15. April 2014

Wieso, weshalb, warum? Akif Pirinçci ist Ernie!

Über den Erfolg der Sesamstraßen-Strategie

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ef-Autor Werner Reichel bemerkte kürzlich, Akif Pirinçci sei mit seinem Bestseller „gelungen, woran viele Kritiker der politischen Korrektheit bisher gescheitert sind: Er führt die selbstgerechten Gutmenschen als kleingeistige, unterwürfige und verdruckste linke Spießer vor. Das gelingt ihm, weil er erst gar nicht versucht, die verdrehten und absurden Glaubenssätze und Utopien der Neosozialisten zu hinterfragen. Er haut einfach auf den Putz.“

Ein paar Monate zuvor, im September 2013, hielt ef-Kolumnist Carlos A. Gebauer einen Vortrag in Berlin beim Forum Freiheit über „das politstrategische Ernie-und-Bert-Theorem“. Leicht überarbeitet wurde er im November in eigentümlich frei Nr. 137 abgedruckt.

Gebauer fordert nicht weniger als einen libertären, konservativen und liberalen Strategiewechsel: „Weniger Bert, mehr Ernie!“

Bert ist sowas wie der bürgerliche Prototyp. Gebauer beschreibt ihn als stets „konzentriert. Er weiß, was sich gehört. Er vermeidet den Skandal. Nie würde Bert zu laut Radio hören. Nie würde er unbedachtsam handeln. Bert ist in allen seinen Handlungsinhalten seriös.“

Ernie dagegen mache „ständig genau das, was ihm gerade spontan einfällt. Er entscheidet immer automatisch, schnell und mühelos. Er verheddert sich nicht in langen Überlegungen, Abwägungen oder Bedenken. Ernie lebt seine Bedürfnisse direkt aus. Ernie ist unseriös.“ Aber: „Er ist dabei auch immer völlig klar in dem, was er sagt und tut. Erstaunlicher noch: Wer ihn beobachtet, der weiß ihn sogar verlässlich einzuschätzen. Jeder weiß bei Ernie, woran er ist.“

Wer von beiden, so fragt Gebauer „bekommt immer seinen Willen, Ernie oder Bert? Und wer von beiden ist uns sympathischer?“ Die Antwort lautet zweimal Ernie, nicht Bert.

„Warum“, fragt dann Gebauer, „ist das so, gegen unsere tiefe bürgerliche Überzeugung, dass doch der, der sich schlecht benimmt, eigentlich auch ein schlechtes Ansehen haben müsste?“ Die Antwort liege „in der Klarheit: Weil Ernie immer schon auf der Verpackungsebene sagt, was er denkt, will und meint. Und weil Ernie dann auch inhaltlich immer klar ist in dem, was er tut. Weil Ernie genau deswegen für alle berechenbar ist. Man weiß, woran man bei Ernie ist.“

Akif Pirinçci ist gelungen, woran die vielen theoretisierenden und sauber-seriös argumentierenden Berts immer gescheitert sind. Wieso, weshalb, warum? Akif Pirinçci ist Ernie!


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