18. Januar 2018

Alternative Presseschau Fake News. Helfen. Energie.

„Alternative Fakten“ wird Unwort des Jahres

von Redaktion Presseschau

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Bildquelle: Willrow Hood / Shutterstock.com Begriff aus dem Umfeld des US-Präsidenten: „Alternative Fakten“

Die alternativen Medien kommentierten das neue Unwort des Jahres „alternative Fakten“ sowie neue Aspekte der verfehlten Helfermanie.

Falsche Neuigkeiten

Auf dem Onlineportal der Berliner Zeitschrift „Junge Freiheit“ kritisiert Lukas Steinwandter die Kürung des Begriffs „alternative Fakten“ durch die jährlich zusammentretende Jury zum „Unwort des Jahres“. Der Sieg des Begriffs, geprägt durch Trumps Beraterin Kellyanna Conway, sei „so erwartbar wie unüberraschend“. Zwar gibt es auf rechten Blogs die „Zurechtbiegung der Wahrheit“, so Steinwandter, allerdings müsse auch klar sein, dass regelmäßig „Fake News“ von links und von den Qualitätsmedien ausgehen. Anstatt sich über rechte „alternative Fakten“ zu wundern, sollten sich die Linksintellektuellen fragen, warum es überhaupt so viel Nachfrage nach „Fake News“ gebe.

Auch die Wiener Zeitschrift „Zur Zeit“ greift das Thema auf und verweist direkt auf einen „alternativen Fakt“ seitens der Regierung. Bundesaußenminister Sigmar Gabriel äußerte sich bei einem Treffen mit seinem türkischen Amtskollegen, Mevlüt Çavuşoğlu, dahingehend, dass die Türken Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg aufgebaut haben. Die ersten Einwanderungswellen der Türken begannen erst mit dem Gastarbeiterabkommen des Jahres 1961, betont „Zur Zeit“. Zu diesem Zeitpunkt sei der Wiederaufbau bereits abgeschlossen gewesen.

Für den Kanzlerkandidaten Martin Schulz (SPD) zählt auch der Vorwurf „Volksverräter“ zu den alternativen Fakten. In einem Interview mit N-TV unterbrach einer der Anwesenden mit lautstarken Zwischenrufen die Stellungnahme. Das „Contra-Magazin“ greift die Situation auf und verweist auf die Entgegnung von Schulz. Für diesen handele es sich bei den Störern um „Nazis, die unser Volk mit einem nationalistischen Geschrei über andere stellen wollen und in diesem Land keinen Platz mehr haben“. Dezidiert stritt Schulz den Vorwurf des Volksverräters allerdings nicht ab. Ob ihn die mediale Aufmerksamkeit über das „Unwort des Jahres“ davon abhielt, selbst alternative Fakten zu produzieren, ist unklar. Inwiefern Zwischenrufe dieser Art „Deutschland erhöhen“ würden, blieb ebenfalls offen.

Hilfe, die nicht ankommt...

Auf dem Blog „Achse des Guten“ berichtet Peter Grimm über die Erlebnisse der Grünen-Mitgründerin Eva Quistorp in der aktiven Flüchtlingspolitik. Quistorp wollte in einem Flüchtlingsheim „Mädchen, jungen Frauen und liberalen Muslimen“ helfen. „Meine Hilfe war nicht naiv“, so Quistorp gegenüber der „Achse“. Sie nahm sich eines Flüchtlingsmädchens an, baute Vertrauen auf und entwickelte eine funktionierende Beziehung zu ihr. In einem 15-minütigen Interview mit der „Achse des Guten“ erzählt Quistorp über die Entwicklung. Inzwischen hat der Vater jeglichen Kontakt zwischen Quistorp und dem Mädchen untersagt. Er befürchte den unislamischen Einfluss der Helferin. In einem Beitrag im vergangenen Oktober verfasste Quistorp zusammen mit Richard Schröder und Gunter Weißgerber „Zehn Thesen für ein weltoffenes Deutschland“, in denen sie auf die Problematik der Zuwanderung blicken.

