25. November 2016

Medien über Donald Trump Deutschland, Du hast es besser

Hier reicht eine einzige Aufsagerin

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Bildquelle: stock_photo_world / Shutterstock.com Spricht nur mit ausgewählten Journalisten: Donald Trump

„Donald Trump hat vor gut zwei Wochen die US-Wahl gewonnen und beherrscht seitdem die weltweiten Nachrichten“, schreibt der Mediendienst MEEDIA. So weit, so faktisch. Und weiter: „Faszinierend dabei: Der künftige US-Präsident hat bislang nicht eine einzige klassische Pressekonferenz gegeben. Ausgesuchte TV-Interviews gibt er, Youtube- und Twitter-Statements sowieso. Aber vor Gesprächen mit kritischen Berichterstattern scheint er zurückzuschrecken.“

Welches Glück, in Deutschland zu leben, in dem die Kanzlerin so völlig anders verfährt. Bei Trumps erstem Pressegespräch nach seinem Sieg waren in der Tat nur „ausgewählte Journalisten“ dabei. Das ist übrigens auch bei jedem Presseauftritt eines amtierenden Präsidenten so, und zwar seit Jahrzehnten: Ins White House Press Corps kommt nicht jeder.

Wie gut, um wieder auf Deutschland zurückzukommen, wie gut ist es hier bestellt, wo sich mit Anne Will eine einzige Aufsagerin viel besser auf die Mission konzentrieren kann als eine Journalistengruppe, die Kanzlerin nach ihrem Wiederantritt mit kritischen Fragen zu rösten. Und was die letzten beiden Interviews Merkels in der „Süddeutschen“ und der „Zeit“ betrifft – selbst Wohlmeinende werden nicht behaupten, sie sei dort ernsthaft auf kritische Nachfrager gestoßen. MEEDIA demonstriert sehr schön, wie leicht es ist, post- oder kontrafaktische Berichterstattung zu vermeiden, indem man sich grundsätzlich in einem Paralleluniversum aufhält.

Dieser Artikel erschien zuerst auf der Achse des Guten.


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