19. November 2017

ef 178 Editorial

Politik ist nicht die Lösung, sondern das Problem

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Bildquelle: Niccolò Caranti / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0) George Soros: Den Antiglobalisten näher als beide glauben

Politik ist nicht die Lösung, sondern das Problem. Diese Erkenntnis trieb den Vollblut-Unternehmer Titus Gebel an, eine kapitalistische und damit nicht politisierte Form des Zusammenlebens als Marktprodukt zu entwickeln – in Form einer von ihm demnächst betriebenen ersten Freien Privatstadt, in der die Bewohner mit dem Dienstleister eine einklagbare Vertragsbeziehung eingehen, statt sich wie sonst der Willkür durch die politische Obrigkeit auszusetzen. Für mich ist Gebels Initiative die erfolgversprechendste Strategie für mehr Freiheit seit langer Zeit, eben weil er sein Projekt als nüchtern-profitable Geschäftsidee angeht und nicht (alleine) als Weg zur Weltverbesserung. Grund genug jedenfalls, noch einmal genauer hinzuschauen – ich wünsche bei der Lektüre auch der anderen Themen im Heft wie immer viel Erkenntnisgewinn und Lesefreude!

Haben Sie das auch schon bemerkt? In den alternativen Medien wird neuerdings viel geschimpft über die „Globalisten“ und den „Globalismus“. Auch manchen ef-Autor habe ich dabei schon erwischt. Sie sollten vorsichtig sein, denn als Angriffsziel gemeint ist von den Antiglobalisten der Freihandel, der wie kein anderes ökonomisches Konzept für Prosperität und Frieden in der Welt sorgt, da, wo man ihn lässt. Wikipedia erklärt, der Begriff werde „in öffentlichen Debatten dazu benutzt, Grundannahmen der marktliberalen Globalisierung zu kritisieren“. „Globalismus“ erscheine, so Wikipedia, „in diesem Sprachgebrauch als polemisches Synonym für eine Ideologie des globalisierten Marktradikalismus“. Nein, wenn somit Frieden und Freiheit bedroht werden, sollten Liberale und Libertäre nicht mit einstimmen. Oder sie müssen deutlich machen, dass sie etwas anderes, im Grunde Gegensätzliches, kritisieren, nämlich den politischen und nicht den ökonomischen „Globalismus“. Also jenen „Globalismus“, der durch immer weiter gehende Zentralisierung zum Weltstaat führt, der am Ende der größte Feind freier Märkte und eben freier Menschen ist. Denn riesige politische Einheiten neigen dazu, die ökonomische Freiheit vollends zu zerstören, während kleinere politische Einheiten – am besten winzig kleine bis hin zum Verschwinden – auf Freihandel angewiesen sind. Liechtenstein oder Monaco – und demnächst auch Freie Privatstädte – wären mit dem Konzept „Autarkie“ der Antiglobalisten zum Untergang verurteilt. Erhellend ist in diesem Zusammenhang ein Blick auf den personifizierten „Globalisten“ George Soros. Die Antiglobalisten haben mit ihrem „Feind“ mehr gemein, als sie glauben, allem voran ihren festen Glauben an den Zwangsmonopolisten. Soros und seine politischen Freunde wie Hillary Clinton wollen ganz sicher nicht zum Beispiel das Geld oder die Bildung privatisieren. Sie sind als Staatsprofiteure alles andere als Anhänger der freien Marktwirtschaft und des echten Freihandels als Ausdruck eines ökonomischen Globalismus. Was sie aber tatsächlich sind: Anhänger und Betreiber des politischen Globalismus. Das, und nur das, macht sie auch noch gefährlicher als ihre kleingeistigeren Brüder, die „Antiglobalisten“. 

Im Januar, daran möchte ich erinnern, ist es so weit: 20 Jahre eigentümlich frei – wir möchten das Jubiläum mit Ihnen auf der vierten großen ef-Usedom-Konferenz feiern! Die Rednerliste füllt sich – zuletzt kam unser Kolumnist David Dürr hinzu. Bitte beachten Sie die aktualisierte Anzeige in diesem Heft auf Seite 30 oder melden sich gleich online an auf ef-magazin.de/konferenz. 

Junge Autoren unter 30 als mögliche Teilnehmer an unserem vierten Jungautorenwettbewerb – bei dem der Sieger mit der vierten Julius-Faucher-Medaille ausgezeichnet wird und darüber hinaus Plätze zu einem Jungautorenseminar im Vorfeld der großen Konferenz zu gewinnen sind – beachten bitte unseren Aufruf im Internet: ef-magazin.de/2017/11/07/11701-ef-jungautorenwettbewerb-medien-im-wandel. Einsendeschluss ist bereits der 30. November 2017.

Film und Buch zum Jubiläum „20 Jahre eigentümlich frei“ sind – wie im letzten Monat angekündigt – nun erschienen; siehe die Anzeige in diesem Heft auf Seite 53. Direkt bei eigentümlich frei erhalten Sie „20 Jahre eigentümlich frei – Das Buch“ zum Ladenpreis von 18,90 Euro inklusive Gratis-DVD „20 Jahre eigentümlich frei – Der Film“ sowie einem Nachdruck der ersten ef-Ausgabe 1998 (die beiden Zugaben solange Vorrat reicht). Bestellung im Internet bitte unter ef-magazin.de/buch.

Man sieht sich, hoffentlich an der Ostsee! Die nächste Ausgabe erscheint noch vor Weihnachten. Lassen Sie sich nicht zu sehr stressen in den hektischen Tagen! Und denken Sie auch derweil bitte immer daran: Kein Fußbreit den neosozialistischen Ausbeutern aller Parteien! Mehr Freiheit!

Information

Diesen Artikel finden Sie gedruckt zusammen mit vielen exklusiv dort publizierten Beiträgen in der am 24. November erscheinenden Dezember-Ausgabe eigentümlich frei Nr. 178.


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