17. Januar 2018

Alternative Presseschau Osten. Fundamente. Deutschland.

Lenins Körper als Reliquie

von Redaktion Presseschau

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Bildquelle: shutterstock Begräbniskirche des Kommunismus: Lenin-Mausoleum in Moskau

Die alternativen Medien berichten über die Geschehnisse im Osten und religiöse Fragen. Auch Kanzlerkandidat Schulz und die verfehlte Asylpolitik klingen auf vielen Seiten an.

Im Osten viel Neues

Marco Maier berichtet im „Contra-Magazin“ über die Aufstockung der deutschen Währungsreserven mit dem chinesischen Yuan. Nachdem China damit gedroht hatte, den Kauf von US-amerikanischen Staatsanleihen einzuschränken, gab die Bundesbank bekannt, auch die chinesische Währung als Reserve zu nutzen. Bereits Mitte 2017 hatte ein Gremium der Deutschen Bundesbank angekündigt, den Yuan ebenfalls als ausländische Reservewährung zu etablieren. Der Zeitpunkt sei günstig, meint Marco Maier. Die wachsende Rolle des Yuan in den internationalen Finanzmärkten sowie der Start eines „Petro-Yuan-Futures“, der langfristig die „Entdollarisierung des Ölmarktes“ vorantreiben soll, biete eine ideale Gelegenheit.

Auf „Compact Online“ schreibt Marc Dassen über die problematischen Beziehungen zwischen Nordkorea und den USA. „Seit neuestem rangiert der ‚Schurkenstaat‘ Nordkorea auf Level 4 der Gefährdungsstufe des US-Außenministeriums“, gibt Dassen bekannt. Von Reisen raten die USA grundsätzlich ab, man müsse zudem eine spezielle Erlaubnis beantragen. Von einem ernsthaften Grund zur Sorge geht Dassen allerdings nicht aus. Stattdessen betont er, dass der „Compact“-Autor Wiegrefe ohne Repressionen nach Nordkorea reisen und berichten konnte.

Der deutsche Ableger des russischen Nachrichtensenders „Russia Today“ berichtet über den Konflikt um Lenins Körper, der auf dem Roten Platz in Moskau in einem Mausoleum ausgestellt ist. Der russische Präsident Wladimir Putin bestätigte dem Chef der Kommunistischen Partei, Gennadi Andrejewitsch Sjuganow, dass Lenins Körper unter seiner Regierung auf dem Roten Platz ruhen wird. Zudem zitiert „RT Deutsch“ Putin, der in einem Dokumentarfilm den Kommunismus mit dem Christentum verglich. Für ihn existieren kaum Unterschiede. „Lenin wurde in ein Mausoleum gesteckt. Inwiefern unterscheidet sich das von den Reliquien der Heiligen für orthodoxe Christen?“, so Putin im Wortlaut. Für ihn sei der Kodex des Erbauers der Sowjetunion nichts anderes als ein Auszug aus der Bibel.

Bröckelnde Fundamente?

David Berger berichtet auf seinem Blog „Philosophia Perennis“ über den Abriss des Immenrather Doms. „In wenigen Tagen zerstört, in Jahrhunderten aufgebaut“, so Berger über die Zerstörung. Durch den erweiterten Braunkohleabbau im Tagebau Garzweiler musste die Ortschaft Immenrath umgesiedelt werden. Zuvor wurde der Dom aus dem 12. Jahrhundert feierlich entwidmet. „Der Abriss dieses alten romanischen Doms wird zu einem Symbol für den gegenwärtigen Zustand Deutschlands und für die völlig verfehlte Energiewende“, schließt David Berger.

Auf den christlich-alternativen Medien wird verstärkt um die christliche Ausrichtung gestritten. Auf dem Nachrichtenportal kath.net fasst Bischof Andreas Laun die Fehlentwicklung der katholischen Kirche zusammen. Er berichtet über diverse Texte und Forderungen, über die er in den letzten Tagen gestolpert sei: „In einer katholischen Frauenzeitung sucht man eine Nachfolgerin für Frau Dohnal, als ob man nicht mehr wüsste, wie diese eine glühende Verfechterin der Abtreibung war.“ Zudem fordern „katholische Laien neue Regeln für geschiedene Katholiken und die Aufhebung des Zölibats“. Auch dem Begriff der „neuen Sexualmoral“ steht Laun kritisch gegenüber. Dies sei ein Begriff, „in den man viel verpacken könne“.

