15. August 2017

Klimapropaganda beim RBB „Kontraste“ darf weiter Fakenews verbreiten

„Journalismus kennt keine alternativen Fakten“

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Bildquelle: Sergey Kohl / Shutterstock.com RBB: Investigativ, analytisch, kritisch?

Zeitungsenten, heute Fakenews genannt, gab es schon immer. Manchmal wegen Nachlässigkeit ins Medium gebracht, oft aber auch mit Vorsatz. Fakenews als Propagandamittel. Und der öffentlich-rechtliche Fernsehsender RBB macht dabei mit. Sicher nicht immer, doch zum Beispiel dann, wenn es um Sachthemen geht, die leicht für eine bestimmte Ideologie missbraucht werden können. Wie zum Beispiel das Klimathema. Da findet der RBB das richtig und seinen Richtlinien entsprechend. Doch welche Richtlinien sind das? Wir fanden sie nicht.

Die hiesigen Medien stehen schon lange unter dem begründeten Verdacht, dass sie ihre Leser, Hörer und/oder Zuschauer häufig weder objektiv noch neutral noch umfassend oder auch nur wahrheitsgemäß über bestimmte Themen informieren. Dazu gehört unter anderem alles, was den menschgemachten Klimawandel betrifft, oder die von allen in den Himmel gelobte Energiewende. Mit ihren Unterthemen E-Mobilität oder in jüngster Zeit dem „Dieselskandal“. Von anderen wichtigen Themen wie der ungebremsten und ungesteuerten Zuwanderung aus muslimischen Ländern gar nicht erst zu reden. Besonders hervor tun sich dabei die öffentlich-rechtlichen Sender, seien sie bei der ARD organisiert oder dem ZDF. Darin bildet auch der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) keine Ausnahme.

Eine neue Qualität erreichte jetzt aber der RBB – über seine Magazinsendung „Kontraste“. Auf der Webseite der Redaktion liest man so erbauliche Vorhaben wie: „‚Kontraste‘ – das kritische Magazin aus Berlin. ‚Kontraste‘ bringt Gegensätze auf den Punkt. Keine Politikerphrasen, kein Infotainment: Das Magazin geht den Dingen auf den Grund, neugierig und mit sorgfältiger Recherche. ‚Kontraste‘ deckt Hintergründe auf, erklärt Zusammenhänge und bezieht Stellung. ‚Kontraste‘ steht für seriöse Information des öffentlich-rechtlichen Rundfunks: investigativ, analytisch, kritisch.“

Na dann, schauen wir mal, dann sehen wir schon, pflegte einst der Kaiser Franz Beckenbauer zu sagen. Gucken wir uns also eine der „investigativ, analytisch, kritisch“ erarbeiteten Informationen an, die mit „sorgfältiger Recherche“ erarbeitet wurden.

Es geht um den Beitrag in der Sendung vom 1. Juni 2017 mit dem Teilinhalt „Der US-Präsident als Verschwörungstheoretiker“. Dieser Beitrag, vom Autorenteam Adrian Bartocha, Chris Humbs, Markus Pohl und Axel Svehla, ist nicht nur schlechter Journalismus, weil er vor Spekulationen, Un- wie Halbwahrheiten, angereichert mit irreführender Rhetorik, nur so strotzt (man staunt immer wieder, was clevere Leute in knapp vier Minuten alles so behaupten können), sondern enthält auch teilweise schiere Propaganda. Darüber hatte ich ja nun schon ausführlich berichtet. Der geneigte Leser möge das bei Interesse unter dem unten angegebenen Link nachlesen. Thema dieses Beitrags ist die Geschichte, die sich danach abspielte. Basierend auf meinem Mailwechsel zunächst mit dem Chef vom Dienst René Althammer und dann der Intendanz des RBB in Gestalt des stellvertretenden Intendanten Hagen Brandstäter. Zum besseren Verständnis dessen, was sich inzwischen abspielte, muss ich etwas ausholen.

Aufgrund meiner wohlbegründeten Beschwerde beim Chef vom Dienst der Sendung „Kontraste“, René Althammer, über den Inhalt sowie meiner Bitte, diese misslungene – nicht einmal als Satire gekennzeichnete – und nur als Propaganda einzustufende Arbeit aus der ARD-Mediathek zu entfernen und zusätzlich eine Korrektursendung auszustrahlen, erhielt ich von Althammer die abschließende Verweigerung meiner Bitte mit der umwerfenden Begründung: „Unsere Grundposition ist und bleibt, dass die Erderwärmung seit dem Industriezeitalter auch durch menschliche Faktoren beeinflusst wird. Diesen Einfluss zu begrenzen, sehen wir als politische Aufgabe in Verantwortung gegenüber den zukünftigen Generationen an.“

Zunächst war ich über dieses unverblümte Eingeständnis des unbedingten Willens des RBB, seine vorgefasste Meinung den Zuschauern als Tatsache unterzujubeln, überrascht. Ich dachte: Oh Gott, was ist passiert, dass diesem Mann so die Feder ausgerutscht ist? Wir wissen zwar schon seit langem, dass viele Mitarbeiter in den Medien so ticken, ihren journalistischen Beruf als Berufung so zu verstehen, den anderen ungeniert ihre Meinung, wenn‘s sein muss, auch mit dem medialen Holzhammer einzuprügeln. Gerade und immer wieder bei den öffentlich-rechtlichen Sendern. Aber dann dieses frische Eingeständnis! Dermaßen ehrlich! Seht her, ich stehe dazu, ich kann nicht anders, denn das ist unsere Aufgabe. Ob dir das passt oder nicht. Wir wollen nicht anders!

