08. Juni 2015

Barbara Hendricks Unhistorisch und unpolitisch

Eine Klima-Göttin wittert Blasphemie

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Bildquelle: shutterstock Zahlensalat: Die Welt der Ministerin ist etwas anders

Diesmal steht Bundesumweltministerin Barbara Hendricks im Fokus. Die Geschichtslehrerin, die vermutlich nur SPD-Genossen und eingefleischten Aktivisten überhaupt ein Begriff ist, ließ sich vor Wochenfrist in der „FAZ“ über die großen Erfolge der deutschen Klimapolitik aus. Anlass war ein Anfang Mai von Bjørn Lomborg in derselben Zeitung veröffentlichter Artikel, in dem der dänische Wissenschaftler „Deutschlands gescheiterte Klimapolitik“ analysierte und zu dem eindeutigen Fazit kam, die deutsche Energiewende sei teuer und unwirksam. Nun ist Lomborg nicht irgendwer. Der Leiter des renommierten Copenhagen Consensus Center und erfolgreiche Buchautor hat sich mit dem 2002 gemeinsam mit mehreren Wirtschaftsnobelpreisträgern erstellten „Copenhagen Consensus“ einen Namen gemacht. Die seither stetig überarbeiteten Vorschläge zur Priorisierung der bedeutendsten Herausforderungen für die Menschheit finden weltweit Beachtung. Auf dieser Grundlage setzen sich Lomborg und sein wissenschaftlicher Stab auch mit der deutschen Klimapolitik auseinander – und kommen zu einem vernichtenden Ergebnis. Nun kann man immer unterschiedlicher Meinung sein. Auch an Lomborgs Kosten-Nutzen-Ansatz gibt es Kritik. Doch maßgeblich ist, wie man mit anderen Auffassungen umgeht.

Und hier lieferte die 63-jährige Historikerin an der Spitze des Bundesumweltministeriums ein Lehrbeispiel für die allseits bekannte Dünnhäutigkeit der Klima-Apokalyptiker. Argumentativ ihrem Gegenüber unterlegen, hält sie sich in ihrer Replik nicht lange mit wissenschaftlicher Untermauerung auf. Stattdessen geht es nach altbewährtem Muster schnurstracks unter die Gürtellinie. Noch vor jeder inhaltlichen Auseinandersetzung versucht Hendricks Lomborg mit dem Hinweis darauf zu diskreditieren, dass die Universität von Westaustralien einen Vertrag über die Zusammenarbeit mit seinem Institut gekündigt habe, weil er weder Wissenschaftler noch Ökonom sei. Sie bezichtigt ihn einer „unhistorischen und unpolitischen“ Arbeitsweise und lässt keine Gelegenheit aus, ihre Geringschätzung zum Ausdruck zu bringen. Hendricks bemüht allerlei Statistik und jede Menge politische Floskeln. Ihr Zahlensalat gipfelt in der Feststellung, die erneuerbaren Energien seien inzwischen „kostengünstig und konkurrenzfähig“. Dass dies trotz schier unendlicher Milliardensubventionen – fast 22 Milliarden Euro im Jahr 2015 – nicht stimmt, kann jeder auf seiner Stromrechnung ablesen. Sei‘s drum, in der Welt der Ministerin sind eben viele Dinge etwas anders.

Der peinlich-schrille Rundumschlag gegen jedwede Kritik zeigt, wie schwierig es angesichts einer immer offensichtlicher gescheiterten Klimapolitik mittlerweile für die Öko-Industrie geworden ist, ihren Fürsprechern einen glaubhaften Auftritt zu verschaffen. Hendricks ist von ihren Auftraggebern sicherlich ordentlich vorbereitet worden. Dass dabei so wenig Substanz herauskommt, spricht für sich selbst. Fast verplappert sie sich noch mit dem Hinweis, die erneuerbaren Energien seien inzwischen „ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in Deutschland“. Eben diese Interessen sind es ja, die uns den Spuk eingebracht haben. In kaum einem anderen Land haben die Lobbyisten der „grünen“ Konzerne so viel Erfolg wie bei uns. Dies liegt vor allem am antrainierten schlechten Gewissen der Deutschen, mit dem sich viele Vorhaben durchsetzen lassen, die anderswo undenkbar wären. Frau Hendricks darf sich also des Beifalls sicher sein – ganz gleich, wie krude ihre Argumentation oder wie unschicklich ihre persönlichen Angriffe. Doch eines bleibt: Sie hat zusammen mit ihren grünen Komplizen das Leben der Menschen teurer, schlechter und unfreier gemacht. Und dabei hat sie nicht einmal dem Klima geholfen, das über die Selbstüberschätzung des Menschen ohnehin nur lachen kann…

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog des Autors.


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