Auch die Protestanten diskutieren über die Grundsätze des Christentums. „Was zeichnet eine christliche Haltung aus?“, fragte man sich auf dem Fünften Christlichen Medienkongress in Schwäbisch Gmünd. Anlass für den Kongress war der Kommentar Ursula Otts, Chefredakteurin des evangelischen Monatsmagazins „chrismon“, die sich in der Vergangenheit gegen das Werbeverbot für Abtreibung ausgesprochen hatte. „idea“ kritisiert die Haltung Otts, die nicht auf das Wohl des ungeborenen Kindes Rücksicht nehme. In evangelischen Kreisen schlug der Streit hohe Wellen. Der Direktor des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik, Jörg Bollmann, versuchte, den Konflikt zu entschärfen. Er riet, „engagiert, aber liebevoll um den rechten Glauben zu streiten: ‚Liebevoll heißt, dass wir uns in gegenseitiger Achtung ernst nehmen in unseren unterschiedlichen Auffassungen, wie wir Gott nahe sein können‘“, so das Portal „idea“.

Martin und die Neubürger

Auf „Jouwatch“ schreibt Max Erdinger über die „Abteilung Merkel und Obergrenze“. Erdinger kritisiert die „atmende Obergrenze“ aufs schärfste, zumal Martin Schulz in den Öffentlich-Rechtlichen offen zugegeben hatte, dass es überhaupt keine Obergrenze für Flüchtlinge gebe. Der „unerträgliche Schulz“ habe in dieser Aussage vollkommen recht, und auch Kanzlerin Angela Merkel und CSU-Chef Seehofer wüssten ganz genau, dass es de facto überhaupt keine Obergrenze gebe. Erdinger geht davon aus, dass „Merkel und Seehofer Polit-Kasperletheater mit dem Souverän gespielt haben. Sie haben versucht, ihm ein X für ein U vorzumachen. Sie haben bei vollem Bewusstsein gegen den Wählerwillen gehandelt.“

Giselher Suhr bedankt sich auf eigentümlich frei beim Sozialdemokraten Martin Schulz. Dieser stehe wie kein anderer für den Untergang der Sozialdemokratie: „Dieser Martin Schulz ist wirklich ein Segen für das Land. Er hat diese merkwürdige SPD-Nachfolgeorganisation, der er vorsteht, wahrhaftig in die Situation einer nahezu zwangsläufigen Selbstentleibung geführt.“ Das totale Versagen von Martin Schulz muss als positives Zeichen gesehen werden, so Suhr: „Egal wie der SPD-Parteitag am 21. Januar in Bonn entscheidet: Martin Schulz geht konsequent weiter auf seinem Weg für ein Deutschland ohne SPD. Danke!“

Dennoch hat Deutschland noch immer mit Nachwehen der linken Großen Koalition zu kämpfen. Im vergangenen Jahr habe das „Auswärtige Amt“ 118.000 Visa für Angehörige von Drittstaaten zum Familiennachzug ausgestellt. 2016 lag die Zahl mit 100.000 Visa deutlich darunter, so die „Epoch Times“. Es würde nicht nach Familienzusammenführungen anerkannter Flüchtlinge und sonstigen Nachzügen unterschieden, gibt das Nachrichtenportal aus Berlin bekannt. Hauptsächlich Syrer und Iraker holten ihre Familien nach Deutschland.

Das letzte Wort

In der Kommentarspalte auf „Epoch Times“ verweist „Willi2009“ auf die ehemalige Lässigkeit des SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz: „Wie sagte das verkommene Schnulz? Ja, dann sind es halt ein paar mehr. Wäre sicher interessant, zu wissen, wohin das Schnulz sich in Sicherheit bringt, wenn die alle hier sind.“

„Contra-Magazin“: „Deutsche Bundesbank nimmt auch Yuan als Währungsreserve auf“

„Compact Online“: „‚Hohes Risiko langfristiger Inhaftierung‘ – US-Reisewarnung für Nordkorea wirft Fragen auf“

„RT Deutsch“: „Putin: Kommunistische Ideologie ähnelt Christentum – Lenins Körper heiliger Reliquie“

„Philosophia Perennis“: „In Jahrhunderten aufgebaut, in wenigen Tagen zerstört“

kath.net: „Gegen Großstadt-Smog wehrt man sich – und gegen Smog in der Kirche?“

„idea“: „Welche Haltung ist christlich?“

„Jouwatch“: „Abt. Merkel & Obergrenzen: Was ist eine ‚größte Volksverarschung?‘“

eigentümlich frei: „Danke, Martin Schulz!“

„Epoch Times“: „118.000 Visa in 2017: Zahl der Familiennachzüge weiter gestiegen“

Zusammenstellung: Florian Müller


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