mehr atmen.“ David Berger geht davon aus, dass diese Stellungnahme im „Linksstaat“ unter Kunstfreiheit fallen wird, obwohl sie sich nahe an einem Mordaufruf bewegt. Einen offiziellen Kommentar des Kinderkanals gibt es bislang noch nicht.

Das letzte Wort

Kommentator „Aubin“ bemerkt die ungleiche Behandlung von rechts und links: „Gesetzt den Fall, er hätte geraten, Gutmenschen totzudrücken, wäre er bereits entlassen!“

„Contra-Magazin“: „Ungeliebte GroKo – Und es wird wieder nur faule Kompromisse geben“

„Jouwatch“: „Ist Merkel noch im Land?“

„Compact Online“: „Messerschüler aus Lünen: ‚Das Opfer schaute meine Mutter an.‘“

„PI-News“: „Kalte Trauerroutine nach Schulflurdrama?“

„Philosophia Perennis“: „‚Es ist so grausam, ich habe noch nie soviel geweint!‘ – Der Völkermord an Weißen in Südafrika“

„Junge Welt“: „Wut auf Kriegstreiber“

„Zuerst!“: „Lawrow beklagt Anti-Russland-Stimmung im Westen: ‚Schlimmer als im Kalten Krieg‘“

„idea“: „Getötete Entwicklungshelferin war engagierte Christin“

„Achse des Guten“: „Wir Spießer sollten einander beistehen“

„Philosophia Perennis“: „Gewaltphantasien von Kika-Morderator: ‚Nazis drücken, bis sie nicht mehr atmen…‘“

Zusammenstellung: Florian Müller


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