05. März 2016

Philip Meinhold Niemand braucht „taz“-Kretins

Eine Gegensatire

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Bildquelle: shutterstock Fühlen sich in der „Kloake Deutschland“ sichtlich wohl: Mistkäfer

Satire darf alles. Sie kann sich nicht wehren, auch nicht gegen gänzlich unbegabte Schreiber, die ohne einen Funken Humor, aber mit viel Gift und Galle sagen wollen, was sie sich sonst nicht zu sagen trauen. Die „taz“ ist für die Veröffentlichung verunglückter Satiren notorisch. Vor Jahren fand sie es lustig, den sterbenden Autor Jürgen Fuchs mit den Symptomen seiner Krebskrankheit zu verhöhnen.

Nun hebt sie Philip Meinhold, den Autor des „notwendigen Manifests zur endgültigen Abschaffung Deutschlands“ ins Blatt. Sie hätte den Beitrag versehen sollen mit dem Hinweis „Achtung, das soll Satire sein!“. Das wäre hilfreich gewesen, denn dem irritierten Leser konnte das nicht auffallen. Er musste beim Lesen dieses ganz und gar humorlosen Textes davon ausgehen, dass er aus Versehen auf die Humorseite der Zeitung gesetzt wurde.

Meinhold, schaut man sich seine Biographie an, gehört zu den Fördermittelabzockern und ewig Zweit- und Drittplazierten. Er hat sich offenbar für jedes irgendwie in Frage kommendes Stipendium beworben und war erfolgreich, wahrscheinlich weil man sich der Flut seiner Bewerbungen nicht anders erwehren konnte. Knete von dem Staat zu nehmen, den er so hasst, dass er seine Vernichtungsphantasien nicht zügeln kann, ist sichtlich kein Problem für ihn. Von Talent, gar zur Satire, kann bei ihm nicht die Rede sein. Wenn ihm eine Parodie gelingt, dann ist das unbeabsichtigt. „Niemand unter den Völkern braucht dieses Land“, behauptet er. Nun, mindestens eine Million Zuwanderer im vergangenen Jahr brauchen das Land dringend, am dringendsten aber der Schreiberling selbst. Wer sonst bezahlte dem „freien Autor“ seinen Unterhalt, wenn der Staat über Nacht tatsächlich ein „einzigartiger, unberührter grüner Landstrich“ würde? Die deutschlandfreie Fauna und Flora sicherlich nicht.

Auch sonst verwickelt sich der Hasser par excellence in allerlei Widersprüche. Er zählt sich offensichtlich zu denen, die noch „einen Funken Herzenswärme“ besitzen, um gleich darauf zu beweisen, dass er schlimmer und hasserfüllter vom Leder ziehen kann als die Dörfler aus der sächsischen Provinz. Was die von ihm beklagte „geistige und emotionale Verarmung“ angeht, so ist sein Text der beste Beweis dafür, dass Meinhold selbst es ist, der darunter leidet. Es zeugt von höchster „ethischer und moralischer Verkommenheit“, ein ganzes Land mit solchen Verbalinjurien zu überziehen, wie er es tut. Ganz verbissen in seinen helldeutschen Furor, bemerkt er nicht, in welche Schreibtradition er sich stellt – und das freiwillig. Welchen Riesenkomplex ein unübersehbar „von Neid und Niedertracht“ getriebener Charakter abzuarbeiten hat, der Sätze wie Meinhold schreibt und veröffentlicht, darüber möchte ich nicht spekulieren. Ich bin aber sicher, dass Hans-Joachim Maaz die Antwort wüsste.

Es ist jedenfalls schizophren, zugleich in und von einer „Widerwärtigkeit der zum Staat gewordenen Kloake“ zu leben, sofern man kein Mistkäfer ist, als den ich Meinhold nicht mal spaßeshalber bezeichnen würde. Unfreiwillig komisch wird es auch, wenn Meinhold den Deutschen mangelnden Humor und den Intelligenzquotienten eines Tellers Erbsensuppe vorwirft. Der Arme hat selbst keinen Funken Humor.

Natürlich hält der Mann auch nichts vom Grundgesetz. Alle, die noch wissen, was darin steht, und meinen, dass es eine richtige Antwort auf die Erfahrung einer menschenverachtenden Diktatur ist, sind in Helldeutschland Rechte, für die, geht es nach den Meinholds, nicht gilt, dass die Würde des Menschen unantastbar ist. Meinholds Text dokumentiert, dass er genau in dem Ungeist schreibt, den er zu parodieren vorgibt. Wenn man das Wort „Deutsche“ durch ein beliebiges anderes, wie „Flüchtling“ ersetzte, würde die „taz“ den Text noch als „Satire“ drucken? Humor ist ja, wenn man trotzdem lacht, auch wenn die angebliche Satire so gar nichts Humorvolles hat.

Zu fürchten ist, dass sich Meinhold demnächst um einen Satirepreis bewirbt. Ob die Juroren diesen Text dann als preiswürdig erachten? Hoffentlich nicht, denn sie müssten sich totlachen dafür, einen Schreiber zu küren, der sich, natürlich nur spaßeshalber, den Feuersturm von Dresden im Februar 1945 für ganz Deutschland wünscht. Meinholds Humor klingt fatal nach dem eines Henkers. Wie gut, dass der Mann seine Vernichtungsphantasien nur in die Tastatur hämmern kann und nicht am berühmten roten Knopf sitzt.

Dieser Artikel erschien zuerst auf der Achse des Guten.


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