Das ist zwar weit ab von der eisernen Richtschnur eines Hanns Joachim Friedrichs beziehungsweise seine englischen Vorbildes – dessen Name mir gerade nicht einfällt – für gutes journalistisches Selbstverständnis, das da lautet: „Ein guter Journalist macht sich mit keiner Sache gemein; auch nicht mit einer guten!“ Aber was soll‘s! Diese plötzliche Ehrlichkeit; vielleicht war es ja auch nur unbekümmerte Frechheit, das überraschte dann doch!

Trotzdem war die Sache damit ja nicht vom Tisch, sondern nur das Motiv für diese Fakenews-Berichterstattung benannt. Und da ich vermutete, dass die Intendanz bestimmt nicht über jeden Ausrutscher informiert ist, dies aber auch für sie ein solcher sein könnte und sie deshalb interessiert sein müsse, die anfangs benannten journalistischen Grundsätze, sowohl den allgemeinen von Hanns Joachim Friedrichs, als auch die besonderen der „Kontraste“-Redaktion (siehe oben) und vielleicht ein wenig auch die, die das Rundfunkgesetz vorschreibt, einzuhalten, schrieb ich am 4. Juli 2017 eine Beschwerde an die Intendantin Patricia Schlesinger, von Beruf und Ausbildung her ebenfalls Journalistin. Vielleicht hat sie den früh verstorbenen Hanns Joachim Friedrichs ja noch gekannt, dachte ich.

Nach gut vier Wochen, also gerade noch in der zulässigen Frist, in der die Intendanz auf formale Beschwerden reagieren muss, erhielt ich Antwort, und die haute mich fast vom Hocker. Sie kam vom stellvertretenden Intendanten Hagen Brandstäter.

Der versuchte zunächst mir und eventuell auch seinem Mitarbeiter Althammer das Wort im Munde zu verdrehen und uns beiden ein X für ein U vorzumachen. Er schrieb nämlich ziemlich am Anfang: „Gestatten Sie mir zunächst, ein sprachliches Missverständnis aufzulö­sen: In seiner Antwort meint Herr Althammer nicht, dass der RBB einen politischen Auftrag habe, sondern es Auftrag der Politik ist, sich mit den Folgen des Klimawandels auseinanderzusetzen.“

Da versucht doch einer tatsächlich, dem geschliffenes Deutsch schreibenden und sich auch dessen voll bewussten René Althammer – oder auch mir – diese ehrliche und sowohl sprachlich wie inhaltlich klare Meinung als „sprachliches Missverständnis“ anzudrehen. Welche Chuzpe oder Unverschämtheit gehört dazu? Was bildet sich dieser Mann ein, von wem und mit wem er da spricht? Schließlich leben wir schon länger hier und sind ziemlich firm im Deutschen, unserer Muttersprache. Eine solche Verdrehung einem Zuschauer auch zu schreiben, das muss man sich erst mal trauen.

Aber es kommt noch besser! Nach weiteren längeren Einlassungen über das journalistische Selbstverständnis und die Aufgaben des RBB kommt der Hammer. Denn Brandstäter traut sich auch tatsächlich zu formulieren: „Der von Ihnen monierte Beitrag erfüllt unsere Anforderungen an journalistische Sorgfalt und Qualität im RBB. Ihre Einschätzung, es handle sich um eine Mischung aus Falschinformationen und Propa­ganda, kann ich nicht teilen. Deshalb gibt es auch keinen Grund für den RBB, den Beitrag aus der Mediathek zu entfernen und gleichzeitig einen Korrekturbeitrag zu senden.“

Da ist er also. Ohne jede Begründung, nicht einmal in einem Halbsatz, wischt er meine Belege vom Tisch. So also schätzt ein stellvertretender Intendant eines öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehsenders ein mit offensichtlichen Fakenews, Halbwahrheiten und Irreführungen allgemein nur als Propaganda zu verstehendes Machwerk ein. Der „von Ihnen monierte Beitrag erfüllt unsere Anforderungen an journalistische Sorgfalt und Qualität im RBB“. Damit hatte der Mitarbeiter Althammer doch recht. Wir ticken so! Wir handeln so!

Daher bekommt die jüngste Aussage der „Tagesthemen“-Moderatorin Caren Miosga eine ganz besondere herbe Duftnote: „Journalismus kennt keine alternativen Fakten.“

„Und ein Blinder keine Farben!“, möchte man ergänzen. Aber der kann nichts dafür. Diese Journalisten schon.

Für eine Realsatire ist das alles leider nicht lustig genug! Deswegen reichte ich erneut Beschwerde beim RBB-Rundfunkrat ein. Ob‘s was nützt?

„Die Berichterstattung und die Fakten“

Dieser Artikel erschien zuerst auf der Seite des Europäischen Instituts für Klima und Energie (EIKE).


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