23. Januar 2018

Alternative Presseschau Alte Tante. Finanzen. Klima. Leben.

Zerstrittene SPD

von Redaktion eigentümlich frei

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Bildquelle: shutterstock Boomt: Palladium

Die alternativen Medien berichten über die tiefen Streitigkeiten innerhalb der SPD.

Alte Tante: Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!

Nach der Zustimmung für Verhandlungen mit der CDU/CSU auf dem SPD-Parteitag lehnen die Christsozialen Nachverhandlungen des Sondierungspapiers ab. Die „Epoch Times“ berichtet, dass die stellvertretende CSU-Generalsekretärin Dorothee Bär, anhand des knappen Abstimmungsergebnisses der SPD, „kein Mandat bei Martin Schulz und Andrea Nahles“ sieht. Bär kritisiert auch das Verhalten der Sozialdemokraten gegenüber ihrer Basis und die Wortwahl von Andrea Nahles.

Auf „Philosophia Perennis“ titelt David Berger: „Die SPD entscheidet sich für Selbstmord auf Raten“ und kritisiert das opportunistische Verhalten der Partei. Tragisch sei dies allerdings nicht, denn in der Form, „in der sie seit etwa acht Jahren vor sich hin vegetiert, ist sie ohnehin überflüssig“. Die Hoffnung der Jusos, „heute Zwerge und morgen Riesen“ zu sein, habe sich nicht bewahrheitet.

Für Peter Helmes von „Jouwatch“ ist die Sache ebenfalls eindeutig: „Die Glaubwürdigkeit der SPD ist dahin.“ Man fragt sich als Leser zweifelsohne, ob die Glaubwürdigkeit tatsächlich erst seit dem Wochenende angegriffen war, allerdings hält Helmes folgerichtig fest, was die Groko-Verhandlungen eigentlich bedeuten: „Futtertröge statt Prinzipientreue“.

Finanzen: Palladium boomt – EU verlängert Haltbarkeitsdatum

Auf „Tichys Einblick“ berichtet die Redaktion über die „Rekordlaune“ der Weltwirtschaft. Insbesondere der Dax schoss in die Höhe und erreicht beinahe die Hochphase Ende letzten Jahres. Auch in China boomen die Märkte. Beim Edelmetall sorgt Palladium für Rekordzahlen. Aufgrund der hohen Nachfrage nach Benzinautos steigen die Preise weiter. In den USA und Europa versuchen die Finanzaufseher, den Bitcoin weiter unter Kontrolle zu bekommen. Die Börsenaufsicht SEC warnt vor „Sicherheitsproblemen bei Anlageprodukten“.

„Ortner Online“ verweist auf einen Artikel der „FAZ“. Dort wird bekanntgegeben, dass die Europäische Zentralbank (EZB) immer häufiger die Anleihen der stark verschuldeten Südländer aufkauft. Im Rahmen des „Quantitative Easing“ sollten sich die Ankäufe eigentlich an einem Kapitalschlüssel orientieren. Stattdessen „leiht“ die EZB immer häufiger den stark verschuldeten Südstaaten ihr Geld.

Wenn es nach dem Willen des Internationalen Währungsfonds (IWF) geht, soll Deutschland seinen Leistungsbilanzüberschuss abbauen, wie die „Junge Freiheit“ berichtet. Der IWF hatte gefordert, dass Deutschland mehr öffentliche Investitionen tätigen soll. Bundesbankpräsident Weidmann hatte die Forderung zurückgewiesen: „Eine Ausweitung des Defizites in Deutschland hätte nur einen geringen Effekt für andere Länder.“ Weidmann hatte vorgeschlagen, stattdessen Infrastruktur und Bildung zu fördern. Das niedrige Lohnwachstum in Deutschland machte Weidmann vor allem an der Binnenmigration fest, so die „Junge Freiheit“.

Klima: Teurer Vorreiter und weg vom Romantizismus

Nach Angaben des Bundesverbandes der Deutschen Industrie kostet der geplante Klimaschutz rund zwei Billionen Euro. „Compact Online“ berichtet über die großangelegte Studie des BDI und verweist auf die „Welt“. Dort hatte man aufgegriffen, dass allein die Reduktion des CO2-Ausstoßes um 80 Prozent eine derartige Summe verschlingen würde.

