15. Juni 2017

Satire zum Brexit Blockade gegen Britannien

„Unternehmen Seelöwe“

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Bildquelle: shutterstock Brexit: Militärische Lösung möglich?

Mit großer Langmut hatte die EU die Entscheidung der Briten akzeptiert, wider besseres Wissen aus der Weltfriedensgemeinschaft ausscheiden zu wollen. Doch auch ein Jahr nach den ersten scharfen Warnungen vor einem einbrechenden Wirtschaftswachstum schert sich die Wirklichkeit nicht um die Tatarenmeldungen aus Brüssel. Dort ziehen die führenden Europäer deshalb jetzt andere Saiten auf, wie die brüsseltreue „SZ“ jetzt berichtet: Nach ihrer Wahlschlappe gerate Großbritanniens Premierministerin Theresa May durch die EU-Kommission unter Druck. Der Chefunterhändler für den Brexit, Michel Barnier, habe sich „ungeduldig zu Wort“ gemeldet. Und „eindringlich vor den Folgen weiterer Verzögerungen“ gewarnt.

Ein klares Zeichen, dass das Zeitspiel der Briten nicht mehr länger geduldet werden wird. Bereits nach dem unabgesprochenen Ausstiegsbeschluss hatte sich die Bundesregierung Unterlagen zum „Unternehmen Seelöwe“ aus dem Bundesarchiv bringen lassen, um auf die verschärfte Lage notfalls auch mit verschärften Maßnahmen reagieren zu können.

Jetzt reißt Berlin und dem befreundeten Brüssel augenscheinlich wirklich die Hutschnur. Nachdem Pläne zu einer europaweiten Volksabstimmung scheiterten, bei der alle Nicht-Briten entscheiden sollten, ob ein Abschied von Großbritannien erlaubt wird, schrumpft die Zahl der Handlungsalternativen für die EU-Kommission. Damit rückt die Reaktivierung des „Seelöwe“-Plans wieder in Reichweite: Dabei handelt es sich um geheime Dokumente der Stäbe der Wehrmacht vom Anfang August 1939 etwa zum Luftkrieg gegen England.

„Zielsetzung der Luftkriegführung gegen England in der Endlösung“ war es seinerzeit, „die letzte Widerstandskraft des Gegners durch Besetzung größerer Landesteile zu brechen“ und damit eine europäische Einigung unter deutscher Führung voranzutreiben. Schon damals hatte sich das Inselreich geweigert, friedliebenden Vorschlägen einer gemeinsamen Strategie zur Aufteilung der Verantwortung über die Welt zuzustimmen. Deutschland prüfte daraufhin „Möglichkeiten einer Invasion Englands“, um das perfide Albion an seine europäische Verantwortung zu erinnern.

Daran ist derzeit nicht gedacht, auch weil eine gesamteuropäische Landungsflotte wohl durch die Aktivitäten der Royal Navy und der Royal Air Force behindert werden würde. Vielmehr orientiert sich die die europäische Strategie an den erfolgreichen Sanktionen gegen Russland, die Türkei, Saudi-Arabien und zahlreiche andere Länder, mit denen Europa sich zuletzt unter deutscher Führung als moralische Führungsmacht der Welt etabliert hatte.

Spitzt sich die Lage um die britische Hartleibigkeit weiter zu, könnten deutsche Truppen diesmal als Befreier kommen. Hinter Deutschland steht schließlich ganz Europa, hinter Europa die gesamte freie Welt, deren geeinter Kraft Großbritannien vermutlich nicht lange standhalten könnte. „Ein Landungsunternehmen im großen Stil über die Nordsee wäre unter den vorerwähnten Voraussetzungen ein mögliches Mittel, die Friedensbereitschaft des Feindes zu erzwingen“, heißt es deshalb in Berlin. Mit Hilfe französischer Basen und holländischer Häfen, aber auch über den Landweg vom EU-Mitgliedsstaat Irland aus könnte eine schnelle Besetzung des abtrünnigen Königreiches gelingen.

Doch Berlin, an dessen Wort der gesamte Feldzug hängt, wird keine Entscheidung übers Knie brechen. Jetzt gehe es darum, „mit Ruhe und Besonnenheit zu analysieren“, heißt es im Regierungsviertel zu den Papieren zum Fall „Seelöwe“. Bei der Bundeswehr sei man jedenfalls optimistisch für den Feldzug, hoffe aber, dass dies allein schon die Briten an den Verhandlungstisch zwingt. Das müsse allerdings bald passieren, heißt es im Führungsstab, sonst „verlieren wir noch ein Jahr“. Nach den Planungen zum „Unternehmen Seelöwe“ wären für eine Invasion oder Blockade der britischen Inseln die Sommermonate ideal.

Dieser Artikel erschien zuerst auf politplatschquatsch.com.


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