19. Januar 2018

Alternative Presseschau Österreich. Aktivismus. Russland.

Sammelklage gegen Apple

von Redaktion Presseschau

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Bildquelle: Anton_Ivanov / Shutterstock.com Apple: Kult, aber auch Qualität?

Insbesondere die Alpenrepublik steht im Fokus der alternativen Blätter. Auch die unterschiedlichsten Mainstreamgegner werden von den Medien thematisiert. Daneben kämpfen die Russen mit lettischen Repressionen und langsamen Handys.

Österreich: Zwischen Kindergarten, Hochschule und Erwachsenenspielplatz

Die Wiener Zeitschrift „Zur Zeit“ berichtet über die studentische Hochschulpolitik im Kampf gegen die schwarz-blaue Regierung. Nach Angaben des Magazins habe die „Österreichische Hochschülerschaft“ (vergleichbar mit dem AStA) die studentischen Rücklagen in Höhe von 250.000 Euro aufgelöst, um „etwaige Rechtsschritte gegen Maßnahmen der Regierung“ zu finanzieren. Auch „Kampagnen“ seien geplant. „Zur Zeit“ wertet das Vorgehen als Reaktion der Hochschülerschaft auf die Forderungen der neuen Regierung, „moderate Studiengebühren“ einzuführen, um die hohen Abbruchquoten in sogenannten Massenfächern zu verringern, die meist von linken Studenten frequentiert würden.

Welche Schülerschaft in den kommenden Jahren in den Genuss eines kostenlosen Studiums kommen könnte, sollte die Politik der Freiheitlich-Konservativen scheitern, berichtet kath.net unter Berufung auf einen Bericht der österreichischen „Krone“. Dem Boulevardmagazin liegen immer häufiger Berichte über ungebührliches Verhalten diverser Schüler vor. Nach Angaben von kath.net passieren regelmäßig Gewalttaten gegen den Lehrkörper. Auch Meldungen über Angriffe von aggressiven Vätern auf die Lehrer ihrer Kinder seien in letzter Zeit an die Öffentlichkeit gekommen. Die Polizei wisse von 1.600 Strafanzeigen gegen Wiener Pädagogen. Welche Schülergruppe für die Auffälligkeiten verantwortlich ist, wird nicht berichtet.

Wie die neugewählte Regierung verhindern will, dass noch mehr kleine und große Rabauken in ihr Land kommen, hat Bundeskanzler Sebastian Kurz bei seinem Antrittsbesuch in Deutschland bekanntgegeben. Die Berliner Wochenzeitschrift „Junge Freiheit“ berichtet über das erste Treffen mit seiner Kollegin Angela Merkel. Kurz, der aufgrund seiner restriktiven Einwanderungspolitik in die Kritik geraten war, wich in Berlin nicht von seiner Haltung ab. „Was die Flüchtlingsposition betrifft, so bin ich da sehr klar: Ich verfolge die Linie, die ich für richtig erachte, unabhängig davon, wie die Linie in anderen Ländern aussieht“, so Kurz in Berlin. Angela Merkel stieß nicht überraschend wendehälslerisch in das gleiche Horn. Sie äußerte sich dahingehend, die illegale Migration zu reduzieren und Schleppern keine Unterstützung zu geben, berichtet die „Junge Freiheit“.

Aktivismus: David gegen Goliath

Der bekannteste Aktivist Österreichs, Martin Sellner, veröffentlicht auf dem rechtsintellektuellen Portal „Sezession“ einen Briefwechsel mit Verleger Götz Kubitschek. Sellner war aufgrund diverser Repressionen seitens linker Terroristen, aber auch großer Unternehmen in die Schlagzeilen gerückt. Der Kopf der Identitären Bewegung berichtet von der starken Anteilnahme an seiner Lage, Kubitschek resümiert, dass nur noch private Solidarisierungen die Aktivisten unterstützen können. Sellner gibt sich trotz alledem optimistisch und berichtet von neuen medialen Strategien jenseits der großen Plattformen.

Der bekannte Youtuber Sven Liebich („Svens Welt“) macht sich derzeit große Sorgen um die derzeitigen Entwicklungen. Andreas Köhler berichtet auf „Jouwatch“ über die aktuellen Repressionen gegenüber dem lautstarken Systemgegner. Nach Angaben des Portals blieb es nicht nur bei Mordaufrufen und diverser Onlinezensur, sondern auch Liebichs Firma sowie das Grundstück seines Vermieters wurde durchsucht. Laut den anwesenden Beamten brauchten diese keinen Durchsuchungsbefehl, da ein Haftbefehl gegen Liebich vorlag. Liebich sei ratlos, so „Jouwatch“, und werde auf die Hilfe eines Anwalts zurückgreifen. In einer Videobotschaft sprach er davon, nicht suizidgefährdet zu sein, sollte der schlimmste Fall eintreten.

