08. September 2014

Wochenrückblick Sirenenklänge aus der Streichersektion

Die Definition von Wahnsinn

„Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten“ – Albert Einstein

Auch letzte Woche beglückten die Deutschen Pressephobharmoniker unter Dirigat von Vidkun Quisling  ihre  Zuhörer wieder mit täglichen Aufführungen klingonischer Opern sowie „Mars, der Kriegsbringer“ aus Gustav Holsts Planeten-Zyklus, wie immer rund um die Uhr, in Endlosschleife. An der Besetzung hat sich nichts geändert:

„FAZ“: Wagnersche Basstrommeln
„Spiegel“: Posaunen
„Zeit“: Trompeten
„Bild“: Schlagwerk
„Welt“: Streicher

Von wegen „Freie Energie“ sei ein Mythos: Die schier unendlichen psychopathologischen, kriminellen Kraftreserven, mit denen auch weiterhin manipuliert und gelogen, geopolitisch trivialisiert und fanatisiert, aufgehetzt und das Messer gewetzt wird, müssten eigentlich zu einer drastischen Erhöhung der Geldmittel für den „Kampf gegen rechts“ führen. Theoretisch. Allerdings ergäbe ein Kampf gegen „rechts“ hier gar keinen Sinn, da es sich ja um permanenten hegemonial-geostrategischen Terror handelt, der doch eigentlich in den Aufgabenbereich des Kampfes gegen den internationalen Terrorismus fiele. Und was die finanzielle, viel subversivere Seite dieses Terrors betrifft: Wie soll man das Treiben der IWF-Milizen, der Fiat-al-Ponzi-Fundamentalisten, der von westlichen Oligarchen unterstützten, „moderaten“ Al-Fedya-Rebellen und EZB-Freischärler, wie soll man den geldstalinistischen Extremismus zur schleichenden finanziellen Aushungerung der Bevölkerungen der künftigen GroßEUkraine zum Rechtsausleger erklären, beruht er doch auf völliger Rechtsabstinenz? Funzt nicht.

Apropos eigenwillige Rechtsauslegung: Der prosowjetische Separatist Mario Draghi, Kopf der eben erwähnten EZB-Freischärler, Teil einer para-ökonomischen  Organisation, die sich die Neuordnung der Welt auf die Fahnen schrieb, drängt qua Zins- und Geldpolitik auch weiterhin auf Unabhängigkeit vom marktwirtschaftlichen Teil Europas. Skandal: Weder die in einer Dreiecksbeziehung mit Barack Obama und Wladimir Putin stehende Angela Merkel, noch BundesprESMident Joachim Gauck, noch die 1000 Langfinger des Dr. Schäubuse distanzierten sich bisher in aller Deutlichkeit vom Beschuss der Bürger mit schwerer keynesianischer Artillerie, auch bekannt als „Dicke Berthas“. Schließlich werden Kriege nicht nur mit Armeen, Schlachtkreuzern, Kampfbombern und Panzern geführt – die rollen bekanntlich erst später, wenn alle Mittel konventioneller zentralistischer und etatistisch-fiskalistischer Kriegsführung versagt haben, wenn die Stimulus-Stinger-Raketen, die Planblasenbomben und quantitativen Luftgeldschläge die Bevölkerung so mürbe gemacht und radikalisiert haben, dass sie vor lauter Ärger über die mit ganz alten Methoden – Betrug, Beschiss und Bauernfängerei – herbeigeführte Welt-Unordnung die „neue“ totalitäre aus vollständig gestopften „Steuerschlupflöchern“, Internet- und Staubsauger-Kommissaren, Kapitalverkehrskontrollen, inszeniertem Terror und anderen „Scare Tactics“, salamitaktischen Dauerkrisen und -kriegen zur Fixierung der mit hochrotem Kopf aus dem Wir-Koma ihrer Wahl erwachenden Stockholm-Patienten endlich akzeptieren. Wie? Sie haben eine Beschwerde? Verzeihung, ich kann Sie nicht verstehen – ach so, Sie haben Ihre Stimme abgegeben. Tja, wer seine Stimme abgibt, hat später nichts mehr zu sagen, das kommt davon.

Deshalb ist es auch höchst erfreulich, dass bei der Wahl in Sachsen die Partei der Vernunftwähler den Sieg davontrug: Circa 51 Prozent verzichteten auf Stimmverlust. Ein positives Zeichen, das Hoffnung gibt und Schule machen könnte. Auch sehr erfreulich in all dem Trubel, dass wenigstens Bundes-Alleinunterhalter Gauck – wofür man ihm gerade in diesen Zeiten danken sollte – für viel Vergnügen und herzliches Gelächter sorgt: Steckt man ihm einen Schlüssel in den Rücken und zieht ihn auf, marschiert er munter drauflos, läuft gegen Podien und Mikrofone und entschuldigt sich ständig bei aller verrückt gewordenen Welt. Ein großer Spaß.

