05. Oktober 2015

Einheitsfeier Ein Buch für Merkel

Und Steuergeld für Buttersäure

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Bildquelle: Jorg Hackemann / Shutterstock.com Tag der deutschen Einheit: Einigkeit und Recht und...

Am Samstag hatte ich die Ehre, mit anderen Bürgerrechtlern an der zentralen Einheitsfeier in Frankfurt teilzunehmen – in der ersten Reihe. Es war eine interessante Erfahrung. Es begann im Dom mit einem ökumenischen Gottesdienst, an dem auch Vertreter des Judentums, der Sikhs und des Islam teilnahmen. Das Thema war Liebe zur Vielfalt. Mit Gottesdienst hatte die Veranstaltung weniger zu tun. Es war, wie leider häufig, eine helldeutsche Agitationsveranstaltung. Den Ton gab gleich anfangs ein ehemaliger DDR-Flüchtling vor, der für eine unbegrenzte Aufnahme von Flüchtlingen warb und die Brandsätze auf Flüchtlinge verurteilte, die es allerdings nicht gegeben hat. Eine Abiturientin, geboren in Bethlehem, wahrscheinlich Christin, bedankte sich für die Möglichkeiten, die Deutschland ihr eröffnet hat, und verlor kein Wort über die Christenverfolgung auf der Welt und in deutschen Asylheimen. Die Rabbinerin vom Egalitären Minjan Frankfurt gestand, dass sie anfangs große Angst vor der Vereinigung hatte. Aber jetzt sei Deutschland ein Ort, wo sich jüdisches Leben ungehindert entfalten könnte.

Über den neuen Antisemitismus, der sich breit macht, verlor sie kein Wort. Der Imam zitierte die Koransure, in der die Tötung eines Menschen verurteilt wird, weil man mit einem Menschen die ganze Menschheit töte, und distanzierte sich artig von Gewalt und Extremismus. Warum musste ich bloß an Sabatina James denken, die in ihrem neuen Buch „Scharia in Deutschland“ klargestellt hat, dass jeder Muslim lügen dürfe, wenn es für die Tarnung erforderlich ist? Auch die Art, wie der Imam am Ende auf die Kanzlerin zuging und ihr die Hand reichte, obwohl es üblich ist, dass die Ranghöhere entscheidet, hatte
etwas Demonstratives.

Apropos Merkel: Die Kanzlerin saß mir schräg gegenüber, sah selbst für ihre Verhältnisse schlecht aus und nickte immer wieder ein. Man konnte fast Mitleid mit ihr bekommen. In der Reihe der Bundesregierung saß überraschenderweise Frau Göring-Eckardt. Was hatte sie da zu suchen? Kremlastrologen würde das zu denken geben. Nach dem Gottesdienst ging es in Bussen zur Alten Oper, wo die weltliche Feier stattfand. Das ganze Gebiet war abgesperrt. Das Polizeiaufgebot war absurd. Die Beamten standen praktisch Schulter an Schulter über Kilometer, manchmal in zwei Reihen hintereinander. Ganze Landstriche dürften an diesem Tag ohne Polizisten gewesen sein. Eine solche Polizeipräsenz war im Polizeistaat DDR nicht zu sehen gewesen. Wir Ehrengäste, viele Bundesverdienstkreuzträger darunter, waren vorher in ein Hotel gefahren und durch eine Sicherheitskontrolle geschleust worden. Wer danach, an einer Polizeikette entlang, auf die Toilette ging, wo im Vorraum wieder ein Polizist stand, musste anschließend noch einmal durch die Sicherheitskontrolle. Man kam sich vor wie im falschen Film.

