29. Dezember 2016

Alkohol am Steuer Mit Statistik gegen populistische Vorurteile

Aufklärung tut not

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Bildquelle: shutterstock Betrunken am Steuer: Wir schaffen das!

In Deutschland gab es 2015 insgesamt 2,5 Millionen Verkehrsunfälle. Bei 37.450 Unfällen stand mindestens ein Beteiligter unter Alkoholeinfluss. Alkohol war bei 4,1 Prozent aller Unfälle mit Personenschaden eine der Unfallursachen. 7,4 Prozent aller tödlich verletzten Verkehrsteilnehmer in Deutschland starben infolge eines Alkoholunfalls.

Das heißt: 98,5 Prozent aller Verkehrsunfälle wurden von nüchternen Personen verursacht. 13 von 14 Getöteten gehen auf das Konto von nüchternen Fahrern.

Personen, die unter Alkohol stehen, fahren risikofreudiger, schneller und oft auch aggressiver als nüchterne. Nüchterne Fahrer sind deshalb als Vergleichsgruppe für das Unfallrisiko ungeeignet. Vergleicht man indes die Unfallbilanz angetrunkener Fahrer mit jener von anderen angetrunkenen Fahrern, ergeben sich kaum Unterschiede. Angetrunkene Kfz-Lenker sind im Straßenverkehr nicht gefährlicher als andere angetrunkene Kfz-Lenker.

Das Vorurteil gegen alkoholisierte Fahrer ist populistisch und schürt Ängste. Die überrepräsentierte mediale Darstellung von Unfällen unter Alkoholeinfluss hat dazu geführt, dass viele Menschen angetrunkenen Fahrern aus dem Wege gehen oder nicht zu ihnen ins Auto steigen wollen. Dabei produzieren nüchterne Fahrer weit mehr Verkehrsopfer, auch wenn das oft verschwiegen oder als normal verbucht wird. Außerdem verursacht keineswegs jeder Alkoholisierte automatisch einen Unfall. Hier tut Aufklärung bitter not.

Das Alkoholverbot am Steuer ist mit einer offenen, toleranten, bunten Gesellschaft nicht vereinbar. Es stigmatisiert und stellt angetrunkene Fahrer unter einen Generalverdacht. Im Internet und vor allem auf Facebook kursieren immer mehr Hass-Postings, die vor Alkohol am Steuer warnen und alkoholisierte Fahrer beschimpfen. Dagegen muss die Bundesregierung vorgehen.

Das Alkoholverbot gehört auf den Müllhaufen der Geschichte.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Acta diurna.


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