13. August 2017

Meinung und Freiheit Hilfe beim rechtsstaatlichen Aufbau des Sozialfaschismus

Überwindung der eigenen Hilflosigkeit

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Bildquelle: shutterstock Interessiert den Räuber nicht: Meinung

Minarchismus ist die Herbeiherrschung von Herrschaftslosigkeit, so mein Facebook-Freund Hauke Marxen. Derartige Witze versteht heute niemand mehr, da sich die übergroße libertäre Mehrheit offensichtlich gesellschaftspolitischen Aufgaben verschrieben hat.

Ich persönlich habe mich bereits 2013 für eine ersatzlose Streichung von Meinungsäußerungen stark gemacht. Das war nicht meine Meinung, sondern ein Argument, das alle empirisch auf Stichhaltigkeit überprüfen können.

Nehmen wir an, Sie werden von einem besonders hässlichen Räuber überfallen. Nehmen wir ferner an, Sie sind hilflos, weil Sie ständig von einer staatlich legitimierten Schusswaffe geträumt haben, aber sonst weder in der Lage sind, auf Ihr Handgepäck zu achten, noch sich selbst verteidigen können. Was würden Sie tun?

Dem Räuber Ihre Meinung sagen? Auf Facebook einen Hasskommentar posten? In die Hosen scheißen?

Bleiben Sie ganz ruhig, liebe Freunde der Freiheit und anderer Illusionen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie persönlich von einem Kriminellen überfallen werden, ist nicht besonders groß. Und wenn, werden sich Ihre Optionen genau auf die von mir beschriebenen verengen.

Beim rechtsstaatlichen Aufbau des Sozialfaschismus haben die Konstrukteure genauso vorgesorgt wie ein Straßenräuber. Das sinnlose Geschimpfe, die Äußerung Ihrer werten Meinung, liebe Freiheitsdeutsche, ist für die Erbauer zuverlässiger Indikator und modernes Mittel zum Machterhalt. Denn würde man dem hilflosen Volk nicht gnädigst das Recht gewähren, seine unmaßgebliche Meinung herumzuposaunen, würde man gar nicht wissen, mit welcher Gegenpropaganda man reagieren muss.

Der selige Erich Honecker ist eines Morgens aufgestanden, und bevor die Glocke zum Mittagessen geläutet hat, hatte er für seine eigene Absetzung gestimmt. Davor hat er noch etwas besonders Gescheites von sich gegeben: „Mit meiner Absetzung erreicht ihr gar nichts“, hatte er den Politbüromitgliedern mitgeteilt, „heute bin ich es, und morgen seid ihr dran“.

Und so kam es dann auch. Das Volk suchte sich andere, dieses Mal gute Führer, und so sind jetzt auch die Guten am Führen. Im Gegensatz zum einsamen Honecker stehen die Guten in Bataillonsstärke bereit, die jeweiligen Witzfiguren an der Spitze abzulösen, um selbst Volkes Willen zu exekutieren.

Ja, und das geht solange, bis auch die letzte sozialfaschistische Variante durchgespielt und durcherlebt wurde.

Anarchismus ist übrigens keine radikale libertäre Haltung, sondern Anarchismus. Der erste mögliche Schritt zur Freiheit ist die Überwindung der eigenen Hilflosigkeit.

Dieser Artikel erschien zuerst auf der Facebook-Seite des Autors.


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