Die Veranstaltung in der Oper setzte deutlich andere Akzente als der Gottesdienst. Das lag vor allem an Bundespräsident Gauck, der die Probleme, mit denen Deutschland heute zu kämpfen hat, deutlich ansprach. Eine neue innere Einheit müsse hergestellt werden zwischen der Bevölkerung und den Neuankömmlingen. Dies könne nur geschehen auf der Grundlage unserer Verfassung und der westlichen Werte. Die Emanzipation der Frauen dürfe ebenso wenig zurückgenommen werden wie das Recht von Homosexuellen, auf der Straße Hand in Hand zu gehen. Er erteilte jeder Form von Antisemitismus eine deutliche Absage und machte klar, dass das Existenzrecht von Israel unantastbar sei. Das war in einer Situation, wo Politiker wie der notorische Oberbürgermeister von Jena öffentlich gefordert haben, Israel künftig nicht mehr mit Samthandschuhen anzufassen, sondern für seine Politik gegenüber den Palästinensern zu bestrafen, bitter nötig.

Gauck sprach auch über die Notwendigkeit, die EU-Außengrenzen zu schützen und die Einwanderung zu begrenzen. Da wagten nur wenige, Beifall zu klatschen. Insgesamt ließ Gaucks Rede eine deutliche Distanz zu Merkel erkennen, deren Einzug in den Saal unbeachtet geblieben war und die ziemlich einsam wirkte. Bei seinem Schlusswort betonte Gauck die erste Zeile unserer Nationalhymne in einer Weise, die wie eine Kampfansage wirkte: Recht und Freiheit! Fast war er wieder der alte Gauck, den ich kannte, nicht der Bundespräsident, den ich ablehne.

Ich hatte zur Veranstaltung ein Exemplar von Sabatina James‘ Buch „Scharia in Deutschland“ mitgenommen, in der Absicht, es Merkel zu überreichen. Das gelang problemlos, denn ich saß wieder ganz in ihrer Nähe. Die mächtigste Frau der Welt wirkte erstaunlich unsicher. Ich hatte mir ein T-Shirt bedrucken lassen mit dem Hinweis auf Artikel 3/3 und 5 des Grundgesetzes, das sie zu irritieren schien. Sie nahm mein Geschenk an, schaute auf den Titel, lächelte gequält und sagte: „Das wollen wir nicht.“ Dass sie meine Antwort, dass Scharia in Deutschland längst praktiziert werde, verstanden hat, bezweifle ich. Sie zog sich fast panisch zurück. Da niemand in ihrer Nähe war, der ihr das Buch abnehmen konnte, behielt sie es in der Hand, als trüge sie eine Bombe. Ich hatte ihr das Buch vor allem auch wegen des Kapitels über die Ahmadiyya-Sekte in die Hand gedrückt, die zur Beraterin der Bundesregierung in Sachen Islamunterricht an den Schulen avanciert ist. Ihr Tarnmotto „Liebe für alle, Hass für keinen“ hat die Berater annehmen lassen, mit Hilfe dieser Sekte könne der Islam europäisiert werden. Sie könnten bei Sabatina James nachlesen, wie sehr sie sich irren.

Als ich die Oper verließ, musste ich große Umwege in Kauf nehmen, um zum Römer zu gelangen. Unterwegs kam ich am Bundesratszelt vorbei, als es gerade von linksradikalen Demonstranten der Refugee-welcome-Fraktion besetzt war. Die steuergeldfinanzierten Demonstranten, die auch Buttersäure einsetzten, mussten von Polizisten gewaltsam entfernt werden, damit die Übergabe der Bundesratspräsidentschaft stattfinden konnte. Insgesamt fiel aber auf, dass auch die Antifa an den Rand ihrer Kapazitäten gelangt zu sein scheint. Sie brachte keine 2.000 Leute zu Gegendemonstrationen auf die Beine, während es über eine Million Festgäste waren, die sich nicht vom Feiern abhalten ließen. Wenn der Antifa endlich der Geldhahn zugedreht wird, weil alle Mittel für die Einwanderer gebraucht werden, ist der Spuk bald vorbei.

Dieser Artikel erschien zuerst auf der Achse des Guten.


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