08. Mai 2014

1. Mai Bekannte Bilder

DGB, SPD und Grüne marschieren in Köln mit Stalinverehrern

Solche Bilder kennt man aus Berlin. Da marschieren die Linksradikalen aller Couleur am Gedenktag für die ermordeten Sozialistenführer Liebknecht und Luxemburg mit Stalin-und Maobildern und Losungen, die sich eine Wiederholung der gescheiteten kommunistischen Diktaturen wünschen, durch die Straßen.

Selbst der SED-Linken, jedenfalls ihrer Führung, ist solches Treiben unheimlich. Sie meidet den Radikalenaufmarsch und zelebriert ihr eigenes Gedenken.

Der DGB, die SPD und die Grünen in Köln hatten allerdings am vergangenen 1. Mai offensichtlich keinerlei Probleme, auf ihrer offiziellen Maikundgebung gemeinsam mit Vertretern von linksradikalen Parteien und Gruppierungen zu demonstrieren und dabei in Kauf zu nehmen, dass Lenin- und Stalinbilder, sowie linksradikale Losungen gezeigt wurden.

Weder die Demonstranten, noch die von den Veranstaltern eingesetzten Ordner nahmen Anstoß daran.

Das ist besonders gruselig vor dem Hintergrund der Krise in der Ukraine, die auch eine Spätfolge der Stalinschen Politik ist, weil die mehreren Millionen ukrainischer Bauern, die auf Stalins Befehl 1931/1932 in ihren Dörfern eingekesselt und systematisch verhungert wurden, durch Russen ersetzt wurden, deren Nachfahren heute in einigen Gebieten der Ostukraine die Bevölkerungsmehrheit bilden.

Der Westen, speziell die westliche Linke, hat sich allerdings nie wirklich mit den Verbrechen Stalins auseinandergesetzt. Im Gegenteil. Linke Leitfiguren wie Jean-Paul Sartre haben ihre Anhänger dazu aufgerufen, die Nachrichten über den Gulag, die Schauprozesse und die Massenmorde in der Sowjetunion zu ignorieren.

Dieses Wegschauen setzt sich bis heute offensichtlich fort. Anders ist es nicht zu erklären, dass im Jahr 2014 Gewerkschaftsführer und Mitglieder linker demokratischer Parteien so geschichtsvergessen sind, dass sie keine Probleme mit kommunistischen Massenmördern haben und nach der Kundgebung gern mit Stalinverehrern Bier trinken gehen.

Aufschrei in den Medien? Fehlanzeige.

Dieser Artikel erschien zuerst auf der Achse des Guten.


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