20. Mai 2016

RezensionFriedrun und Gerog Quaas: Die Österreichische Schule der Nationalökonomie

Darstellung, Kritiken und Alternativen

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Anders als der Titel verheißt, liegt hier keine umfassende Auseinandersetzung mit den historischen und aktuellen Ideen der Österreichischen Schule vor. Im ersten Kapitel werden die wichtigsten „Austrians“ vorgestellt, wobei heutige Vertreter kaum mehr als in Fußnoten genannt werden. Der „Befund“ gipfelt in der Feststellung, dass wegen der stark auseinandergehenden, ja einander gar widersprechenden Überzeugungen der Protagonisten von einer „Bastardisierung“ der Schule gesprochen werden müsse. Im zweiten Kapitel wird die österreichische Konjunkturzyklustheorie aufs Korn genommen, wobei das Werk Friedrich August von Hayeks, des (wegen seines 1974 errungenen Wirtschaftsnobelpreises) prominentesten Vertreters dieser Schule, im Zentrum der Kritik steht. Hayeks „Überinvestitionstheorie“, besser gesagt, deren vernichtender Kritik, ist das dritte Kapitel gewidmet. Dieser Teil des Buches stützt sich zu großen Teilen auf die Arbeit des Italieners Piero Sraffa. Die beiden Autoren leugnen nicht, dass zyklische Krisen, wie von Hayek und zuvor bereits von Ludwig von Mises festgestellt, auch monetäre Ursachen haben können, stellen aber fest, dass Hayek beim Versuch seiner Beweisführung auf ganzer Linie gescheitert sei. Weder seine Überinvestitions- noch die Fehlallokationstheorie infolge Kreditexpansion würden einer kritischen Analyse standhalten. Die heute lebenden Vertreter der „New Austrian School of Economics“ (NASE) treffe der Vorwurf, die gegen die Theorien der zweiten und dritten Generation der Austrians vorgebrachte Kritik schlicht zu ignorieren. Die von ihnen erhobene Behauptung, Geschäftsbanken würden „Geld aus dem Nichts“ schöpfen, sei falsch, da für Ausleihungen Sicherheiten hinterlegt werden müssten. Im vierten Kapitel wird ein alternatives, mathematisches „Mengenmodell“ vorgestellt.


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