Auf dem Blog „Philosophia Perennis“ berichtet David Berger über die Frauenrechtlerin und Politikerin Leyla Bilge. Die Kurdin plant einen Frauenmarsch auf das Kanzleramt, um gegen die unsäglichen Zustände in deutschen Großstädten und die Politik der Altparteien zu demonstrieren. „Jeder ist willkommen, egal welcher Herkunft und welche politische Ideologie er/sie verfolgt, solange es mit unseren Gesetzen, Werten vereinbar ist und Sie gegen die fatale Flüchtlingspolitik der Altparteien sind“, so Leyla Bilge. Sie fordere insbesondere mehr Sicherheit auf deutschen Straßen und Einsatz gegen Übergriffe und Morde an Frauen sowie die Unterbindung von Kinderehen. Die Demonstration soll am 17. Februar in Berlin stattfinden.

Russland: Lost in Translation

Zwar kennt man in Deutschland noch keine russisch-lettischen Aktivisten, aber was nicht ist kann ja noch werden. Das Kieler Nachrichtenmagazin „Zuerst!“ greift die Problematik der russischsprachigen Bevölkerungsgruppe im Baltikum auf. Dort wende sich die Politik immer stärker gegen die russische Minderheit. Insbesondere in Lettland stellt sich die rechtsgerichtete und russenfeindliche Regierung gegen die slawische Minorität. Der Vorsitzende der Partei der russischsprachigen Minderheit, Miroslaw Mitrofanow, rechne damit, dass an Schulen bald Strafen für die Nutzung des Russischen eingeführt werden könnten. Kürzlich hatte die lettische Regierung veranlasst, dass auch an Schulen der nationalen Minderheiten Lettisch die einzige Unterrichtssprache sein dürfe.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich noch nicht zur aktuellen Entwicklung auf dem Baltikum geäußert. Dass dies an den langsamen Smartphones liegt, ist jedoch eher unwahrscheinlich. Auf „RT deutsch“ wird berichtet, dass eine russische Sammelklage gegen den US-amerikanischen I-Phone-Hersteller Apple gerichtet ist. Der Konzern hatte in der Vergangenheit zugegeben, eine „absichtliche Überalterung“ eingebaut zu haben, wie „RT deutsch“ bekanntgibt. Laut Apple sei die Aufrüstung dahingehend zu interpretieren, dass die älteren Geräte „bestmöglich am Laufen“ gehalten werden sollen. Bereits vor Bekanntgabe der russischen „Problemhandys“ schwappte eine weltweite Klagewelle gegen das US-Großunternehmen.

Das letzte Wort

User „Doughi“ bewahrt sich im Angesicht langsamer I-Phones seinen Zynismus und kommentiert auf „RT deutsch“: „Ich wünsche den Klägern viel Erfolg, auch wenn ich dazu neige, jedem Apple-User zu sagen ‚selber schuld!‘. Ich habe nie wirklich verstanden, wie fanatisch manche Personen diesem Apple-Kult hinterherlaufen, wo doch sämtliche Produkte der Wettbewerber gegenüber Apple-Produkten richtige Vorteile bieten, sowohl im Preis als auch in der Leistung. Ich finde es wichtig, Konzernen wie Apple rechtliche Grenzen aufzuzeigen, sonst nimmt diese ‚Wir können ja eh machen, was wir wollen‘-Mentalität echt überhand.“

„Zur Zeit“: „ÖH löst Rücklagen für Kampagne gegen türkis-blaue Bundesregierung auf“

kath.net: „Wachsende körperliche Gewalt gegen Wiener Lehrer“

„Junge Freiheit“: „Kurz: ‚An einem starken Schutz der Grenzen führt kein Weg vorbei‘“

„Sezession“: „Alle gegen Sellner – ein paar Mails“

„Jouwatch“: „4. Reich aktuell: Die ersten werden bereits abgeholt“

„Philosopha Perennis“: „Kandel & Co: Leyla Bilge plant Frauenmarsch zum Kanzleramt“

„Zuerst!“: „Drastische Sprachenpolitik in Lettland: Der Druck auf die russische Minderheit wächst“

„RT deutsch“: „Absichtliche Verlangsamung älterer I-Phones – Apple droht nun Rechtsstreit in Russland“

Zusammenstellung: Florian Müller


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