Deutlicher wird die Schattenseite der verfehlten Zuwanderung von Michael Klonovsky thematisiert. Auf seinem Blog „Acta diurna“ berichtet Klonovsky über eine Rede des ehemaligen CDU-Mitglieds Maximilian Krah. Dieser hatte gefordert, den Blick nicht nur auf die Politiker, sondern auch auf die Opfer und Angehörigen verfehlter Multikulti-Politik zu werfen. Für Krah scheint es, dass „Westdeutschland von einem kollektiven Wahn befallen sei, der diesen Leuten die Skepsis und den Schutzreflex nehme“. Für Klonovsky ist die Sache eindeutig. Die „Gehirnwäsche im Westen war viel smarter und tiefreichender als in der DDR“. Er sieht pessimistisch in die Zukunft der One-World-Phantasten: Sie „glauben allen Ernstes, ein Teil der Menschheit denke schon jetzt wie sie, und der große Rest strebe es an. Ihr Erwachen ist blutig und wird noch viel blutiger werden.“

Auf „Philosophia Perennis“ bietet David Berger einer anderen Seite der verfehlten Hilfspolitik eine Plattform und verweist auf den Youtube-Kanal des Aktivisten Feroz Khan. Dieser kritisiere aus Sicht der Migranten die Migrationspolitik Deutschlands und den medialen Diskurs, die jahrelang ernste Probleme totgeschwiegen haben. Khan betont, dass er sich von Fakten über kriminelle Ausländer nicht angegriffen fühlt, da er selbst in der Lage sei, zu differenzieren. Er fasst zusammen: „Indem ihr jedes Mal, wenn eine Untat durch einen Zuwanderer begangen wurde, den Täter in Schutz nehmt, suggeriert ihr, dass der Täter Opfer seiner ihn umgebenden Gesellschaft ist.“ Durch die lasche Politik Deutschlands in puncto Abschiebung sei mittlerweile jeder junge Araber mit Vorurteilen behaftet, da die wirklich kriminellen Einwanderer noch immer in Deutschland leben.

Energie: Klimawandel und reale Entwicklungen

Nicht nur Migranten, sondern auch Mutter Erde wollen die Politiker helfen. Auf dem Online-Blog der Zeitschrift „Novo – Argumente für den Fortschritt“ kritisiert Autor Thilo Spahl das weltfremde Denken deutscher Politiker über die Reduktion der CO2-Emissionen. Deutlich wird die Kritik an einer Graphik, die die deutsche Beteiligung an der „Verschmutzung“ in Relation zu anderen Staaten zeigt. Spahl kommentiert: „Am deutschen Klimaschutz werde die Welt nicht genesen.“ Interessant seien auch andere Statistiken, mit denen nachgewiesen werde, dass sich die CO2-Reduktion in Deutschland weiter verringere. Die Trendlinie berechne sich anhand der Tendenz der 90er Jahre, die hauptsächlich auf der Abwicklung der DDR-Betriebe beruhe.

Dass die Realität auf die deutsche Klimapolitik keine Rücksicht nimmt, berichtet das deutsche Nachrichtenmagazin „Zuerst!“. „Zuerst!“ verweist auf die aktuellen Zahlen des russischen Gasriesen Gazprom. In den kürzlich erschienenen Geschäftszahlen des vergangenen Jahres stieg der Gasexport gegenüber Nicht-GUS-Staaten um 8,1 Prozent an. Einen Rekordwert erreichten insbesondere die Lieferungen nach Deutschland. Damit erreicht der russische Konzern einen Marktanteil von 34 Prozent in Westeuropa, wie „Zuerst“ bekanntgibt.

Das letzte Wort

Auch auf „Compact Online“ wurden die „alternativen Fakten“ thematisiert. In der Kommentarspalte fasst „Heidi“ die Problematik zusammen: „Ein ‚Unwort des Jahres‘ braucht niemand wirklich! Es ist eher eine Art Einstieg in eine Salamitaktik zur Abschaffung der Demokratie!“

„Junge Freiheit“: „‚Alternative Fakten‘ sind nur die halbe Wahrheit“ 

„Zur Zeit“: „Alternative Fakten: ‚Türken haben Deutschland aufgebaut‘“

„Contra-Magazin“: „Martin Schulz: Wer ihn Volksverräter nennt, ist ein Nazi und gehört nicht nach Deutschland“

„Achse des Guten“: „‚Ich wollte wenigstens ein Mädchen retten‘“

„Achse des Guten“: „Zehn Thesen für ein weltoffenes Deutschland“

„Acta diurna“: „16. Januar 2018“

„Philosophia Perennis“: „Wie links-grüne Politik Migranten schadet“

Youtube: „5 Aspekte: Wie linke Politik Migranten geschadet hat“

„Novo“: „Klimaziele Hurra!“

„Zuerst!“: „EU-Energiestrategie grandios gescheitert: Gazprom-Exporte nach Europa steigen weiter“

Zusammenstellung: Florian Müller


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