06. Mai 2017

„Correctiv“ Der Dank der Nutte

Ernsthafter Anwärter auf den Karl-Eduard-von-Schnitzler-Preis für Qualitätsjournalismus

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Bildquelle: Bundesarchiv, Bild 183-41751-0001 / Zimontkowski / CC-BY-SA 3.0/Wikimedia Commons Qualitätsjournalist: Karl-Eduard von Schnitzler (1918-2001)

Jahrelang oder jahrzehntelang hatte der politisch-mediale Komplex gegen konservative Reste in der CDU gekämpft, um Prostitution zu legalisieren. Die totale Freigabe der Prostitution und homosexueller Praktiken sowie ein geschicktes Operieren pädophiler Netzwerke sollten die deutsche Gesellschaft endlich in eine promiskuitive Gesellschaft umwandeln. Diese Operation ist weitgehend gelungen, Familien und unter ihrem Schutz aufwachsende Kinder sind nicht mehr die Säulen des Staates, sondern eine dem Niedergang preisgegebene Randerscheinung im vielfältigen, toleranten und verfallenden Deutschland dieser Tage.

Da passt es nicht in das vielfältige und tolerante Bild der Zivilgesellschaft, dass eine Prostituierte oder ehemalige Prostituierte ausgerechnet auf der Liste der Alternative für Deutschland (AfD) für den Landtag in Nordrhein-Westfalen kandidiert. Hätte sie auf der Liste der Grünen oder der Linken kandidiert, wäre sie von einer Talkshow zur anderen gereicht worden und hätte ihre Lebenserfahrungen ins Mikrophon hauchen dürfen, während die GEZ-finanzierte Kamera ihr bis kurz vor den Ausschnitt gefahren wäre. Es wäre ein Hype gemacht worden wie um dieses türkische Pornomodel, das seine mäßigen schauspielerischen Fähigkeiten schließlich sogar im ARD-„Tatort“ bekleidet darbieten durfte. Aber die Nutte ging zur falschen Partei und zeigte damit Undankbarkeit, wo der politisch-mediale Komplex Dank und Solidarität erwartet hatte.

Nur deshalb fiel das qualitätsjournalistische Recherchenetzwerk Correctiv, das übrigens von Bundesregierung und CDU-naher Konrad-Adenauer-Stiftung mitfinanziert wird, mit rattenhafter Wut über die AfD-Kandidatin her und schrieb von einem „Sex-Skandal“ – was in der verqueren linken Logik der Correctiv-Autoren wohl einer sein muss, weil die AfD für ein „völkisches Familienbild“ stehe und sich als „Saubermann-Partei“ darstelle. In einer Twitter-Eigenwerbung von Correctiv hieß es: „Wir enthüllen Sex-Skandal bei der AfD-NRW. Spitzenfrau der Rechtspopulisten vermietete ihren Körper übers Internet.“ Das haben diese Qualitätsjournalisten tatsächlich von sich gegeben und sind damit ernsthafte Anwärter auf den Karl-Eduard-von-Schnitzler-Preis für Qualitätsjournalismus. Die Laudatio bei der Preisverleihung könnte Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) halten. Der mag die AfD auch nicht und bringt dies in Wort und Tat regelmäßig zum Ausdruck.

Die AfD-Kandidatin hat jetzt einen Vorgeschmack bekommen, was es heißt, in schlechte Gesellschaft zu geraten.

Dieser Artikel erschien zuerst bei „Die Kieker (Die Spoekenkiekerei)“.


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