Nachdem wir Papst waren, sind wir nun NATO. „Die NATO – das sind wir!“, fidelte es stramm aus der Streichersektion. Mit solchen altbekannten Appellen möchte man dem Volkskörper wohl bewusst machen, wie kriegsentscheidend das Wir sein kann, weshalb man auch keine Gelegenheit zur demagogischen Verherdung auslässt  und fleißig geistige Massen-Frontverschickung betreibt. Die Ostfront – das sind wir! Heute sind wir alle Ukrainer. Auffällig dabei: der in letzter Zeit zunehmende Rückgriff auf entlarvende Formulierungen wie „Jeder weiß doch, dass ...“ oder „Die ganze Welt weiß, dass ...“, Phrasen, die den Wunsch nach Absolutsetzung der eigenen, nein, auf politischen Wunsch hin angeeigneten Meinung nicht deutlicher zum Ausdruck bringen könnten. Manchen Infanteristen der Schreibstaffel ist ihre meinungsverbildende Macht wohl gehörig zu Kopf gestiegen, kann das sein? Aber nein. Die sind keineswegs irre. Sie tun es vorsätzlich und im vollen Bewusstsein der Möglichkeiten sprachlicher Manipulation. Das sollten Leser und Zuschauer im Hinterkopf behalten. Wer sich beharrlich weigert, aus den Erfahrungen des letzten Jahrhunderts zu lernen, und dieselben Fehler schon wieder begeht – und das eben nicht aus Versehen, keineswegs als „Schlafwandler“, sondern absichtlich –, den darf man ruhig als Bedrohung der zivilisierten Welt, als Gefahr für den Frieden und die Sicherheit Europas bezeichnen. Egal ob in der Politik oder irgendeiner Redaktionsstube. Normal ist das alles definitiv nicht, schon lange nicht mehr. „Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten“, so der schleifradskeptische Vernunftpopulist Albert Einstein. Zu spät. Wir stecken bereits im Schleifrad der Geschichte. Oder wie Bruce Willis als John McClane wohl sagen würde: „Dieselbe Scheiße passiert demselben Mann zum zweiten Mal! Noch ‘ne beschissene Krise, noch‘n beschissener Krieg!“  

Schade auch, dass man im Presse-Prekariat von allen Gedanken ausgerechnet die interessanten nicht mehr zu schätzen weiß. Denn wer fragt, ob es eigentlich reiner zeitlicher Zufall gewesen sein kann, eine bloße Laune der Geschichte, dass just zu der Zeit, da Brüssel sich mit dramatisch wachsenden Widerständen konfrontiert sah, in einigen Mitgliedsländern bereits Tausende von Menschen auf die Straße gingen und politische Prominenz sowohl auf EU- als auch bundesdeutscher Ebene eindringlich warnte, wenn es so weitergehe, sei das Projekt der Vereinigten Staaten von Europa stark gefährdet, ja, es drohten vielleicht sogar Bürgerkriege und überhaupt erinnere die Situation stark an die Zeit kurz vor dem Ersten Weltfratzengeballer, urplötzlich ein großer Buhmann auftaucht, der qua massenversaudummungsmedial tagtäglich dick aufgetragener Monsterschminke für ein bisschen Angst und Schrecken sorgt, damit das Wir Europas wieder etwas näher zusammenkuschelt – ja, der ist natürlich ein Spinner, der kann ja wohl nicht normal sein. Alles klar? Und ja, selbstverständlich sind die politischen Eliten der USA, der EU und auch Deutschlands so bescheuert, sich die Folgen von Sanktionen, also mögliche Gegensanktionen, überhaupt nicht denken zu können und vor Kameras und Mikrofonen total überrascht zu tun, nein also, da habe man sich wohl verschätzt. Und nein, über ein zeitlich gut abgestimmtes Sanktions-Ping-Pong (Merkel: Die Krise in der Ukraine könne sich „noch etwas hinziehen“) den nackten Fiat-Kaiser und seinen europäischen Hofsänger Euro zum Putinom erklären zu können, schließlich geht nichts über einen Sündenbock für Eigenversagen, nein, sowas denken sich nur beknackte Alu-Hüte aus. Ob die Untertanen das Gelächter ihrer Schlächter irgendwann doch noch hören?

Abschließend noch eine Kurzmitteilung: GEZ-Verweigerer sollen jetzt zwangsangemel ... verdammt. Welcher bekiffte Praktikant hat mir das denn auf den Tisch gelegt? (Einblendung: „Wir bitten für die technische Störung um Entschuldigung.“) 30 Sekunden später. Sehr geehrte Damen und Herren, da ist uns ein kleiner Fehler unterlaufen, verzeihen Sie bitte die kurze Unterbrechung. Hier die korrekte Nachricht: Wie Putin deutsche Zuschauer zum Konsum staatlicher Propaganda zwingt. Wir wünschen angenehme Nachtruhe.


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