22. Januar 2015

Sexuelle Vielfalt an Schleswig-Holsteins Grundschulen „Hin und wieder gibt es einen Papa und eine Mama“

Dokumentation einer Mitteilung von „Demo für alle“

In Schleswig-Holstein sollen Grundschulkinder künftig mehr über sexuelle Vielfalt erfahren. In den dafür erarbeiteten Unterrichtsmaterialien geht es um Homosexualität ebenso wie um Leihmutterschaft, Geschlechtsumwandlung oder Polygamie. Die traditionelle Familie kommt nur noch als Randerscheinung vor.

Sexuelle Vielfalt soll nun auch in den Grundschulen in Schleswig-Holstein eine größere Rolle spielen als bisher. Anfang 2014 hatte es dazu einen Beschluss der Landesregierung (SPD, Grüne, SSW) mit dem Titel „Miteinander stärken, Homophobie und Diskriminierung bekämpfen“ gegeben. Für die Erarbeitung entsprechender Unterrichtsmaterialien beauftragte das Sozialministerium unter der Sozialdemokratin Kristin Alheit den Lesben- und Schwulenverband Schleswig-Holstein, der seinerseits das Kieler Petze-Institut für Gewaltprävention hinzuzog. Dafür soll es 50.000 Euro vom Land an Fördermitteln gegeben haben. Die erste Fassung des sogenannten „Methodenschatzes“ wurde jetzt allerdings abgelehnt. Eine Überarbeitung wurde für das Frühjahr 2015 angekündigt.

Im Methodenschatz „Echte Vielfalt unter dem Regenbogen“ geht es um Homosexualität, aber auch um Leihmutterschaft, Geschlechtsumwandlung und Polygamie. Die klassische Familie aus Vater und Mutter und Kindern, in der mehr als drei Viertel aller Kinder aufwachsen, wird nur noch als eine von vielen Möglichkeiten des Zusammenlebens dargestellt. So heißt es in einem Diktattext für die dritte Klasse: „Hin und wieder gibt es einen Papa und eine Mama.” – „Meine Mama Loris kommt aus Dänemark und hat dort Samenzellen von einem netten Mann bekommen. Dann bin ich in ihrem Bauch aufgewachsen. In Deutschland hat mich dann meine Mama Dani adoptiert.“ Und weiter: „Zusätzlich zu meinen Eltern gibt es in meiner Familie noch Robin und Noa. Robin ist die Liebste meines Papas und Noa ist die beste Freundin meiner Mama.“

Der CDU gehen die geplanten Unterrichtsänderungen zu weit. Bildungsexpertin Heike Franzen plädierte in der SHZ für mehr Umsicht bei diesem Thema: „Wir müssen darauf achten, Grundschüler nicht zu überfordern.“  Sie habe zudem keinerlei Verständnis dafür, dass „der Plan noch in diesem Jahr in den Grundschulen umgesetzt werden soll“.

Link:

Methodenschatz „Echte Vielfalt unter dem Regenbogen“


Artikel bewerten

Artikel teilen

Facebook Icon Twitter Icon VZ Icon del.icio.us Logo Reddit Logo

Anzeigen

Kommentare

Die Kommentarfunktion (lesen und schreiben) steht exklusiv Abonnenten der Zeitschrift „eigentümlich frei“ zur Verfügung.

Wenn Sie Abonnent sind und bereits ein Benutzerkonto haben, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, nutzen Sie bitte das Registrierungsformular für Abonnenten.

Mit einem ef-Abonnement erhalten Sie zehn Mal im Jahr eine Zeitschrift (print und/oder elektronisch), die anders ist als andere. Dazu können Sie dann auch viele andere exklusive Inhalte lesen und kommentieren.

drucken

Mehr von Redaktion eigentümlich frei

Über Redaktion eigentümlich frei

Anzeige

ef-Einkaufspartner

Unterstützen Sie ef-online, indem Sie Ihren Amazon-Einkauf durch einen Klick auf diesen Linkstarten, oder auf ein Angebot in der unteren Box. Das kostet Sie nichts zusätzlich und hilft uns beim weiteren Ausbau des Angebots.

Anzeige