07. Mai 2014

Eurovision Song Contest Homophobe dringend gesucht!

Der Jackpot in der politisch korrekten Umverteilungsanstalt wurde geknackt

Dossierbild

Conchita Wurst vertritt Österreich diese Woche beim Eurovision Song Contest in Kopenhagen. Wurst ist eine Kunstfigur. Bei ihr handelt es sich um den jungen Tom Neuwirth, der bisher erfolglos versucht hat, im Musikgeschäft Karriere zu machen. Erst als er sich in Damenkleider gezwängt und sich einen Bart ins Gesicht gepinselt hat, hat es geklappt. Hinter Wurst steht der öffentlich-rechtliche Rundfunk, der ORF.  Er hat sie ohne jede Publikumsbeteiligung, wie das sonst üblich ist, nominiert. Die Wurst ist derzeit auf allen ORF-Kanälen omnipräsent.  Der ORF versucht alles, um einen Hype rund um den Herrn mit Bart und Damenkleidern zu erzeugen.

Da ist es auch nicht so wichtig, dass sein Gesang eher durchschnittlich ist. Das machen Vollbart, weibliches Aussehen und Glitzerkostüme wieder wett. Keine schlechten PR-Strategie. Wurst ist ein öffentlich-rechtlicher Werbeträger für die Gender-Mainstream-Ideologie. Ein Staatskünstler durch und durch. Die schrille Kunstfigur soll den Beweis liefern, dass man Geschlechterrollen und -identitäten annehmen und wechseln kann, wie es einem gerade beliebt. Man nutzt den Aufmerksamkeitseffekt, den ein bärtiger Transvestit generiert, um einem möglichst großen Publikum mitzuteilen, dass dies der neuen gesellschaftlichen Norm entspricht.  Die Wurst als leuchtendes Vorbild und Prototyp des neuen Menschen, wie ihn sich die neosozialistischen Gesellschaftsingenieure erträumen.

Der  Song-Contest-Auftritt von Conchita Wurst wird deshalb als mutiger Kampf für mehr Toleranz und Offenheit inszeniert.  Das funktioniert auch ganz gut. In Kopenhagen sorgt sie/er für Aufsehen, wie der ORF nicht müde wird zu berichten. Nur eines läuft nicht ganz so wie gewollt. Wer „kämpft“, der braucht zwingend auch einen Gegner, einen Feind. Doch daran mangelt es der Wurst und dem ORF. Schließlich rennt man ohnehin nur offene Türen ein.  Schwulsein wird im politisch-korrekten Europa ohnehin von den neosozialistischen Meinungsführern  als cooler, bunter und erstrebenswerter Lifestyle verkauft, ganz im Gegensatz zur miefigen Heterofamilie, der Brutstätte von (häuslicher) Gewalt, rechtem Gedankengut und anderen grauslichen Dingen. Die Wurst quasi  als politisch-korrekte Version der Kelly-Family.

Deshalb muss der ORF etwas nachhelfen und die kaum vorhanden Aufregung um die Wurst übergroß aufblasen. Da wird sogar ein unbedeutender russischer Lokalpolitiker ausgegraben. Dieser Witali Milonow hat nämlich einen Brief an die russische Regierung geschrieben. Darin fordert er den Boykott der  „europaweiten Schwulenparade“. Gemeint ist der Song Contest. Noch einmal Glück gehabt, zumindest ein Politiker hat sich gefunden, wenn auch nur ein Lokalpolitiker. Allerdings schreibt Herr Milonow andauernd solche Briefe. Eine Art Hobby von ihm. Er hat auch schon gegen Lady Gaga oder Madonna gewettert. Für den ORF reicht das aber allemal, um sich über Homophobie und Intoleranz zu beklagen und das Lieblingswort aller dauerempörten und erregten Gutmenschen gleich mehrmals in einem einzigen Wurst-Beitrag in den TV-Nachrichten zu  verwenden: „Hetze“.

Und Herr/Frau Wurst darf entrüstet und mutig zugleich ins ORF-Mikro sagen: „Was für eine Angst hat eine Regierung, dass ich mit meinem Auftritt ein ganzes Land umwerfen könnte?“ Bitte jetzt nicht größenwahnsinnig werden. Herr Milonow ist ein Lokalpolitiker und nicht die russische Regierung. Die ist derzeit außerdem mit zugegebenermaßen nicht ganz so wichtigen Problemen wie dem singenden Damenbart  beschäftigt: Stichworte: Ukraine, Krim, Sanktionen.

Wie auch immer. Gegen weitgehend selbst erfundene und aufgeblasene Feinde und Gefahren zu kämpfen, ist bequem und man kann sich trotzdem gut und moralisch überlegen fühlen. So eine Art geistiges Wellness-Programm für träge Gutmenschen. Wenn  man damit auch noch Geld verdient und berühmt wird, dann hat man den Jackpot in der politisch korrekten Umverteilungsanstalt geknackt.


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