18. April 2016

RezensionAaron Koenig: Bitcoin

Geld ohne Staat: Die digitale Währung aus Sicht der Wiener Schule der Volkswirtschaft

Artikelbild

Vor genau 40 Jahren erörterte Friedrich August von Hayek im Rahmen einer Vorlesung in London erstmals den Vorschlag konkurrierender Parallelwährungen. Ein Jahr später veröffentlichte er seine „Entnationalisierung des Geldes“. Dort heißt es: „Was wir nun brauchen, ist eine Freigeld-Bewegung, die der Freihandels-Bewegung des 19. Jahrhunderts vergleichbar ist.“ Spätestens mit dem digitalen (Frei-) Geldsystem Bitcoin, so Aaron Koenig, ist der Valuta-Geist aus der Währungsflasche. Dieses kryptische Umlaufmittel und die bahnbrechenden Möglichkeiten der dahinter stehenden Technologie einem möglichst breiten Publikum zugänglich zu machen, hat sich der intime Kenner der Szene mit vorliegendem Buch zur Aufgabe gemacht. Im ersten Drittel skizziert er die preis- und geldtheoretischen Grundlagen der Österreichischen Schule sowie die Geschichte des Geldes. Den Hauptteil nehmen sodann die Grundlage und Funktionsweise des Bitcoin-Protokolls ein, das von Informatikern und Kryptographen aus mehreren etablierten Elementen, beispielsweise dem Peer-to-Peer-Prinzip und dem Public-Key-Verfahren, entwickelt wurde. Besondere Beachtung erfährt schließlich die im Zuge von Bitcoin konzipierte und umgesetzte Blockchain-Technologie, die eine individuelle Zuordnung und sichere Übertragung rein digitaler Größen ohne Zentralinstanzen ermöglicht. In diesem Herzstück des Bitcoin-Protokolls sieht Koenig denn auch ein erhebliches Potenzial jenseits der monetären Sphäre. Aufgelockert wird der Text durch zwischen die Kapitel eingestreute Interviews mit Programmierern, Forschern, Unternehmern, Investoren und Nutzern von Bitcoins. Ferner liefern farblich hervorgehobene Informationskästen konkrete Informationen zu Kauf, Verwahrung und Annahmestellen der digitalen Währung. Alles in allem ein insbesondere für Nicht-Informatiker gelungenes Grundlagenwerk, das gekonnt die Experimentierlust des Lesers entfacht. 


„Aaron Koenig: Bitcoin – Geld ohne Staat: Die digitale Währung aus Sicht der Wiener Schule der Volkswirtschaft“ bei amazon.de kaufen


Artikel bewerten

Artikel teilen

Facebook Icon Twitter Icon VZ Icon del.icio.us Logo Reddit Logo

Anzeigen

Kommentare

Die Kommentarfunktion (lesen und schreiben) steht exklusiv Abonnenten der Zeitschrift „eigentümlich frei“ zur Verfügung.

Wenn Sie Abonnent sind und bereits ein Benutzerkonto haben, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, nutzen Sie bitte das Registrierungsformular für Abonnenten.

Mit einem ef-Abonnement erhalten Sie zehn Mal im Jahr eine Zeitschrift (print und/oder elektronisch), die anders ist als andere. Dazu können Sie dann auch viele andere exklusive Inhalte lesen und kommentieren.

Dossier: Literatur

Mehr von Luis Pazos

Über Luis Pazos

Anzeige

ef-Einkaufspartner

Unterstützen Sie ef-online, indem Sie Ihren Amazon-Einkauf durch einen Klick auf diesen Linkstarten, oder auf ein Angebot in der unteren Box. Das kostet Sie nichts zusätzlich und hilft uns beim weiteren Ausbau des Angebots.

Anzeige