08. Januar 2016

Übergriffe in Köln Wenn du Frieden willst, bereite den Krieg vor

Fragwürdige Tipps der Oberbürgermeisterin

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Bildquelle: shutterstock Armlänge Abstand: Das soll helfen?

Ich habe die Pressekonferenz der Kölner Oberen zu den Vorfällen in der Silvesternacht verfolgt, wo aus einer Gruppe von etwa 1.000 Menschen heraus auf der Domplatte eine noch unbekannte Anzahl von Frauen beraubt und sexuell belästigt worden ist. Auch die genaue Zahl der Täter ist noch nicht bekannt, derzeit ist von 90 einzelnen Strafanzeigen die Rede. In Worten: Neunzig! Auch in anderen deutschen Großstädten kam es zu ähnlichen Vorfällen.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich überhaupt dazu schreiben soll. Nicht, weil mir solche Zustände nicht bekannt wären, die hier aufgrund des Silvestertroubels eine größere Dimension angenommen haben, sondern weil mich die Art und Weise, wie die Politik auf diese Vorfälle reagiert, schlichtweg sprachlos macht.

Da saßen sie also nun, die Oberen der Stadt Köln, und versuchten einen möglichst bestürzten, aber dennoch kompetenten Eindruck zu hinterlassen. Was ich zumindest der Oberbürgermeisterin von Köln, Henriette Reker, abnehme, ist, dass sie noch nicht wusste, dass es in Deutschland inzwischen Bevölkerungsgruppen gibt, bei denen die Männer ihre Frauen und Frauen ganz allgemein als „nicht gleichwertig“ betrachten und meinen, mit ihnen umspringen zu können, wie es ihnen beliebt.

Natürlich gibt es auch biodeutsche Frauenfeinde, und natürlich gibt es auch Mitbürger mit ausländischen Wurzeln, die Frauen mit dem Respekt behandeln, wie es sich für zivilisierte Menschen gehört, dennoch dürfen wir die Augen nicht vor dem verschließen, was längst Realität ist. Denn genau das haben sowohl Medien als auch Politik viel zu lange getan. Hierfür verantwortlich ist wie bei so vielen Themen die „politische Korrektheit“.

Um es klar zu benennen: Es kommen Personen mit einem patriarchalen Denken nach Deutschland, das nun mit unserer offenen Gesellschaft kollidiert. Und es kollidiert nicht nur mit unserer offenen Gesellschaft, in der Frauen und Männer endlich gleichberechtigt sind, es kollidiert auch mit unserem Rechtsstaat, denn Gewalt gegen Frauen ist in unserem Land absolut tabu, anders als es vielleicht in den Heimatländern dieser Männer der Fall ist, wo solche Straftaten nicht konsequent verfolgt werden.

Natürlich gab es in der Pressekonferenz der Kölner Oberen mehrfach die eindringliche Aussage, dass diese Straftaten konsequent verfolgt würden und man keine rechtsfreien Räume tolerieren werde, aber wer mal genauer darüber nachdenkt, wird sich (wie ich) das traurige Lachen kaum verkneifen können.

Die Verurteilungsquote bei Einbruchdiebstahl liegt bei etwa drei Prozent. Ab welcher Verurteilungsquote gelten „Räume“ eigentlich als „rechtsfrei“? Aber diese rhetorische Frage nur am Rande. Kommen wir mal zum entscheidenden Kern der Pressekonferenz, bei dem sich mein trauriges Lachen in ein hysterisches gewandelt hat.

Henriette Reker, die amtierende Bürgermeisterin von Köln, gab auf Nachfrage einer Journalistin ein paar Tipps, wie sich Frauen denn gegen solche Gewalt präventiv schützen können. Einer dieser Tipps war, dass man sich nur in Gruppen bewegen sollte. Ein anderer, dass man solche Täter immer auf eine Armlänge Abstand halten soll.

Das muss man sich mal vor Augen führen: In derselben Pressekonferenz wurde wenige Minuten, bevor diese Tipps gegeben wurden, gesagt, dass die Täter die Frauen umringt und von allen Seiten bedrängt haben. Und es wurde auch gesagt, dass die Frauen, die in Gruppen unterwegs waren, von ihren männlichen Begleitern bewusst und mit Gewalt getrennt wurden. Und genau die Maßnahmen, die in solchen Situationen offenbar nicht im geringsten funktionieren, werden von Frau Reker zur Prävention empfohlen? Das kann doch wohl echt nicht wahr sein.

Und gerade Frau Reker sollte doch wissen, dass es überhaupt nicht möglich ist, einen Angreifer, der zielgerichtet vorgeht, „auf Armlänge“ zu halten, schließlich wurde sie selbst bereits Opfer eines Messerattentats. Und das war ein Einzeltäter. Wie soll das bei mehreren Tätern funktionieren, wenn es schon bei einem Einzelnen nicht möglich ist?

Weitere dieser sinnvollen Tipps soll es übrigens bald auf der Internetseite der Stadt Köln geben. Hoffentlich bricht der Webserver beim Ansturm auf diese dann sicherlich medienwirksam veröffentlichten Informationen nicht zusammen.

Entschuldigt meinen Zynismus, aber ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll, dass die Politik ihre Arbeitgeber – auch bekannt unter dem Namen „Bürger“, hier in der weiblichen Form – der Kriminalität mit solch abstrusen Tipps zum Fraß vorwirft. Übersetzt von Politisch in Normaldeutsch bedeuten solche Präventionsmaßnahmen nämlich nichts anderes als: Die Politik ist machtlos, aber wir möchten auch nicht, dass ihr euch adäquat selbst verteidigen könnt. Lasst euch lieber widerstandslos vergewaltigen, dann wird es vielleicht nicht ganz so schlimm.

Liebe Frauen (und Männer), bitte nehmt solches Geschwafel nicht widerstandslos hin. Ihr habt in Deutschland ein Recht auf Notwehr und Nothilfe. Es gilt der Rechtsgrundsatz: Recht muss Unrecht nicht weichen. Vorfälle wie die in Köln haben nun hoffentlich auch den letzten auf drastische Weise aufgezeigt, dass wir als Bürger dieses Landes diesen Rechtsgrundsatz wieder leben müssen.

Wir müssen die Waffenrechtsdebatte in Deutschland energisch weiter führen. Es darf nicht sein, dass ein offenbar teilweise hilfloser Staat uns weiterhin die entsprechenden Möglichkeiten für eine effektive Selbstverteidigung verwehrt. Der Staat muss aufhören, die Täter zu schützen!

Laut polizeilicher Kriminalstatistik werden in Deutschland fünf Frauen pro Woche getötet. Diese Zahl wird mit dem Anteil der Menschen in diesem Land, die Frauen verachtend gegenüberstehen, steigen. Frauen – und körperlich schwache Männer wie ich, das gebe ich offen zu – haben kaum eine Möglichkeit, sich zu wehren. Schon gar nicht gegen mehrere körperlich überlegene Männer. Da hilft auch kein Pfefferspray. Da hilft nur eine Schusswaffe, die abschreckende Wirkung dieses Gamechangers und regelmäßiges Training, um diese im Notfall auch einzusetzen.

Si vis pacem para bellum – wenn du Frieden willst, bereite den Krieg vor.

Dieser Artikel erschien zuerst auf der Homepage der German Rifle Association.


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