10. Februar 2015

Medien Der Feind muss rechtsextrem sein

Faschistoid ist man selbst

Dossierbild

Der zwangsfinanzierte NDR „recherchierte“ zusammen mit der „taz“, dass der ehemalige Innensenator und heutige AfD-Kandidat Nockemann auf Facebook „rechtsextreme“ Freunde habe. (Ich muss das so narrativ einführen, weil ich es ablehne, das Dreckzeug auch noch zu verlinken.)

Ja, der linke Dreck-Schleuder-Journalismus betätigt sich als ungewollter Wahlhelfer für missliebige politische Konkurrenz. Der Feind muss rechtsextrem sein, denn faschistoid ist man selbst. Könnte man nämlich so, wie man es sich klammheimlich vorstellt, wären die selbstdefinierten Rechtsextremen schon längst in Umerziehungslagern.

Doch was schimpfe ich über den Fluss, wenn die AfD ins Wasser fällt? Die Fratze des Demokratismus wird nach anfänglichem Grollen das Parteichen aufsaugen und genau dorthin spülen, wo in der Geschichte dieses „souveränen“ Staates bisher alle gelandet sind, wurden sie nicht im Vorfeld ausgespuckt.

Nehmen wir aber an, der Spülvorgang ist erfolgreich. Dann zwickt die Zweckmäßigkeit den Nockemännern im Gehirn, wie die Zecken im Oberschenkel des lederhosenen Südtirolers. Zwei, drei sogenannte Legislaturperioden braucht es, dann gehören sie alle zu „Italien“, um in dieser Analogie zu bleiben.

Waren nicht schon die Grünen „alternativ“? Ach ja, das hat man längst vergessen. Ging es dann darum, für den ersten Angriffskrieg zu stimmen, hob man seine faule, schwulstige Hand und steckte sich danach den Zeigefinger in den Arsch. Vorbei war es mit der Alternative, adieu Frieden, Freiheit, Volksabstimmung. Nur das faschistoide Gedankengut blieb übrig, ein Wesenszug jedes Demokraten, der ja nur deswegen „wählt“, um seinen klammheimlichen Willen den anderen aufzwingen zu dürfen.

„Legitim“ aufzwingen, wohlgemerkt. Denn probierte man diese Methode bei seinem Nachbarn, bekäme man eins in die Fresse. So aber gibt es ja die demokratische Regel. Dann ist man nicht Mob, sondern Volk – und da darf der Volker fast alles, was er sich in seinen Allmachtsphantasien so zusammenspinnt. Enteignen, bevormunden, zwingen, zwängen, schlagen, aufrüsten und (ganz besonders wichtig) Krieg führen.

Also, Herr Nockemann, Sie kennen als ehemaliger Innenminister das Spiel doch ganz genau. Seien Sie kräftig gegen die Kanaken, rufen Sie nach innerer Ordnung und stabilem Geld, rufen Sie einfach weiter nach einer Alternative, ohne dezidiert zu betonen, dass der Parlamentarismus keine Alternative ist...

Ach so, das haben Sie ja gar nicht gewusst. Ja, ein Leben, das nicht hinterfragt wird, so schon Platon, ist nicht wert, gelebt zu werden. Keine Angst, das kommt mit der Zeit. Mit 70 sitzen Sie dann in der NDR-Talkshow, halb besoffen, doch weise quatscht es aus Ihnen heraus, als gehörte das nicht ebenfalls zum dreckigen Spiel der Rosstäuscher, Beutelschneider, Kinderschänder und Schmarotzer dazu. Immer dann, wenn man wirklich nichts mehr zu sagen hat, ist man alternativ.

(PS: Ich gehöre übrigens nur mir und ausdrücklich nicht zu Deutschland.)

Dieser Artikel erschien zuerst auf der Facebook-Seite des Autors.

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