30. März 2017

Internationale Klimakonferenz Ist das der Anfang vom Ende des Klimairrsinns und der Energieverteufelung?

Die Realisten gewinnen wieder die Oberhand

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Bildquelle: shutterstock Feind der Klimaalarmisten, Freund der Pflanzen: Kohlendioxid

Das Motto der 12. International Conference on Climate Change des Heartland Institute in Washington, D.C., am 23. und 24. März 2017 war anspruchsvoll: „Resetting US Climate Policy“ (Zurücksetzen der US-Klimapolitik). Doch darum ging es.

Über 300 Wissenschaftler sowie manche Politiker und viele Gäste aus dem Ausland verfolgten über gut anderthalb Tage, prall mit Vorträgen und anspruchsvollen Diskussionen gefüllt, die neuen Möglichkeiten und Notwendigkeiten, die sich mit der für viele doch überraschenden Wahl von Donald Trump zum neuen Präsidenten der USA ergeben.

Rund 30 Redner informierten die Versammelten in teilweise separaten, parallel geführten Vorträgen und Diskussionsrunden über die neuesten Erkenntnisse der Klimawissenschaften, aber auch bisher Bekanntes wurde wiederholt und in neuen Zusammenhang und damit erneut zur Diskussion gestellt.

Den Auftakt machte ein Video-Grußwort des politischen Anführers der Klimarealisten im US-Kongress, Senator James Inhofe, der ausführte, dass nun die Zeit gekommen sei, die gesetzlichen Vorgaben, seien sie durch die Umweltbehörde EPA oder durch präsidiale Erlasse von Präsident Obama verfügt, aufzuheben, weil die überaus teuren, für das Klima aber völlig wirkungslosen, mithin für die Bevölkerung und das Land nutzlosen Gesetze und Verordnungen das Vertrauen zwischen Regierung und Regierten völlig zerstört hätten. Dieses Vertrauen wieder herzustellen, sei die große Aufgabe der Regierung Trump.

Im Anschluss sprach Dr. Jay Lehr, vielfach erprobter Wissenschaftler, Polit-Veteran in Umweltfragen, darunter Mitbegründer der EPA, und aktuell Wissenschaftsdirektor des Heartland Institute. Er wurde vom Heartland Institute dafür ausgewählt, dem neuen Präsidenten in einem 20-minütigen Vortrag überzeugend darzulegen, was es mit dem anthropogenen Einfluss auf das Klima auf sich hat, beziehungsweise nicht auf sich hat.

In seiner schwungvollen Rede legte er für viele sehr überzeugend dar, dass es sich beim herrschenden Paradigma vom menschlichen Einfluss auf das Weltklima mittels des fossil erzeugten Kohlendioxids zumindest um einen Irrtum, wahrscheinlich jedoch um wissenschaftlichen Betrug handelt, der schnellstens abgestellt gehört. Das Mittel dazu könnte unter anderem sein Plan sein, die Bundes-Umweltbehörde EPA innerhalb von fünf Jahren total abzuwickeln und ihre Aufgaben an die 50 Bundesstaaten zu übertragen. Sein Votum war: Die Klimarealisten haben die wissenschaftliche Debatte gewonnen, nun müssen ihre Erkenntnisse in praktische Politik umgesetzt werden.

Das ist, nicht nur nach meiner Meinung, ein durchaus realistisches Vorbild für die Behandlung des Umweltbundesamts hierzulande.

Des weiteren zog sich wie ein roter Faden die Forderung nach sofortiger Aufkündigung aus der Paris-Vereinbarung und dem Rückzug aus der UN-Rahmenkonvention zum Klimawandel (UNFCCC) von 1992 durch die Äußerungen der Teilnehmer.

Mit der von der Trump-Regierung bereits beschlossenen drastischen Kürzung von Mitteln für die verschiedensten Umweltbehörden, vor allem aber von UN-Aktivitäten, scheint ein erster Anfang gemacht.

Für viele war der nächste Höhepunkt die Rede von Dr. Pat Michaels, derzeit Wissenschaftsdirektor des Cato-Instituts. Er ging besonders auf die Festlegung der Umweltbehörde EPA von 2009 ein, die damals CO2 als gefährlichen Luftverschmutzer einstufte. Dies wiederum erlaubte es Präsident Obama, den sogenannten Clean Power Action Plan – auch bekannt geworden als „War on Coal“ (Krieg gegen die Kohle) – in Kraft zu setzen. Dieser Clean Power Action Plan wurde als erste Maßnahme von Präsident Trump außer Kraft gesetzt.

Pat Michaels nutzte die Gelegenheit, um nochmals herauszustellen, dass die vom IPCC eingesetzte Klimasensitivität von drei Grad Celsius per CO2-Verdopplung, die all dem oben Genannten zugrundeliegt und die allein zur Festlegung des CO2 als Schadstoff durch die EPA geführt hatte, zwar in Modellen zur gewünschten Erwärmung führt, diese wiederum aber erheblich von den zuverlässigsten Messungen (Ballons und Satelliten) nach oben abweichen. Im Klartext: Sie haben nichts miteinander zu tun.

