11. April 2016

RezensionJohannes Rogalla von Bieberstein: Schwulenkult und feministischer Geschlechterkampf

Wie der „sex-positive“ Geschlechterkrieg Kirche und Gesellschaft verändert

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An kritischer Literatur zum Gender Mainstreaming (GM) gibt es einiges, das die Bandbreite der Auswirkungen auf Politik, Gesellschaft und auch Kirche deutlich macht. Auf letzteres Thema, den Einfluss des GM auf die Kirche, fokussiert Johannes Rogalla von Bieberstein. Von Bieberstein führt dazu eine Vielzahl von Quellen und Aussagen zu Vertretern des Gender Mainstreamings auf und richtet ein besonderes Augenmerk auf die evangelische Kirche. Er verdeutlicht die Beziehungen von Kirchengremien mit feministischen sowie Schwulen- und Lesbenverbänden und macht deutlich, wie letztere nicht nur Einfluss auf die evangelische Kirche nehmen, sondern auch durch die Einbindung beispielsweise in Kirchentage integriert werden. Die Vielzahl von Quellen macht das Buch zu einer Fundgrube. Allerdings führen sie auch dazu, dass es nicht eben leicht zu lesen ist. Die oft wiederholten Hinweise auf Verbindungen der Homosexuellen-Lobby mit Pädophilenvertretern sowie auf die marxistisch-klassenkämpferisch geprägten Geschlechterkämpfe wirken am Ende eher bemüht, und auch die Zeitsprünge, die von Bieberstein den Lesern zumutet, sind eher verwirrend als erhellend. Das alles lässt das Fazit zu diesem Buch eher durchwachsen ausfallen. Als Nachschlagewerk ist es – auch aufgrund der guten Zusammenstellung von Literaturhinweisen und dem Namensverzeichnis – gut geeignet. Von Bieberstein hat auch recht mit seinen Mahnungen oder wenn er darauf hinweist, dass die Sexualität, insbesondere sexuelle Minderheitenorientierungen, sich anschickt, unser Gesellschaftsbild zu prägen, und die Mehrheit der „Normalen“, im Bemühen, niemanden zu diskriminieren, dieser Entwicklung entweder gleichgültig oder machtlos gegenübersteht. Das „Durchlesen“ des Buches ist allerdings eine mühsame Angelegenheit. Ob die Botschaft bei einem Leser, der die Kritik am Gender Mainstreaming nicht ohnehin schon teilt, damit ankommt?


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