17. März 2015

Importierte Fachkräfte Macht hoch die Tür!

Masern und Analphabetismus in der Bananenrepublik

Dossierbild

In einem Gastbeitrag für die „FAZ“ erinnert Gunnar Heinsohn einmal mehr an die Gallup-Studie aus dem Jahre 2009, welcher zufolge 38 Prozent der Afrikaner gern ihren Kontinent verlassen wollen, was bei einer Bevölkerungswachstumsprognose von 2,1 Milliarden Afrikanern im Jahre 2050 aber kaum mehr als 800 Millionen ergäbe, heute sogar noch weniger, gegenüber dann circa 500 Millionen Europäern.  „Es gehört zum Charme des erschöpften Abendlandes, dass niemand aus seinen Kabinetten diese Zufluchtssuche unterbinden will“, notiert Heinsohn und zitiert Christopher Hein, den Vorsitzenden des italienischen Flüchtlingsrats, mit den bilanzselbstmörderischen Worten (also auf den Kontinent bezogen, Freund Hein selber meint gewiss, dass er steuerfinanziert irgendwie durchkommt): „Zu entscheiden, wer kommt oder wie viele kommen, liegt nicht bei unsereinem. Was wir allein beeinflussen dürfen (sic!), sind die Umstände, unter denen diese Menschen zu uns finden.“

Halten wir deshalb kurz inne zum Gebet, dass der eine oder andere auch den Weg in Heins trautes Heim finden möge. Beziehungsweise darf.

Nun aber die bessere Nachricht inmitten der ohnehinnigen guten: Deutschland wird täglich immer noch unglaublich bunter! So soll es heute schon siebeneinhalb Millionen Analphabeten im Land der Schlichter und Schenker geben, also Menschen, die das unglaubliche Glück haben, weder „Bild“ noch Spiegel online lesen dürfen zu müssen. „Jeder siebte erwachsene Deutsche zwischen 18 und 64 Jahren kann nicht richtig lesen und schreiben“, meldet n-tv und präsentiert als vermeintlich typisches Beispiel „Herbert K.“ aus Mecklenburg (nur sein Hund heißt „Ali“). Diese Bilanz können sich die engagierten rot-grünen Bildungsreformer allerdings nicht ganz allein zuschreiben, es sollten unter den importierten Ärztekohorten und Ingenieurslegionen auch ein paar fröhliche Fellachen sich befunden haben. Was dem Staatsziel Buntheit nur zupass kommt. Also: Mehr davon! Macht hoch die Tür!

Apropos Ärzte und Ingenieure: Wie Thilo Sarrazin, verflucht sei sein Name im Diesseits und im Jenseits, von seinem Parteifreund Buschkowsky erfuhr (verflucht sei auch er) und in der „Weltwoche“ ausplauderte, leben allein in der Hauptstadt der DDR mehrere Zehntausend Angehörige einer Bevölkerungsgruppe, die so bunt ist, dass es keinen Namen mehr für sie geben darf oder kann. Auf wessen Kosten sie dort leben, darf (und irgendwann: kann) gleichfalls nicht gefragtwerden, aber man muss doch wenigstens darauf hinweisen, dass ihrer Mitte erstklassige Experten im Schlüsseldienstsektor entstammen, wenn auch meistens keiner der Kunden zu Hause ist, um dergleichen Expertise nicht nur zu bestaunen, sondern auch zu würdigen.

Zu den importierten Fachkräften gehört in gewissem Sinne auch das hochsolide arbeitende Masernvirus, sozusagen als Avantgarde wieder heimkehrender, bislang diskriminierter, verfolgter und anderswo ansässig gewordener Erregerstämme. Zwar stellte die „Zeit“ in ihrer Online-Ausgabe prompt klar, dass nicht die Asylsuchenden vom Balkan, die das Virus mitbrachten, am Wiederauftauchen der ehedem komplett ausgegrenzten Seuche Schuld trügen, sondern die impfscheuen Deutschen, denn ein importierter Erreger finde in einer gut durchgeimpften Volksgemeinschaft keine Verbreitungsmöglichkeiten. Impfen als Bestandteil der Willkommenskultur für Ungeimpfte also. Aber man soll den Anteil auch unscheinbarer Zuwanderer an der immer bunteren Gesellschaft nicht kleinreden. Und immer feste druff, Genossen Medienschaffende, auf diejenigen, die sich darüber echauffieren, weil sie aus lauter Egoismus unfähig zur globalen Perspektive sind! Auch Erreger und Leseschwächen müssen sozial gerecht verteilt werden. Wer hat, soll geben! Und wer nicht geben will, dem soll genommen werden! Bis alle gleichviel wenig haben!

Zum Schluss die schlechte Nachricht: Wenn dieses Land endlich eine Bananenrepublik geworden ist, dann wird wohl leider auch die unsühnbare deutsche Schuld allmählich verblassen. Denn wenn nichts mehr zu holen ist, wen soll sie dann noch interessieren?

Dieser Artikel erschien zuerst auf Acta diurna.

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