18. September 2017

Prognose zur Bundestagswahl 2017 Große Koalition mit knapper Mehrheit, AfD bei 15,5 Prozent

FDP als Mehrheitsbeschaffer für eine kurzlebige Regierung Merkel

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Bildquelle: Mattis Kaminer / Shutterstock.com Könnte für eine stabile Mehrheit sorgen: Christian Lindner (FDP)

Zur Bundestagswahl 2013 haben wir unser Science-Files-Fuzzy-Wahlprognose-Tool erstmals zum Einsatz gebracht und es geschafft, den Ausgang der Bundestagswahl besser vorherzusagen, als dies Infratest Dimap für die ARD gelungen ist. Auch zur Bundestagswahl 2017 haben wir unser Fuzzy-Tool wieder im Einsatz. Dieses Mal haben wir uns bemüht, das Tool zu verbessern: Wir haben dieses Mal keine eigenen Daten erhoben, sondern uns der Daten von Infratest Dimap, Allensbach, Forsa und der Forschungsgruppe Wahlen bedient. Der Datensatz umfasst alle Umfragen, in denen seit der letzten Bundestagswahl 2013 die Sonntagsfrage gestellt wurde. Insgesamt haben wir 405 Einzelbefragungen mit jeweils acht Datenpunkten, also 3.240 Datenpunkte, als Grundlage unserer Prognose.

Für die Prognose haben wir langfristige Effekte berücksichtigt, die man aus der Nebenwahltheorie, die Rainer Dinkel in Deutschland bekannt gemacht hat, ableiten kann. Wir haben die Gewichtung, die die Umfrageinstitute vornehmen, in Rechnung gestellt und unsere Ergebnisse um diesen Gewichtungsfaktor bereinigt. Wir haben eine abnehmende Parteibindung und einen Verlust von Stammwählern bei CDU, SPD und Grünen in der Prognose berücksichtigt. Schließlich haben wir einen Mobilisierungsfaktor berechnet, in der Annahme, dass es der AfD besser als anderen Parteien gelingt, Unterstützung unter bisherigen Nichtwählern zu gewinnen. Und hier unser Ergebnis:

CDU             34,5 Prozent

SPD             18 Prozent

AfD              15,5 Prozent

FDP             10,5 Prozent

Linke            10,5 Prozent

B90/Grüne     6,5 Prozent

Sonstige       4,5 Prozent

Der nächste Bundestag wird sich aus sechs Fraktionen zusammensetzen (sofern die CSU keine eigene Fraktion gründen will). Die Grünen, die Daten sind hier leider eindeutig, werden nach unserer Prognose im nächsten Bundestag vertreten sein. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie es nicht sind, liegt bei 25 Prozent. Die FDP und die Linke sind bei uns mit 10,5 Prozent der Stimmen gleichauf, die AfD wird mit 15,5 Prozent drittstärkste Fraktion im neuen Bundestag. Die SPD erreicht keine 20 Prozent, und die CDU/CSU wird mit 34,5 Prozent deutlich unter dem Ergebnis von 2013 bleiben, als noch 41,5 Prozent die CDU oder die CSU gewählt haben.

Das Spannende an unserem Ergebnis ist: Eine große Koalition hat nur noch eine knappe Mehrheit. CDU/CSU und SPD kommen auf nurmehr 52,5 Prozent der Stimmen. Um sich auf eine komfortable Mehrheit im Bundestag stützen zu können, bräuchten CDU/CSU und SPD somit einen Juniorpartner. Als Juniorpartner stehen die AfD, die FDP und die Linke zur Verfügung. Die Fraktion von Bündnis 90/Grüne wird im nächsten Bundestag in zu geringer Zahl vertreten sein, um als Mehrheitsbeschaffer in Frage zu kommen.

Unser Tipp für das nächste Kabinett Merkel, das keine volle Legislaturperiode überdauern wird (das ist die zweite Prognose im selben Post!), ist eine Regierung aus CDU/CSU, SPD und FDP.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Science Files“.


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Dossier: Bundestagswahl 2017

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Michael Klein

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