Die Modelle taugen nichts

Nach heutigem Stand des Wissens ist dieser Wert sehr viel kleiner (wenn man überhaupt daran glaubt) und strebt de facto mit jeder weiteren Veröffentlichung gegen Null.

Es würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen, wenn hier auf alle klugen und umfangreich dokumentierten Vorträge eingegangen würde.

Wer mehr wissen möchte, sei auf die ausführliche Livestream-Dokumentation von Heartland hingewiesen (siehe Link unten). Hier nur noch so viel: Die jeweiligen Keynote-Vorträge zu den Mahlzeiten, insbesondere die von Roger Helmer, EU-Parlamentarier der Partei UKIP, Lord Christopher Monckton und Steven Milloy waren nach meiner unmaßgeblichen Meinung besonders interessant. Während Lord Monckton auf eklatante Fehler bei der Berechnung der Klimasensitivität hinwies, die – wenn korrigiert – zeigen, dass es kein Erwärmungsproblem gibt, konzentrierte sich Milloy darauf, zu zeigen, wie weit sich die Klimawissenschaft, vertreten durch IPCC-nahe Wissenschaft, von wirklicher Wissenschaft entfernt hat. Vieles davon sei „Junk Science“, und so heißt auch sein sehr bekannter Blog. Milloy war Mitglied des von Trump vor Antritt seines Amtes eingesetzten EPA Transition Teams, das – unter der Führung von Myron Ebell vom Competitive Enterprise Institute) – die Aufgaben definierte, nach denen die EPA umstrukturiert werden soll.

Das Schlusswort hatte der Physiker Prof. William Happer von der Princeton University. Er ist voraussichtlich der künftige Wissenschaftsberater von Präsident Trump. Seine Thesen: Klimamodelle funktionieren nicht. Klimawandel ist unabhängig vom CO2. Mehr CO2 führt zu mehr Nutzen für die Menschheit. Es ist unmoralisch, die Welt der fossilen Brennstoffe zu berauben. Die sozialen Kosten von Kohlenstoff sind negativ.

Sein Votum war daher klar: Schluss mit allem Klimaschutz, denn es gibt keinen gefährlichen Einfluss des CO2 auf das Weltklima, im Gegenteil, es ist gut für den Pflanzenwuchs und damit von Vorteil für alle. Damit werden die vielbeschworenen sozialen Kosten von CO2 negativ.

Was bleibt von dieser Konferenz?

Unzweifelhaft ging von der Konferenz eine ganz klare Aufbruchsstimmung aus.

Das Signal war: Die Klimarealisten gewinnen wieder die Oberhand, und die US-Regierung – unter anderem beraten von Mitgliedern dieser Konferenz – bereitet die nötigen Schritte zur Umsetzung der seit langem bekannten Forderungen vor.

Die Weigerung des US-Finanzministers, das Klimathema bei der kommenden G20-Konferenz auch nur zu erwähnen, die Aussage des Budget-Direktors des Weißen Hauses, Mick Mulvaney, dass für den „Klimaschutz“ kein Geld mehr zur Verfügung stehe, und die vielfältigen Vorschläge für unmittelbare Maßnahmen zur Umsetzung, die nicht nur auf dieser Konferenz gemacht wurden, sondern auch bei den anwesenden Beratern und Politikern auf ganz offene Ohren stießen, belegen diese Einschätzung mehr als genug.

Trotzdem darf der anschwellende Widerstand all jener, die dadurch viel zu verlieren haben, nicht unterschätzt werden. Trump-Tochter Ivanka, eng mit der Obergrünen Chelsea Clinton befreundet, und ihr Ehemann Jared Kushner, ein Obere-Zehntausend-Manhattan-Gewächs und deshalb mit allen Attributen der grün-linken Oberschicht ausgestattet, werden nichts unversucht lassen, Trump in ihrer Richtung zu beeinflussen. Er wird sich entscheiden müssen zwischen den Vorlieben der Ostküsten-Oberschicht und denen der einfachen Leute, die ihn gewählt haben.

Und nicht zu vergessen Außenminister Rex Tillerson, der gegen den Paris-Ausstieg ist, weil ihm dadurch eine Arbeitsplattform zum Treffen mit seinen internationalen Kollegen genommen würde.

Sie alle werden unterstützt von den Demokraten und vielen NGOs, die ihren Reichtum und Einfluss überwiegend dem ständigen Mittelzufluss aus den verschiedenen Staatsprogrammen zur Klimarettung verdanken. Sie werden mit allen Mitteln dagegen kämpfen.

Also wird Präsident Trump vermutlich Kompromisse machen müssen, zum Beispiel dergestalt, ohne viel Aufhebens den Geldhahn für viele Programme der UN oder der EPA und der NGOs zuzudrehen, ohne den Pariser Vertrag zu verlassen.

Was er wirklich tun wird, werden wir sehen. Es werden auf jeden Fall spannende Zeiten werden. Auch im Hinblick auf den immer einsamer werdenden Vorreiter Deutschland. Doch dass Trump die Richtung grundlegend ändern wird, das ist sicher.

Live-Streams von der Zwölften Internationalen Konferenz zum Klimawandel

Dieser Artikel erschien zuerst auf der Webseite des Europäischen Instituts für Klima und Energie (EIKE).


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