13. Januar 2016

Meldung ARD und SPD greifen PI-News, Kopp und „Junge Freiheit“ an

Und der „Focus“ hat Schwierigkeiten, den eigentlichen Skandal zu erkennen

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Bildquelle: SWR Report Mainz: Gebührenfinanziertes Denunziantentum

Eben erst wurde dem „Focus“ vorgeworfen, „rechtspopulistische Hetze“ zu verbreiten, da meldet er einen vermeintlichen „Skandal“: „Firmen wie Aldi, Lufthansa oder Volkswagen machen Werbung auf rechtspopulistischen Hetzseiten, selbst Anzeigen der Bundesarbeitsagentur und der Bundespolizei tauchen auf den Hassseiten auf“, so der „Focus“ empört, der damit eine „Recherche“ von „Report Mainz“ medial begleitet.

Die Firmen hatten im Internet Werbung geschaltet, und ihr Fehler sei es gewesen, so der Vorwurf der zwangsgebührenfinanzierten Staatsfunker des SWR, dass sie unkorrekte Internetseiten dabei nicht ausdrücklich ausschlossen. Die GEZ-Gebührengelder wurden also tatsächlich dafür verbraten, über Monate hinweg drei von den Gouvernanten nicht geliebte Seiten (junge-freiheit.de, pi-news.net und Kopp Online) „akribisch zu beobachten“ und jede Werbeschaltung zu notieren. Artig gelobten die denunzierten Firmen denn auch gleich „Besserung“.

Die ARD behauptete unwidersprochen, die „Junge Freiheit“ und die beiden anderen Anbieter würden „Menschenfeindlichkeit“ verbreiten. Mit im Bild und dabei auch der Innenminister von Niedersachsen, Boris Pistorius (SPD), der quasiamtlich beipflichtet: „Diese Seiten sind ohne Frage geistige Brandstifter, das muss man sehr deutlich sagen.“ Und: „Es wird dringend Zeit, dass mehr Sensibilität im Umgang mit Werbung auf Webseiten dieser Art Platz greift.“

Die „Junge Freiheit“ kommentiert den Fall so: „Dass Report Mainz mit dem schweren Geschütz der unerhörten Verleumdung des Innenministers an Werbetreibende wie Bahn, Telekom, aber auch Behörden wie Bundespolizei und Agentur für Arbeit herantritt, um sie zum Abschalten der Werbung zu bewegen, ist ein Skandal. Da mokieren sich Politiker und Moderatoren öffentlich-rechtlicher Sender in Deutschland über vermeintliche oder tatsächliche Eingriffe in Polen oder Ungarn in die dortige Pressefreiheit, nur, was sind der Bericht von Report Mainz und die Äußerungen des Ministers Pistorius anderes als ein massiver Eingriff in die Unabhängigkeit privater Medien hierzulande?“ Chefredakteur Dieter Stein ergänzt, es sei „eine Schande für die Verantwortlichen von Report Mainz, dass sie den Beitrag fertigstellten und sendeten, ohne wenigstens einmal unseren Verlag mit den Vorwürfen zu konfrontieren und unsere Seite zu hören. Man höre auch immer die andere Seite, dieser minimale Grundsatz der Fairness wurde missachtet.“


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