16. August 2017

Deutschland anno 2017 Die Lust an der Selbstzerstörung

Deutsche wahren keine kritische Distanz zu ihren Führern

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Bildquelle: shutterstock Zerstört sich selbst: Deutschland

Wir Österreicher haben es gut. Immerhin war Österreich „das erste Opfer der nationalsozialistischen Angriffspolitik“, wie die Moskauer Deklaration von 1943 beschied. Wie praktisch, dass wir listigen Austriaken es zudem verstanden haben, Beethoven zum Österreicher und Adolf den Braunen zum Deutschen zu machen. Dass im Jahr 1934 der österreichische Kanzler Engelbert Dollfuß unverhofft einem Mordanschlag eines Rollkommandos illegaler Nationalsozialisten zum Opfer fiel, war, außer für ihn selbst, nachgerade als historischer Glücksfall zu werten. Wie gesagt: Wir waren‘s nicht – ehrlich! Wir waren Opfer, keine Täter.

Die Deutschen dagegen haben leider die Arschkarte gezogen. Sie werden die einzigartige Schuld auch in 1.000 Jahren nicht loswerden, die ein verbrecherisches Regime in der Zeit von 1933 bis 1945 auf sie geladen hat. Gegenwärtig stellt sich dem interessierten Beobachter aus dem unschuldigen Ausland jedenfalls die Frage, ob die Politik der deutschen Bundesregierung, in den letzten Jahren und bis heute, am Ende ausschließlich vom Schuldkult und der daraus folgenden Sehnsucht nach Sühne bestimmt war und ist. Wie keine andere Regierung auf diesem Planeten scheint das Merkel-Regime geradezu wild entschlossen zu sein, den Bürgern seines Landes, genauer: den autochthonen Deutschen, zu schaden, wo immer und so sehr es nur kann.

Stichwort „Energiewende“: Wer an einem hochentwickelten Industriestandort die sichere und preisgünstige Energieversorgung ohne jede einleuchtende Veranlassung von einem Tag auf den anderen deshalb gefährdet, weil sich am anderen Ende der Welt ein Tsunami ereignet hat, ist entweder irrsinnig oder – siehe oben. Dass bei dieser Gelegenheit auch noch ganz Deutschland nahezu flächendeckend mit potthässlichen Windrädern in einer Weise verschandelt wird, wie man es noch vor kurzer Zeit für undenkbar gehalten hätte, nimmt sich dagegen schon fast aus wie ein unbedeutender Kollateralschaden. Die mit der „Energiewende“ eingeleitete Entindustrialisierung des Landes wird langfristig mit Sicherheit zu kollektiven Wohlstandsverlusten führen. Wer heute noch glaubt, mit Dienstleistungen eine vergleichbare Wertschöpfung – und damit Einkommen – schaffen zu können wie mit industrieller Güterfertigung, hat von Ökonomie keinen Schimmer.

Stichwort „Griechenlandhilfe und Euro-Rettung“: Beides mag allen möglichen Interessen dienen. Denen der deutschen Werktätigen und Sparer sicher nicht. Ihre Spargroschen und Geldvermögen werden dadurch nämlich systematisch geraubt und umverteilt. Die Targetsalden (die Schuldenstände des Auslands bei den Deutschen) wachsen und werden sich eines nicht besonders schönen Tages als Luftnummer erweisen. Dass die Durchschnittsdeutschen über deutlich niedrigere Vermögensstände verfügen als die Bürger der von ihnen subventionierten maroden Südländer, wird sich spätestens dann als Problem herausstellen, wenn die Unfinanzierbarkeit der Sozialnetze auch noch dem letzten Schlafschaf klar wird.

Stichwort „Antidieselkampagne“: Die weltbesten Dieselmotoren werden derzeit von deutschen Premiumherstellern produziert. Keine Nation ist derart vom Wohlergehen ihrer Fahrzeugindustrie abhängig wie die deutsche. Kein Hybrid- oder Elektrokarren, und sei er noch so hochentwickelt, kann heute im Hinblick auf die Gesamtenergie- und Schadstoffbilanz mit einem dieselgetriebenen Auto mithalten. Dass ausgerechnet zum Zeitpunkt, da sich die Überlegenheit moderner Dieselmotoren über sämtliche alternativen Antriebskonzepte immer klarer herausstellt (ein Liter Diesel bewegt ein modernes Auto mit vier Insassen immerhin 20 Kilometer weit – und das bei geringstem Schadstoffausstoß), hysterische Kritik an ihren angeblich so gefährlichen Abgasen laut wird, kann kein Zufall sein. Weder Amerikaner noch Franzosen oder Japaner wären verrückt genug, eine ihrer prosperierenden und in höchstem Maße wettbewerbsfähigen Schlüsselindustrien derart zu beschädigen, wie das durch das laufende Kesseltreiben gegen den Dieselmotor geschieht – und zwar von deutschem Boden aus! Dass die lautstarke Kritik an den technischen Errungenschaften der deutschen Autobauer bevorzugt aus dem Mund von Figuren kommt, deren physikalisch-technisches Verständnis spätestens beim Einschalten ihres Mobiltelefons endet, verleiht dem unbegreiflichen Spektakel zusätzliche Würze.