Auf dem Portal „Novo“ distanziert man sich ebenfalls von künstlicher Naturfreundschaft. Die Strategie, moderne Landwirtschaft als natürlich oder „biologisch“ zu verkaufen, wird scheitern, so der Autor Klaus Alfs. In seinem Essay betont Alfs, Landwirte sollten die „Flucht nach vorne“ antreten und mit der Kunstfertigkeit werben, einen modernen Betrieb aufrechtzuerhalten. Der Verweis auf glückliche Tiere und „naturnahes“ Gemüse sei ein Rückzugsgefecht.

Leben: Christen gegen Abtreibung

Das katholische Nachrichtenportal kath.net greift die Berichterstattung über den „Marsch für das Leben“ in Washington auf. Vergangene Woche waren Hunderttausende Demonstranten gegen Abtreibung auf die Straßen gegangen. Das Kölner Domradio hatte daraufhin über die Veranstaltung mit dem Wort „umstritten“ berichtet. Kommentatorin Petra Lorleberg kritisiert die Wortwahl und ein Interview des Domradios aufs schärfste und fragt sich, warum in Deutschland bei Abtreibungen ein stärkerer Konsens als in den Staaten vorherrscht.

Donald Trump unterstützte die Demonstranten mit den Worten: „Jedes Leben ist heilig“, wie die evangelische Zeitschrift „idea“ schreibt. Trump solidarisierte sich, wie auch seine republikanischen Vorgänger, mit dem „Marsch für das Leben“. In einer Videobotschaft, die aus dem Weißen Haus gesendet wurde, spricht Trump von „der Heiligkeit des Lebens und der Familie als Grundlage unserer Gesellschaft“. „Idea“ betont, dass seit dem umstrittenen Abtreibungsgesetz aus dem Jahre 1973 schätzungsweise knapp 60 Millionen Babys getötet wurden.

Eine andere Haltung zum bereits ausgewachsenen Leben nahmen amerikanische Linksextremisten ein. „Zur Zeit“ berichtet über eine Twitter-Meldung des Autonomous Student Network an der University of Texas. Die Studenten schlugen vor, den „Tag der Wertschätzung der Ordnungshüter“ in „Tag der Verbrennung der Ordnungshüter“ umzubenennen. Unter anderem forderten sie: „Verbreite Anarchie – lebe Kommunismus“.

Das letzte Wort

Auch „Fox News“ berichtet über die zündelfreudigen Linksextremisten. Kommentator „rssllberrymann“ betrachtet das Problem aus nüchtern-amerikanischer Perspektive: „Ich hoffe, jeder Polizist, der einen Demonstranten mit Molotow-Cocktail sieht, erschießt ihn.“

„Epoch Times“: „Nach SPD-Parteitag: CSU lehnt Nachverhandlung ab – Herrmann verärgert über SPD“

„Philosophia Perennis“: „Die SPD entscheidet sich für Selbstmord auf Raten“

„Jouwatch“: „Futterkiste statt Prinzipientreue – die Glaubwürdigkeit der SPD ist dahin“

„Ortner Online“: „FAZ: EZB kauft immer mehr Südländer-Anleihen“

„Tichys Einblick“: „Wall Street bleibt in Rekordlaune, Bitcoin unter Regulierungsdruck“

„Junge Freiheit“: „Weidmann gegen Erhöhung der öffentlichen Ausgaben“

„Compact Online“: „Zwei Billionen Euro im Müll – Was uns der ‚Klimaschutz‘ kostet“

„Novo“: „Tand ist das Gebilde von Menschenhand“

kath.net: „Kölner Domradio verunglimpft den March for Life als ‚umstritten‘“

„idea“: „Donald Trump: ‚Jedes Leben ist heilig‘“

„Zur Zeit“: „Linksextreme rufen zum ‚Tag der Verbrennung der Ordnungshüter‘ auf“

Zusammenstellung: Florian Müller


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