20. Mai 2016

RezensionOliver Janich: Die Vereinigten Staaten von Europa

Geheimdokumente enthüllen: Die dunklen Pläne der Elite

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Nach seinem viel beachteten ersten Buch „Das Kapitalismus-Komplott“ legt Oliver Janich, Journalist und Gründer der Partei der Vernunft, mit „Die Vereinigten Staaten von Europa“ einen hochspannenden Sachbuch-Krimi über die geschichtlichen Ursprünge der EU vor. Selbst bei Lesern, die mit der Materie vertraut sind, dürfte so manches der zahlreichen hieb- und stichfest belegten Zitate aus dem Munde prominenter Politiker, mit denen Janich sein Werk spickte, für Staunen sorgen. Nach einer kurzen Einführung in das Hoppesche Modell der Privatrechtsgesellschaft, einer Abrechnung mit einigen „Demokratie-Mythen“, Betrachtungen über die „Psychologie der Masse“ und einem Kapitel über Politik als „Wettbewerb der Psychopathen“ stellt Janich – in Kapiteln wie „Die nationalsozialistischen Wurzeln der Europäischen Union“ oder „Die kommunistischen Pläne für die EUdSSR“ – überfällige Fragen, die im politisch-medialen Mainstream leider nicht diskutiert und geflissentlich verschwiegen werden. Weiter zeigt Janich die engen politischen und hochfinanziellen Verbindungen zwischen der EU und der, wie er sie nennt, „bankierssozialistischen Internationale“ auf. Die EU als Teil des Projekts der „Neuen Weltordnung“ – da werden nicht wenige zweifellos mit den Augen rollen und den erwartbaren Vorwurf der  Verbreitung von „Verschwörungstheorien“ erheben, den der Autor gleich selbst ironisch pariert: Wenn führende Köpfe aus Politik, Wirtschaft, Hochfinanz, Militär und Medien regelmäßig in sogenannten „Geheimgesellschaften“ und Debattierclubs, die Janich ebenfalls kurz abhandelt, zusammensitzen, um über die Zukunft von Abermillionen Menschen über deren Köpfe hinweg zu entscheiden, dann handelt es sich, so der Autor zwinkernd, eindeutig um konspiratives Verhalten, zu dessen Erklärung aufgrund der beharrlichen Weigerung der Machteliten, den Rest der Welt über ihre Entscheidungen zu informieren, kaum etwas anderes übrig bleibe, als anhand der verfügbaren oder durchgesickerten Informationen Theorien zu entwerfen – insofern ist der Begriff der Verschwörungstheorie also (im positiven Sinne) durchaus berechtigt. Janich geht auch auf die Beziehungsgeflechte ein, die politisch-institutionellen Strukturen im Umfeld dieser Gesellschaften, denen auch zahlreiche führende deutsche Journalisten angehören – und beantwortet damit anhand der von ihm so genannten „Principal-Agent-Theorie“, warum der „politisch-mediale Komplex“ bestimmte Themen nur ungerne aufgreift. Mag man mit Janich auch nicht in allen Punkten übereinstimmen: Selbst die lautstärksten Kritiker werden ihm nicht absprechen können, dass er zu den ganz wenigen deutschen Autoren gehört, die überhaupt den Mut haben, kontroverse Themen anzusprechen und zur Diskussion zu stellen. Das gilt erst recht für „Reizthemen“ wie die in den letzten Kapiteln besprochenen Mitgliedschaften vieler der prominentesten Mitglieder der Eliten in diversen Logen. Janich traut sich ganz unverkrampft, unvoreingenommen und ohne reißerische Legendenreiterei auch an Freimaurergesellschaften und Illuminaten heran. Aus aktuellem Anlass sei besonders die Lektüre des Kapitels „Kissinger, Putin und der KGB“ empfohlen – der Autor eröffnet darin eine hochinteressante Perspektive auf den gegenwärtigen Konflikt in der Ukraine, der im hektischen politischen Tagesgeschrei völlig untergeht. Mit „Die Vereinigten Staaten von Europa“  legte Oliver Janich eines der wichtigsten politischen Bücher unserer Zeit vor, formuliert in einer klaren, humorigen und auch für die wenigen verbliebenen Nicht-Experten unserer Gesellschaft leicht verständlichen Sprache.


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