28. Juni 2017

Hetze gegen Jörg Baberowski Im Magen von Jabba the Hutt

Die rattenhafte Wut der Linken

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Bildquelle: Amrei-Marie (CC BY-SA 3.0)/Wikimedia Commons Soll terrorisiert werden: Jörg Baberowski

Die rattenhafte Wut der linken Verfolger richtet sich nun wieder gegen den an der Berliner Humboldt-Universität lehrenden Osteuropa-Historiker und Stalinismus-Experten Jörg Baberowski. Die „Trotzkistische Hochschulgruppe“ der „Sozialistischen Gleichheitspartei“ – das Pendant könnte ungefähr heißen: „Rudolf-Hess-Fähnlein der Nationalsozialistischen Ordnungspartei“ – stellt ihm dort, vom Dekanat unbehelligt, seit geraumer Zeit mit Plakaten und „Aktionen“ nach, wo er als Rechtsradikaler, Faschist, Rassist beschimpft wird, mit all dem, was einem trotzkistischen Trottel eben an Verleumdungsvokabeln so durch die triste Rübe rauscht und sich in nichts von den faden Zutaten anderer Linksextremistensüppchenkochgruppen unterscheidet; deswegen heißt der Laden ja „Gleichheitspartei“.

Durch die Medien ging der Versuch des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) der Universität Bremen, einen Auftritt von Baberowski an der Uni zu verhindern – die Veranstaltung musste an einem anderen Ort stattfinden, weil die Bremer Alma Mater einen ungestörten Ablauf nicht garantieren konnte –, mit denselben Anwürfen im öden Standardvokabular des linken Plattkopfs, der an der Uni sein eigentliches Biotop findet und danach allenfalls noch zur Ebert- oder Böll-Stiftung, wenn nicht zur „Zeit“ durchstartet. Baberowski klagte gegen einige der Verleumdungen, doch das Oberlandesgericht Köln entschied in zweiter Instanz und unter Berufung auf die Meinungsfreiheit, man dürfe behaupten, der Historiker verharmlose das Anzünden und Belagern von Flüchtlingsunterkünften als natürliche Reaktion verärgerter Bürger, begegne Menschen mit Hass, stehe für Rassismus und vertrete rechtsradikale Positionen. Der AStA der Universität Bremen erklärte dazu in einer Stellungnahme: „Das ist ein wichtiger Tag für den Kampf gegen rechte Hetze und die Meinungsfreiheit auf dem Campus und überall sonst!“ Ein wichtiger Tag für den Kampf gegen die Meinungsfreiheit – immerhin sprechen diese Figuren aus, was sie antreibt. Und freundliche Richter segnen den Kampf gegen die Meinungsfreiheit im Namen der Meinungsfreiheit ab.

Nachdem die Humboldt-Universität Baberowski in einer Ehrenerklärung zwar etwas elanlos, aber immerhin den Rücken stärkte, schoss der Bremer Jurist Andreas Fischer-Lescano hinter der sicheren Brustwehr des Zeitgeistes hervor auf die Uni-Führung, der er vorwarf, sie mache sich „zur Komplizin rechter Wissenschaft“, wenn sie die „voreiligen Reinwaschungen des Wissenschaftlers“ nicht zurücknehme (falls einer fragt: Die wirklich klassischen „rechten“ Wissenschaften sind Mathematik, Physik, Biologie und Genetik). Die Strafe für Fischer-Lescano folgte auf dem Fuße: Der Historiker Wolfgang Benz pflichtete ihm bei.

Die, um mich zu wiederholen, rattenhafte Wut der Linken rührt daher, dass sie genau wissen, wie gründlich sie gescheitert und mit ihrem Latein am Ende sind, deshalb zielen sie auf Existenzvernichtung, überhaupt auf Vernichtung; eher wollen sie das eigene Land vor die Hunde gehen sehen, als einzugestehen, dass sie nichts mehr anzubieten haben außer Hass, Neid, Planierungsvorschläge und ein Ersatzproletariat, das ihnen früher oder später die Hälschen abschneiden wird. Baberowski soll, im bewährten Seit‘ an Seit‘ von linken Radikalen und etablierten linken Wortführern, solange terrorisiert werden, bis man ihn endlich von der Universität vertrieben, am besten zum Verlassen des Landes genötigt hat, was er als ein im Gegensatz zu seinen Verfolgern international gefragter Gelehrter ja jederzeit tun kann. Die Petzer-, Denunzianten- und Nachsteller-Mentalität von 1933ff., die nicht nur Hannah Arendt 1968ff. wiederkehren sah, scheint dieses verlorene Land bis zuletzt nicht verlassen zu wollen. Es geht diesen sinistren Figuren darum, an der Uni ein Exempel zu statuieren, nach dem guten alten maoistischen Motto: „Bestrafe einen, erziehe tausend!“ Herfried Münkler hat ja eindrucksvoll demonstriert, dass man sich nur der Willkommensjunta andienen muss, um von künftigen Nachstellungen verschont zu bleiben. Dass bislang kein deutscher Journalist Professor Baberowski verteidigt hat, wird denjenigen nicht verwundern, der einige jener von den Haifischen der Meinungspolizei verschreckten Sardinen aus der Nähe kennt.

Überlassen wir Alexander Wendt die Conclusio: „Es gibt Götz Aly, der schreibt, was ebenfalls jeder schreiben könnte: Die Hetzjagd gegen Jörg Baberowski ist infam. Um das festzustellen, so Aly, müsse man Baberowskis Thesen auch nicht alle teilen, sondern einfach nur ganz allgemein zurechnungsfähig sein. Nun stellt sich die Frage: Schlingt das Bednarz-Brinkbäumer-Grossarth-et al.-Komitee für betreutes Denken nun auch noch Schwennicke und Aly herunter, damit sie im gleichen Magensäurebad landen wie alle anderen gefährlichen Bürger, die schon enttarnt sind? Und schluckt es auch noch die, die den beiden dann wiederum beispringen? Nur zu. Die spätbundesdeutsche Denkkontrolle sollten wir uns vorstellen wie einen riesigen schwabbelnden Jabba the Hutt, der alles in sich hineinsaugt, was nicht schon Bednarz-Brinkbäumer-Prantl ist, bis sich praktisch alles intellektuell Interessante in seinem Magen befindet, und jeder noch irgendwie geistig regsame Individualist sich beeilt, hineinzukommen. Wenn auch noch der letzte geschluckt ist, zerfällt die Jabba-Hülle dann von ganz allein.“

Mit einem Wort: Man muss schon etwas sehr falsch machen, um von diesen Halunken nicht verleumdet zu werden.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Acta diurna“.


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