All das Genannte verblasst aber gegen die Geschehnisse, die sich mit dem Begriff „Flüchtlingswelle“ verbinden. „Deutschland schafft sich ab“, schrieb Thilo Sarrazin geradezu prophetisch schon anno 2010 – fünf Jahre ehe Angela Merkel die Büchse der Pandora öffnete, indem sie alle vermeintlich Mühseligen und Beladenen dieser Welt zum Kommen einlud. Diesem Aufruf wurde schon bisher begeistert gefolgt. Nach den im Herbst zu schlagenden Bundestagswahlen wird‘s aber erst richtig losgehen – dann nämlich, wenn im Zuge der „Familienzusammenführung“ eine Flut von Millionen weiterer Orientalen und Afrikaner Deutschland erreichen wird. Von einer Integration der vielen Immigranten, deren Beitrag zum Wohl Deutschlands nach Ansicht des Geistesakrobaten und SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz angeblich „wertvoller als Gold“ ist (was auch immer der wackere Mann damit meinen mag), kann schon jetzt keine Rede sein. Nach dem Familiennachzug, wenn auf zehn „schon länger hier Lebende“ ein Einwanderer kommt, wird es damit endgültig und irreversibel vorbei sein.

Es ist ein reizvolles Gedankenexperiment, sich vorzustellen, mit einer Zeitmaschine in die Zukunft zu reisen und, sagen wir, im Jahr 2100 auszusteigen und einen Blick auf das Land der Dichter und Denker zu werfen. Man wird es nicht wiedererkennen. Die verbliebenen Biodeutschen werden eine politisch unbedeutende Minderheit im ehemals eigenen Land bilden. Ein für jedermann – außer für Merkel und allerlei rotgrüne Traumtänzer – trauriges Bild.

Das Unglück, das die Nationalsozialisten über Deutschland und Europa gebracht haben, war namenlos. Aber der Spuk hat nur ganze zwölf Jahre gedauert, ehe er unterging. Die angerichteten Schäden waren – abgesehen vom tragischen Verlust vieler Menschenleben – reversibel. Europa konnte nach 1945 seine Identität als Wiege der westlichen Zivilisation und Hort der Freiheit bewahren – zumindest in wichtigen Teilen. Was uns aber nun, im Zuge der massenhaften Einwanderung von der westlichen Lebensart zutiefst ablehnend bis offen feindselig gegenüberstehenden Individuen blüht, wird den Kontinent grundlegend und unwiderruflich verändern. Und zwar nicht zum Besseren, wie sich jedermann ausmalen kann, der in jüngerer Vergangenheit Afrika und den muslimischen Orient bereist hat oder sich anderweitig über die dort herrschenden Zustände kundig macht.

Viele – viel zu viele – Deutsche haben ein offensichtliches Problem damit, kritische Distanz zu ihren Führern zu wahren, sei es ein mit seinem Amt überforderter Kaiser, ein wortgewaltiger nationalsozialistischer Desperado oder neuerdings eine dem Cäsarenwahn verfallene Matrone mit DDR-Biographie. Die Popularität der Kanzlerin ist in weiten Kreisen der Wählerschaft ungebrochen! In Frankreich, Italien oder in den USA, vielleicht sogar in Österreich (!), würde man ein Merkel-Äquivalent wohl längst mit nassen Fetzen aus dem Amt gejagt haben. In Deutschland dagegen blickt diese Unglücksfrau – nach allem, was sie bereits angerichtet hat – bei den anstehenden Wahlen entspannt einem Kantersieg entgegen. Man möchte es nicht für möglich halten.

Da politische Führer – besonders in Demokratien – ein Spiegelbild des Wahlvolkes darstellen, dürfte im Herbst – nach dem zu erwartenden Triumph Angela Merkels – ein vernichtendes Urteil fällig werden. Sowohl über die deutsche Wählermehrheit als auch über das Politsystem insgesamt. Der Leidensdruck der Ureinwohner ist anscheinend noch immer nicht hoch genug. Immerhin wurde noch nicht jeder einzelne von ihnen von den so unerwartet „geschenkten Menschen“ ausgeraubt, vergewaltigt oder verletzt. Es scheint, als wäre seit dem erfolgreichen Marsch der 68er durch die Institutionen der einst so gefürchtete Furor teutonicus zur blanken Lust an der Selbstzerstörung mutiert.


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